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Serie "Selbst gekocht": Burger braten ist Kunst!

Wenn es etwas gibt, was man außer Pasta immer essen kann, dann sind es Burger. Das Kochbuch "The Art of Burger" plädiert genau dafür: mehr Kreativität und Vielfalt zwischen den Brötchenhälften.

Von Julia Rieke

Burger kann man eigentlich immer essen. Das liegt vor allem daran, dass zwei Brötchenhälfte mit einem saftigen Stück Rinderhack, zerlaufendem Käse und ein bisschen Gemüse-Dekoration einfach unglaublich köstlich sind. Und bei der Zubereitung gibt es unendlich viele Möglichkeiten, wie man diese Köstichkeit zubereitet. Ein Buch hat sich der Faszination Burger angenommen: In dem Kochbuch "The Art of Burger" geht es nicht um das zusammenquetschen von Tiefkühlfleischresten und Papp-Brötchen, sondern um die Zubereitung wahrer Kunstwerke mit Qualitätsware.

Was dieses Buch von Online-Rezeptbörsen unterscheidet, ist vor allem die Aufmachung. Die Rezepte sind grafisch sehr liebevoll aufbereitet und die Zutaten so hübsch im Bild drapiert, dass man sich beim Durchblättern im Sekundentakt für ein anderes Rezept entscheidet. Die Zutaten erscheinen auf den ersten Blick bei einigen Rezepten jedoch gewöhnungsbedürftig: So gehört zum Laugenburger nicht nur ein selbstgebackenes Laugenbrötchen sondern auch eine ordentliche Portion Leberwurst. Auch die Kombination aus Blutwurst, Sauerkraut und Apfel wirkt auf den ersten Blick nicht gerade einladend, doch lassen Sie sich nicht allzu früh abschrecken.

Neben einer Vielzahl an Burgerrezepten, gibt es außerdem massenweise Anleitungen für Brötchen und Soßen. Die Namen der Burger stammen aus der altdeutschen Küche und werden mit denglischem Pep gewürzt. Königsberger - Move in the right Direction.

Nach intensiver Lektüre habe ich mich für das Rezept "Muy Caliente" entschieden: Ein Burger mit scharfer Chorizo, Jalapenos, Rucola, Cheddar in einem Tomatenbrötchen. Aber Vorsicht: Die Zubereitung der Burger kostet wirklich viel Zeit. Wer als Burger-Freund daran gewöhnt ist, dass das gute Stück hübsch drapiert von einem schmucken Restaurantmitarbeiter oder Lieferservice angekarrt wird, wird beim Kochen einen nervlichen Zusammenbruch erleiden. Sowohl das Brötchen als auch die Soße werden separat selbstgemacht und erfordern einige Grundkenntnisse im Koch- und Backbereich.

Was die Zubereitung des Brötchens betrifft: viel Erfolg. Es funktioniert, irgendwie. Doch anstelle eines riesigen, fluffigen Brötchens lag auf dem Teller ein krümeliger kleiner Batzen. Lecker, aber schwierig zu essen. Und lassen Sie sich auch nicht von dieser verlockenden Aioli-Soße täuschen. Es handelt sich dabei nämlich nicht um eine cremige Soße sondern lediglich um ein bisschen Öl mit dem Sie die Brötchen einstreichen können. Sie sollten sich nach dem Verzehr dieser Burger übrigens nicht mehr allzu viel vornehmen, denn allein diese “Soße” enthält schlappe vier Knoblauchzehen.

Der Rest der Zubereitung gestaltet sich dafür recht einfach. Es kostet mich zwar eine weitere Stunde, die Tomaten im Ofen zu trocknen, doch sobald die Pattys gebraten und mit Käse belegt sind, müssen Sie das Ganze nur noch stapeln. Zusammengefasst: Ein recht aufwendiges Rezept, bei dem sich die Mühe jedoch wirklich lohnt. Sobald das Kunstwerk käsig duftend auf dem Teller liegt, sind all der Schweiß und die Verzweiflung sowieso vergessen. Guten Appetit.

Die vollständigen Rezepte für die Tomatenbrötchen, die Aioli und die Burger können Sie hier herunterladen oder auf der nächsten Seite nachlesen.

