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Gutes aus dem Küchengarten: Paradiesäpfel – Ein Universum für den Gaumen

Black Ethiopian, Tschernij Prinz, German Gold: Was verbirgt sich hinter diesen Namen? Sehr aromatische Tomaten. Doch diese Sorten gibt es nicht im Supermarkt, sondern nur im eigenen Garten.

Wir Österreicher nennen die Tomate "Paradeis". Das Wort leitet sich von der Bezeichnung "Paradiesapfel" für Tomaten ab. Und wahrlich, es sind Paradiesäpfel, die Tomaten. Sie sind kein Gemüse, sie sind Früchte. Sie sind groß, rund, herzförmig, klein, fleischig, süß, saftig und mehlig oder zart und fest. Tomaten sind ein einziges großes Universum.

Einen Paradiesapfel der ganz besonderen Art bekam ich von meiner Mutter geschenkt. Die Staude trägt ein paar wenige Stück davon, dafür sind die Früchte umso größer. Die Sorte nennt sich:German Gold. Ein prachtvolles Ding.

Farbspiel der German Gold. Foto: Wohofsky-Images

Nicht nur die Größe und das Gewicht beeindrucken, auch das Farbspiel des Fruchfleisches lässt das Herz aufgehen. Der Geschmack ist köstlich-saftig, süß und vollmundig. Das Gewicht dieser Super-Tomato: 600 Gramm. Sie benötigt aber ein Glashaus zum Wachsen, viel Wärme und mediterranes Flair.

Also nichts für den Freiland-Anbau.

Das ist paradiesisch! German Gold kurz bevor sie zum Salat wurde. Foto: Wohofsky-Images

Die kleinen Samen – interessanterweise haben große Tomaten meist sehr kleine Samen in Relation zu ihrer Größe gesehen – hab ich schon herausgenommen und trocknen jetzt auf einem Stück Küchenrolle. Es wird also Nachwuchs davon geben. Und ich hoffe, bis zur kommenden Gartensaison auch einen Platz mit Glashaus bestellen zu können. Einen größeren Küchengarten zu haben.

Dieses Gartenjahr hat mir gezeigt: ich will es tomatig, mediterran. Das kalte Gebirgstal hier hat Grenzen. Die gehören jetzt endlich übertreten und gesprengt.

Eine Äthiopierin (links) und ein schwarzer Prinz. Foto: Wohofsky-Images

Zwei andere Kostproben prachtvoller Tomatensorten bekam ich ebenfalls vom Küchengarten meiner Mutter und dem Garten meines Bruders geschenkt. Nämlich eine ukrainische Sorte mit dem Namen Black Ethiopian und die Tschernij Prinz. Eine große Fleischtomate, die beinahe mit der Black Ethiopian verwechselt werden kann.

Die Black Ethiopian Pflanze ist ein Kind von mir. Ich halte also jetzt die Enkel einer meiner Samen in Händen. Diese etwas kleinere Salattomate hat einen besonders fruchtigen Geschmack und ein grün-braun-rotes Fruchtfleisch.

Flammung in der Mitte des schwarzen Prinzen, die kleinere ist die Äthiopierin. Foto: Wohofsky-Images

Die Tschernij Prinz, Schwarzer Prinz, hingegen ist doppelt so groß wie die Ethiopian Black und zeigt in der Mitte, wenn man sie auseinander schneidet, eine rote Flamme im Fruchtfleisch. Ihr Geschmack erinnert mich an süßen, geräucherten Paprika, ein Gewürz aus der Marokkanischen Küche. Dieser Rauchgeschmack ist einzigartig! Ich bin begeistert über das feine rauchige Aroma des Schwarzen Prinzen!

Der Schwarze Prinz stammt aus Sibiren, die Äthiopierin vermutlich aus der Ukraine. Und die Größere hat auch mehr Samen-Kammern als die kleinere Black Ethiopian.

Mir fällt auf, dass es viel Arbeit ist, sich in die Sortenvielfalt der Paradiesäpfel einzuarbeiten. Es gibt ja Tausende von ihnen.

Paradiesäpfel scheinen wirklich aus dem Paradies zu stammen, sie verzaubern mich jedes Jahr mit ihrem Geschmack und ihrer Vielfalt. Paradiesäpfel stellen nicht nur ein Sortenuniversum dar, sie bieten auch ein Universum an Geschmack.