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Billig, aber umstritten: Warum Sie keinen Pangasius-Fisch essen sollten

Pangasius zählt zu den beliebtesten exotischen Fischen, die auf unseren Tellern landen. Er ist meist tiefgefroren, günstig und mild im Geschmack. Es gibt dennoch gute Gründe, warum wir von dem Süßwasserfisch besser die Finger lassen sollten.

Sieht lecker aus: Pangasius. Warum der exotische Süßwasserfisch umstritten ist.

Sieht lecker aus: Pangasius. Warum der exotische Süßwasserfisch umstritten ist.

Getty Images

Pangasius schmeckt den Deutschen: Der TK- , der meist aus vietnamesischen Aquakulturen kommt, wird hierzulande in rauen Mengen verspeist. Allein 2011 wurden 40.000 Tonnen des exotischen Süßfisches gekauft. Er ist so beliebt, weil er mild im Geschmack ist, fettarm und grätenlos. Aus dem südvietnamesischem Mekong-Delta kommt er recht preisgünstig in die Tiefkühler der deutschen Supermärkte, obwohl der Fisch ziemlich umstritten ist.

Die Verbraucherzentrale rät beispielsweise davon ab, Pangasius aus konventioneller Zucht zu kaufen. "Vor einigen Jahren ist dieser Fisch den Überwachungsbehörden durch eine vermehrte unerlaubte Belastung mit Arzneimittelrückständen aufgefallen. Verstärkte Kontrollen konnten die Situation verbessern. Dennoch gehören die Aquakulturen des asiatischen Raums weiterhin zu den bedenklicheren. Beispielsweise kommt es durch die Abwässer aus den Zuchtanlagen vor Ort zu erheblichen Umweltschäden", schreiben die Verbraucherschützer.

Pangasius ist nur bedingt gesund

Lachs und Makrele sind reich an Omega-3-Fettsäuren. Daher empfiehlt auch die Verbraucherzentrale, mindestens einmal pro Woche Fisch zu essen. Der Pangasius ist jedoch ziemlich fettarm, und daher liefert er kaum die gesundheitsfördernden Fette. Mehr Omega-3-Fettsäuren haben im Vergleich beispielsweise Nüsse, Leinsamen und auch Walnuss- und Rapsöl.

Empfehlenswerter als Pangasius aus konventioneller Haltung, also industrieller , in der die Fische in Massen gezüchtet werden, ist Fisch aus ökologischer Aquakultur, die im besten Fall mit Bio-Siegeln wie Naturland oder Bioland gekennzeichnet ist. 

Ein Spitzenkoch aus den Niederlanden, Bart van Olphen, geht sogar noch weiter: Er empfiehlt den Kauf von Dosenfisch. "80 Prozent der Fischereien beuten unsere Ozeane aus", sagt Bart van Olphen im Gespräch mit dem stern. "Deshalb habe ich die 20 Prozent der Fischereien besucht, die noch nachhaltig fischen." Mit den Geschichten der einheimischen Fischer will er dem Verbraucher zeigen, woher guter Fisch kommt. Nachhaltigkeit bedeutet für ihn, Fisch dann zu fangen, wenn er verfügbar ist, also zur Saison. (Hier finden Sie eine Übersicht, wann welcher Fisch Saison hat).  "Zur Saison schmeckt Fisch einfach am besten. Wir haben Methoden, Fisch zu konservieren. Beispielsweise, indem wir das Produkt einfrieren. Oder aber – was mir am besten gefällt – Fisch in Konservendosen. Es gibt kaum etwas Nachhaltigeres, außer ihn natürlich frisch vor Ort zu essen" sagt Bart van Olphen.

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