Burgerrezept "Muy Caliente" (für 4 Burger)

  • 4 Strauchtomaten
  • 1 Thymianzweig
  • 1 Rosmarinzweig
  • 1 Knoblauchzehe
  • 20 ml Olivenöl
  • 1 TL Puderzucker
  • 750 g Rinderhackfleisch
  • ¼ TL Cayennepfeffer
  • 4 eingelegte Jalapenos
  • 100 g Rucola
  • 1 EL Balsamicoessig
  • 4 Scheiben Cheddar
  • 4 Tomatenbrötchen
  • 80 g Aioli
  • 16 Scheiben scharfe Chorizo
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Butterschmalz zum Braten
  • Puderzucker zum Bestäuben

Backofen auf 80 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Tomaten waschen, trocken reiben und in Scheiben schneiden. Die Kräuter waschen, trocken schütteln und die Blättchen von den Zweigen zupfen. Den Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden. Ein Backbleck mit Backpapier auslegen, die Tomatenscheiben darauf verteilen, mit Olivenöl beträufeln, mit Salz und Pfeffer würzen, mit Thymian, Rosmarin und Knoblauch bestreuen, mit etwas Puderzucker bestäuben und 1 Stunde im Ofen antrocknen.

Das Rinderhackfleisch mit ½ TL Salz und dem Cayennepfeffer locker vermischen, zu vier gleich großen Pattys (ca. 2 cm dick) formen, in die Mitte eine Mulde drücken und 1 Stunde kalt stellen. Sobald die Tomaten aus dem Ofen genommen werden, die Backtemperatur auf 180 Grad erhöhen. Die Jalapenos in feine Ringe schneiden.

Den Rucola waschen, trocken schütteln, mit Olivenöl und etwas Balsamicoessig marinieren und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Pattys in Butterschmalz von beiden Seiten scharf anbraten und im heißen Ofen ca. 8 Minuten fertig garen. Etwa 2 Minuten vor Ende der Garzeit die Jalapenos auf den Pattys verteilen und je eine Scheibe Cheddar auflegen.

Die Brötchen halbieren, die Innenseiten leicht toasten und mit Aioli bestreichen. Stapeln: Den Rucola abtropfen lassen und auf den Unterseiten der Brötchen verteilen. Die Tomatenscheiben darauflegen, die überbackenen Pattys daraufsetzen, mit Chorizo garnieren und mit den Deckeln abschließen.

Aioli

  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 Eigelb
  • 250 ml Olivenöl
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer

Den Knoblauch fein hacken. In einer kleinen Schüssel Eigelb, Knoblauch, Salz und Pfeffer cremig rühren. Nach und nach das Olivenöl in einem dünnen Strahl einrühren, sodass eine homogene Masse entsteht. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

Tomatenbrötchen (4 Stück)

  • 80 ml Milch
  • 15 g Frische Hefe
  • 210 g Mehl (Type 405)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 40 g eingelegte Tomaten
  • 2 Basilikumblätter
  • 25 ml Öl der eingelegten Tomaten
  • 25 ml Olivenöl
  • 1 Eigelb
  • 1/4 TL Salz
  • 1 TL Zucker
  • 1 Msp. Tomatenmark
  • Olivenöl zum Braten
  • Grobes Meersalz zum Bestreuen

Die Milch leicht erwärmen und die Hefe darin auflösen. Die Hefemilch mit der Hälfte des Mehles verkneten und 2 Stunden im Kühlschrank gehen lassen. Die Zwiebel schälen, fein würfeln und in etwas Olivenöl anschwitzen. Die Tomaten fein wrfeln. Die Basilikumblätter waschen, trocken schütteln und in feine Streifen schneiden. Zwiebeln, Tomaten, Basilikum sowie die restlichen Zutaten unter den Teig arbeiten. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Aus dem Teig vier gleich große Teigkugeln formen, auf das Blech setzen und nochmals 30 Minuten gehen lassen. Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Tomatenbrötchen mit Wasser bestreichen, mit grobem Salz überstreuen und im heißen Ofen ca. 15 Minuten backen.