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Vegane Ernährung Umstrittene Substanz in Burgern von Beyond Meat nachgewiesen

Burger von Beyond Meat
Laut Laboruntersuchungen soll in den Burgern von Beyond Meat der problematische Aromastoff Grillin enthalten sein.
© Steve Helber/ / Picture Alliance
Die veganen Burger von Beyond Meat haben sich 2019 zum großen Food-Trend entwickelt. Doch laut Untersuchungen, die der "Spiegel" in Auftrag gegeben hat, sind darin problematische Aromastoffe enthalten.

Burger essen, ohne Tier zu töten: Das vegane Hack von Beyond Meat entwickelte sich 2019 auch in Deutschland zu einem großen Food-Trend. Als der deutsche Discounter Lidl die veganen Patties als Aktionsware in die Regale räumte, waren sie ruckzuck ausverkauft. 

Dass Beyond Meat so viel Erfolg hat, liegt daran, dass auch überzeugte Fleischfresser bei den Burgern zugreifen. Die Patties bestehen vor allem aus Erbsenprotein, Kartoffelstärke und Kokosnussöl und schaffen es, die Konsistenz von echtem Fleisch zu imitieren. Für den richtigen Geschmack werden Aromastoffe zugesetzt - und das scheint zum Problem zu werden. 

Aromastoffe im Burger

Wie der "Spiegel" berichtet, enthalten die die Burger von Beyond Meat das Aroma Grillin, das für einen rauchigen Geschmack wie direkt vom Grill sorgen soll. Das Labor Dr. Haase-Aschoff aus Bad-Kreuznach untersuchte im Auftrag des Nachrichtenmagazins die Zusammensetzung der Patties und entdeckte Grillin, ein thermisch oxidiertes Sonnenblumenöl. Verboten ist dieser Aromastoff zwar nicht, dennoch hält der Gutachter Klaus Haase-Aschoff den Stoff für problematisch. Laut EU-Verordnung zur Lebenssicherheit sei Grillin "eigentlich nicht verkehrsfähig", sagt er. Bereits 2017 habe die europäische Lebensmittelagentur EFSA gewarnt, dass die Produktdaten des Herstellers nicht ausreichen, um das gentoxische Risiko des Stoffs zu beurteilen. 

Bis April 2020 gelte eine Übergangsfrist, so ein Sprecher der EU-Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Experte Haase-Aschoff kontert: "Eine wissenschaftliche Evidenz gibt es für dieses Verhalten der EU-Kommission nicht."

Auf Nachfrage des "Spiegel" erklärt das Unternehmen Beyond Burger, dass der Zutatenlieferant versichert habe, dass im Aromamix der Burger für den europäischen Markt die Grillin-Variante CB-200SF nicht enthalten sei. 

Kritiker bemängeln schon seit Längerem, dass Beyond Burger zwar eine Alternative zum Fleischkonsum darstellen - aber mit gesunder Ernährung wenig zu tun hätten. "Sie enthalten viele ungesunde Fette, wie raffiniertes Kokosnussöl oder hochverarbeitetes Sonnenblumenöl“, sagte Britta Schautz, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Berlin, zur "Berliner Morgenpost". Dazu käme noch die Vielzahl an Aromastoffen. 

kg

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