VG-Wort Pixel

Test mit TV-Koch Nelson Müller Schmeckt teures Schweinefleisch wirklich besser?


TV-Koch Nelson Müller will es wissen: In der Sendung "ZDFzeit" hat er Billigfleisch aus dem Discounter sowie Bio- und Feinschmeckerfleisch unter die Lupe genommen. Ist billig automatisch schlecht? Und schmeckt teures Fleisch wirklich besser?

Der Verbraucher hat meist die Qual der Wahl: Schweinefleisch vom Discounter, von der Metzgertheke oder gar aus dem Bio-Supermarkt. Die Preise unterscheiden sich deutlich. Fünf Euro kostet ein Kilo Schweinefleisch beim Discounter - ein Schnäppchen. Für Bio-Schwein und edle Rassen muss man schon tiefer in die Tasche greifen. Oft wird das Doppelte bis Dreifache fällig. Aber schmeckt es auch besser?

In "ZDFzeit"testet Star-Koch Nelson Müller billiges Schweinefleisch von Aldi, Lidl und Netto, Bio-Fleisch (9,99 Euro/kg) und teure Edelrassen wie Duroc (15,36 Euro/kg) und Iberico (27,40 Euro/kg). Als erstes nehmen Müller und seine Tester die Optik genauer unter die Lupe. Auf den ersten Blick lässt sich nicht viel erkennen, doch bei genauerem Hinsehen fällt das Schweinefleisch von Netto negativ auf: Das Fleisch ist fast weiß. Das teure Fleisch hingegen sieht insgesamt appetitlicher aus.

In drei Kategorien wird das Schweinefleisch geprüft: Umweltbilanz, Gesundheit und Geschmack. Bio ist nicht automatisch besser fürs Klima. Konventionelle Massentierhaltung schneidet bei der Klimabilanz meist genauso gut ab. Dennoch führt die massenhafte Tierhaltung durch Mist und Gülle, die auf den Feldern zum Düngen verteilt werden, zu erhöhten Nitratwerten im Grundwasser. Nitrat kann Krebs auslösen. In Bio-Betrieben sieht das etwas anders aus: Die Tierhaltung ist gebunden an die Anbaufläche fürs Futter der Tiere. So entsteht automatisch weniger Mist. Bei konventioneller Haltung darf das Futter zugekauft werden, so können mehr Tiere gehalten werden und es entsteht mehr Mist und Gülle. Bei der Umweltbilanz liegt das teure Schwein ganz klar vor dem Billig-Schwein. Zwar produziert das Bio-Schwein auch Treibhausgase, dennoch ist die Haltung nachhaltiger für Boden und Wasser.

Der Geschmackstest

Aber welches Fleisch schmeckt nun besser? Nelson Müller und seine Tester verkosten alle Fleischprodukte blind - und stellen das Gleiche fest: Es gibt sogar große Unterschiede im Geschmack. Das eine schmeckt eher wässrig und zäh, das andere hingegen ist voll im Geschmack und überzeugt alle Tester. Der Gewinner? Das teure Iberico-Schwein. Dennoch enttäuscht das Bio-Fleisch, es hebt sich geschmacklich wenig vom Billig-Fleisch ab.

Gesundheitlich gesehen macht es hingegen einen immensen Unterschied, ob man zum Billig- oder Bio-Fleisch greift. Das Stichwort lautet: multiresistente Keime. Konventionelle Haltung soll als Brutstätte für gefährliche Keime gelten. Rund 1800 Tonnen Antbiotika sollen den Tieren im Jahr verabreicht werden. Dadurch steigt das Risiko, resistente Keime zu züchten. Und diese landen beim Verzehr ihres Fleisches mit großer Wahrscheinlichkeit auch beim Menschen. In einer Labor-Stichprobe von "ZDFzeit" konnten jedoch keine Keime oder Antibiotikarückstände gefunden werden.

Abschließend kann man aber sagen, dass teures Fleisch nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch um einiges besser im Geschmack ist.

Die ganze Sendung können Sie in der ZDF-Mediathek in voller Länge sehen!


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker