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Interview

BRIGITTE-Diät 2018: Wir haben zu viel geschlemmt! Wie kriegen wir die überflüssigen Pfunde wieder los?

Während der Festtage zählt man keine Kalorien. Am Anfang des Jahres muss man sich aber wieder der Realität stellen, die Wohlfühlkilos müssen weg. Wie das geht und wie man sein Wunschgewicht hält, erklärt die Expertin der BRIGITTE-Diät.

Brigitte Diät

So klappt's mit dem Wunschgewicht

Seit 1969 gibt es die BRIGITTE-Diät. Was hat sich über die Jahre verändert, müssen wir heute anders abspecken als noch vor einigen Jahrzehnten?

Brigitte-Diät-Expertin Daniela Stohn: In den letzten 15 Jahren ist die Kalorienzahl am Tagesbedarf gestiegen. Irgendwann in den 80er Jahren haben wir mal 800 Kilokalorien am Tag empfohlen. Davon sind wir heute ganz weit weg. Man sollte eher zwischen 1200 und 1400 Kilokalorien zu sich nehmen.

Das ist aber ein gewaltiger Unterschied.

Daniela Stohn  Die Sportwissenschaftlerin und Ernährungstrainerin ist bei BRIGITTE für Fitness, Diät und Ernährung zuständig.

Daniela Stohn

Die Sportwissenschaftlerin und Ernährungstrainerin ist bei BRIGITTE für Fitness, Diät und Ernährung zuständig.

Klar, aber nur bei dieser Kalorienzahl kriegt der Körper alle wichtigen Nährstoffe, kommt nicht in Unterversorgung und so vermeiden wir auch den ungewünschten Jo-Jo-Effekt.

Den gibt es wirklich?

Ja, wenn man sich zu stark kalorienreduziert ernährt, schaltet der Körper in den Hungerstoffwechsel. Er drosselt also seinen Energieverbrauch. Isst man dann wieder normal, sind die Pfunde ganz schnell wieder drauf. Das führt zu Frust und auch dazu, dass es schlechte Diät-Erfahrungen gibt.

Die BRIGITTE-Diät ist ja aber auch eine Diät.

Wir sehen sie eher als Ernährungsform. Also als Auftakt zu einer Ernährungsumstellung - mit der man natürlich auch abnehmen kann.

Was sollten wir also besser nicht essen: Fett, Kohlenhydrate, Zucker?

Jahrelang wurde propagiert, man solle kein Fett essen, es mache uns dick. Es stimmt, dass Fett viele Kalorien hat, aber auch ganz viele Vorteile: Es hält uns lange satt, lässt den Insulinspiegel nicht steigen und absinken. Im Gegensatz zu Zucker. Gute Fette wie Nüsse oder Fisch empfehlen wir heute wieder. 

Ihre neueste Diät nennt sich BRIGITTE-Flexi-Diät - und ist auf vier verschiedene Programme zugeschnitten. Welche sind das?

Wir haben versucht, Die Diät einfacher und alltagstauglicher zu machen: Für Frauen, die viel unterwegs sind und nicht groß kochen können. Die machen das Programm "Easy" und bereiten sich ihr Essen vor und nehmen es mit. Wer viel kocht und genießt, folgt dem Programm "Genuss", das ist unsere klassische BRIGITTE-Diät. Im Programm "Boost" macht man Intervallfasten ...

Das was ist?

Intervallfasten bedeutet, dass man mindestens 16 Stunden eine Essenspause macht. In der Zeit räumen die Zellen ihren Zellmüll auf, das hat sehr viele positive Auswirkungen auf den Körper und ist auch eine super Hilfe, das Gewicht zu reduzieren oder zu halten. Das heißt, man isst beispielsweise um 18 Uhr und dann erst wieder um 12 Uhr am nächsten Tag.

Und das vierte Programm?

Ist "Coach", ein Online-Programm, das kostenpflichtig ist. Es dauert zehn Wochen; dafür bekommt man jeden Tag Diät-Rezepte, Sport-Workouts, ein Forum, in dem man sich mit anderen austauschen kann, Hintergründe in Form von Ernährungs-, Entspannungs- und Trainingshandbüchern.

Jedes Jahr gibt es eine neue Brigitte Diät. Wieso fällt es uns eigentlich so schwer, das ganze Jahr über gesund zu essen - und auch abzunehmen?

