HOME

gefluegel: Ente mit Karambolen

Die Flugente wird während des Bratens immer wieder mit einer Mischung aus Karambolenpüree, Knoblauch, Orangensaft und Weinbrand bestrichen

Jeder kennt sie, kaum einer isst sie: Karambolen liegen meist als dekorative Sternchen auf dem Teller - grün und sauer. Ausgereift schmecken sie jedoch

Darauf kommt's an

Litschis und Rambutans haben mattweißes Fleisch und schmecken zart nach Muskattrauben, sind mild-süß mit leichter Säure und saftig. Beide Obstarten wachsen in Trauben an Bäumen. Sie sind miteinander verwandt, stammen aber aus verschiedenen Regionen: Litschis aus Südchina, Rambutans aus den Tropen Indiens, Südostasiens und Malaysias.

Litschis und Rambutans reifen nicht nach. Die kirschroten bis rotbraunen, harten, spröden Litschi-Schalen erinnern an Kiefernzapfen. Die weinroten bis gelblichen Rambutans sind dicht mit welligen Haaren besetzt - je bunter, desto frischer und saftiger die Frucht.

Bei überlagerten Litschis verfärbt sich die Schale dunkel, bei Rambutans werden die Haare welk, färben sich schwarz. Die Früchte beginnen zu gären.

Beide Obstarten verlieren durch Wärme und trockene Luft sehr schnell ihre Saftigkeit. Deshalb möglichst nur kurz und im Kühlschrank aufbewahren.

Karambolen gibt es das ganze Jahr über aus Brasilien, Thailand, Israel und Malaysia. Man muss sie nur waschen und aufschneiden, es gibt keinen Abfall. Sie passen zum Obstsalat so gut wie zu Fleisch, Geflügel oder Meerestieren. Man kann sie roh auf Torten legen, im Kuchen backen, zu Kompott, Chutney und Konfitüre einkochen. Sie schmecken - wie Apfelscheiben in Butter gebraten - zu Leber und wie Pflaumen in den Schweinerollbraten gewickelt. Grün ist die Sternfrucht zwar dekorativ, aber sauer. Feines Aroma entwickelt sie erst, wenn sie ganz reif und ein bisschen hässlich ist. Dann bekommt man sie auch preiswert, denn so taugt sie nicht mehr als Sternchenschmuck fürs Dessert und wandert ins Sonderangebot.

Reife Früchte haben eine bernsteinfarbene Schale, oft braune Spitzen und braune Pünktchen. Das Fleisch ist saftig und knackig.

Bei unreifen Früchten ist die Schale grünlich oder grüngelb, das Fleisch sauer, adstringierend wie Rhabarber und ohne Aroma. Überreife Karambolen haben große braune Flecken und weiche Stellen.

Barbara Rias-Bucher

Zutaten für 4 Personen:

1 küchenfertige Flugente (ca. 2 kg);

Salz;

schwarzer Pfeffer aus der Mühle;

1 EL Öl;

1 EL Butter;

6 reife Karambolen;

1 Knoblauchzehe;

2 EL Orangensaft;

1 EL Weinbrand;

1 EL helle Sojasauce

Zubereitung

Die Flugente wird während des Bratens immer wieder mit einer Mischung aus Karambolenpüree, Knoblauch, Orangensaft und Weinbrand bestrichen. Zum Schluss garen Sternfruchtscheiben auch noch im Bratensaft.

Die Ente kalt waschen und mit einem Tuch trocknen, dann innen und außen mit Salz und Pfeffer würzen.

Öl und Butter in einem Bräter erhitzen. Die Ente darin rundherum bei starker bis mittlerer Hitze etwa 15 Minuten anbraten, bis die Haut leicht gebräunt ist. Herausnehmen, das Fett bis auf etwa 1 EL in eine Schüssel abgießen und für die Glasur beiseite stellen.

Die Ente mit der Brust nach unten wieder in den Bräter legen und zugedeckt in den kalten Backofen stellen. Bei 200 Grad 15 Minuten braten.

Inzwischen für die Glasur 2 Karambolen waschen. Den Knoblauch abziehen. Beide Zutaten mit Orangensaft, Weinbrand und Sojasauce pürieren. Mit dem abgegossenen Entenfett mischen.

Die Ente mit dieser Glasur bestreichen und 30 Minuten braten. Wenden und mit der Brust nach oben im offenen Bräter weitere 45 Minuten braten. Dabei alle 10 Minuten mit der Glasur bestreichen.

Die restlichen Karambolen waschen und in fingerdicke Scheiben schneiden. Die Ente aus dem Bräter nehmen, mit der Brust nach oben auf den Rost legen. Karambolenscheiben nebeneinander in die Fettpfanne legen. Ente mit der Fettpfanne darunter wieder in den Backofen auf die untere Schiene schieben.

Den Ofen auf 225-250 Grad stellen und die Ente in 20 bis 30 Minuten knusprig braten. Zwischendurch häufig mit der Glasur bestreichen. Mit Reis servieren.

Heft 6/2000 vom 3.2.2000