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Katjes-Fruchtgummi-Drucker in Berlin: Ausdrucken und aufessen!

In Berlin steht der einzige gewerbliche Fruchtgummi-3D-Drucker der Welt. Ein Besuch in der Magic Candy Factory, einem sprichwörtlich süßen Café.

Von Sophie Albers Ben Chamo

Die Entstehung des Fruchtgummi-Oktopus'

Fünf Minuten braucht der Drucker für einen Fruchtgummi-Oktopus

Vor einer grün-weißen Tür am Hackeschen Markt in Berlin steht ein Sicherheitsmann, so groß, so breit und so tätowiert wie Sicherheitsmänner eben aussehen. Aber etwas ist anders an dem düsteren Mann mit den verschränkten Armen, dem Biker-Zopfbart und der schwarzen Sonnenbrille. Er lächelt, ach was, er strahlt! Grund für diese Ungeheuerlichkeit ist das, was hinter der Tür liegt: die Magic Candy Factory. Dieser schwarze Schrank bewacht die Pforte zur süßen Glückseligkeit.

Der Süßigkeitenhersteller Katjes hat gerufen, um ein technisches Novum vorzustellen. Auch beim Fruchtgummi geht der Trend zur Personalisierung: Im neudekorierten Café Grün-Ohr steht deshalb ab Freitag der Prototyp eines Fruchtgummi-3D-Druckers bereit. Der einzige in der Welt.

Der ganz persönliche Süßkram

Sie haben richtig gelesen. Der Kunde kommt herein, sucht sich an einer iPad-Station ein Gebilde aus – vom Oktopus bis zum Ampelmännchen ist alles möglich. Dann bestimmt er den Geschmack und damit die Farbe, wünscht sich vielleicht noch ein bisschen Glitter oben drauf, und los geht's hinter der Glasscheibe: Innerhalb von fünf Minuten entsteht vor staunenden Augen der ganz persönliche Süßkram. Und wenn Sie möchten auf einer Esspapier-Karte, dann ist er leichter als Ganzes in den Mund zu schieben. Was man aber eigentlich gar nicht will, weil er viel zu schön ist.

Magic Candy Factory

In der Magic Candy Factory


Das versteht Melissa Snover, eine quirlige junge Frau aus New York, die diesen Drucker mitentwickelt und den Laden für Katjes aufgebaut hat, und die wegen der anstehenden Eröffnung ziemlich nervös durch die Magic Candy Factory tänzelt. An den Wänden des Cafés (es gibt auch gefährlich leckere Küchlein) prangen Zauberwälder mit Cupcake-Blüten und Zitate, die von Magie erzählen. Wobei natürlich "Charlie und die Schokoladenfabrik"-Erfinder Roald Dahl nicht fehlen darf: "Those who don't believe in magic, will never find it." (Die, die nicht an Magie glauben, werden sie nie erleben) Selbstredend war Willy Wonka Inspiration für den Laden, sagt Snover, schnappt sich ein Fläschchen mit Zuckerglitter und sprüht ein bisschen durch die Luft, so dass alle Anwesenden die Magie auch auf ihren Ärmeln sehen können.

Süßigkeiten sind ein Genuss

Dass manche Leute Probleme mit dieser Art der Magie haben, nämlich dem Zucker, versteht Snover, lässt es aber nicht wirklich gelten: "Süßigkeiten sind etwas Besonderes, ein Genuss. Ich sage ja nicht, dass man eine ganze Tüte davon zum Frühstück essen soll. Menschen haben Verantwortung für ihren eigenen Körper, und sie haben Verantwortung ihren Kindern gegenüber, denen beizubringen, was Ausgewogenheit bedeutet."

Dann wird es in der Süßigkeiten-Fabrik politisch: Dieses Fruchtgummi ist das demokratischste der Welt. "Ich will, dass es alle essen!“, sagt Snover. Und deshalb sei es mit fünf Euro pro 3D-Fruchtgummi erschwinglich. Vor allem aber sei die verwendete Masse vegan, laktose-, gluten- und Gelatine-frei und fast ohne Allergene. Außer die in den enthaltenen Fruchtsäfte natürlich. Aber selbst da könne man ausweichen. Niemand solle sich hier ausgeschlossen fühlen. Die Kosher- und Halal-Zertifizierung laufe ebenfalls gerade.

Melissa Snover (re) und Elliot, der Mann, der den 3D-Drucker beherrscht

Melissa Snover (re) und Elliot, der Mann, der den Fruchtgummi-3D-Drucker beherrscht


Und deshalb auch Berlin, führt Snover weiter aus: Diese Stadt sei so vielfältig, so bunt, so frei, so kreativ und international, dass sie der perfekte Ort sei. New York und London hätten dagegen nicht bestehen können.

Acht Wochen lang wird der Fruchtgummi 3D-Drucker in der deutschen Hauptstadt stehen. Als Test. Und damit ihn besonders viele Menschen erleben können, werden die 3D-Gebilde am Eröffnungstag auch nichts kosten, sagt Snover sichtlich stolz. Als sich eine Frau neben ihr den Glitter vom Arm wischt, sagt sie "Es ist nur Zucker, ist schon okay“.

Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.