Es liegt auch an der Umgebung, in der wir leben. Überall gibt es Bäckereien, Fastfoodläden, es ist schwer zu widerstehen. Wir sitzen zu viel und bewegen uns zu wenig. Und wir haben immer mehr Stress. Das führt dazu, das mehr Cortisol ausgeschüttet wird, das wiederum Fett speichert.

Was ist denn eigentlich gesunde Ernährung?

Wir verdammen keine Lebensmitte, bei uns gibt es keine Verbotel. Auch Kohlenhydrate sind okay, aber man sollte vor allem komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe aufnehmen und einfache Kohlenhydrate wie in Zucker, Kuchen, Weißmehlprodukte weglassen. Bei den Fetten sind die ungesättigten Fettsäuren zu empfehlen. Aufpassen sollte man bei Transfettsäuren, die in Fertigprodukten, Frittiertem und Gebäck stecken, sowie in Maßen bei gesättigten Fettsäuren.

Also keine Pizza, keine Pasta, kein Weißbrot?

Genau, statt Weißbrot wählt man besser Vollkornprodukte mit vielen Körnern.

Die unterscheiden sich aber in der Kalorienanzahl kaum vom Schwesterprodukt aus Weißmehl. 

Mehr Tipps für die neue BRIGITTE-Diät finden Sie in der aktuellen Ausgabe der BRIGITTE oder unter www.brigitte.de/brigitte-diaet

Mehr Tipps für die neue BRIGITTE-Diät finden Sie in der aktuellen Ausgabe der BRIGITTE oder unter www.brigitte.de/brigitte-diaet

Das stimmt. Aber sie haben mehr Ballaststoffe, die länger satt machen, die Darmflora fördern, Gefäße schützen und entzündungshemmend wirken. Einfache Kohlenhydrate fördern eher Heißhunger, weil sie nicht lange satt machen. Damit triggert man Übergewicht. Außerdem enthält das Vollkornprodukt viele Mineralstoffe, die im Weißmehl gar nicht stecken.

Gibt es nicht das eine ultimative Lebensmittel, das beim Abnehmen hilft?

Nein, die Vielfalt macht's. Die Rezepte der BRIGITTE-Diät sind immer auf Gemüse aufgebaut. Der halbe Teller sollte mit Gemüse gefüllt sein, ein Viertel mit Proteinen und das andere Viertel mit Sättigungsbeilagen wie Kartoffeln oder Reis.

Wie wichtig ist Bewegung bei der BRIGITTE-Diät?

Sport ist sehr wichtig, aber über die Ernährung kommt man schneller an sein Ziel. Sport ist aber essentiell dafür, sein Wunschgewicht später zu halten. 

Wann ist der richtige Zeitpunkt, mit einer Ernährungsumstellung zu beginnen?

Auf jeden Fall nicht, wenn man gerade andere große Krisen zu meistern hat. Beispielsweise einen Jobwechsel oder wenn man sich von seinem Partner getrennt hat oder an einer Krankheit leidet. Eine Ernährungsumstellung kostet auch sehr viel Kraft.

Nehmen wir an, ich habe die BRIGITTE-Diät erfolgreich durchgezogen. Jetzt der schwierigste Part: Wie halte ich mein Wunschgewicht?

Es gibt bei uns bestimmte Regeln: Man sollte drei Mahlzeiten am Tag einhalten, damit fällt schon mal das Gesnacke weg. Viel Eiweiß integrieren, wie Fisch, Eier und Hülsenfrüchte, die machen lange satt. Einfache Kohlenhydrate wie Weißmehl und Zucker nur in Maßen genießen. Vollkorn statt Weißmehl wählen. Die Teller richtig füllen, also auf die Portionsgröße achten, nicht einfach aus Langeweile essen. Viel trinken, mindesten zwei Liter am Tag (Wasser und ungesüßte Kräutertees). Achtsam essen, also lange Kauen, beim Essen das Smartphone aus der Hand legen und nur essen, wenn man Hunger hat. Ganz wichtig sind Entspannung und viel Schlaf, am besten acht Stunden pro Nacht. Der Körper braucht den Schlaf, um die Verdauung zu regenerieren. Und bewegen nicht vergessen.

Die BRIGITTE erscheint wie der stern im Verlagshaus Gruner und Jahr

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