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TV-Kritik

Kitchen Impossible: Sternekoch Christian Lohse: "Mälzer versucht, mir meinen Ruf zu nehmen"

Das Ziel bei "Kitchen Impossible" ist es, das Gericht so originalgetreu wie möglich nachzukochen. Etwas, was Tim Mälzer perfektioniert hat. Zumindest in der Herangehensweise. Sternekoch Christian Lohse setzt da eher auf seinen Dickschädel.

Tim Mälzers Kitchen Impossible

Spaß oder harter Kampf? Das Duell zwischen Tim Mälzer und Christian Lohse hat es in sich

"Er versucht, mir meinen Ruf zu nehmen." Die vorletzte Folge der zweiten Staffel von "Kitchen Impossible" beginnt gewohnt dramatisch und spannend. Zwei-Sternekoch Christian Lohse duelliert sich mit Tim Mälzer. Zum zweiten Mal. In der ersten Staffel musste Lohse ganz knapp eine Niederlage einstecken. Kann der Sternekoch den "Frittenkoch" dieses Mal schlagen? Oder beweist Mälzer ein zweites Mal, was wirklich in ihm steckt? 

Etwas Besseres als "Kitchen Impossible" konnte dem TV-Koch Tim Mälzer eigentlich nicht passieren. Lange wurde er von der Kochzunft nicht ernst genommen, er galt immer nur als der Fernsehkoch Mälzer, der sich gut verkaufen kann. Oft wird er daher von seinen Kontrahenten unterschätzt. Das kommt dem TV-Koch zu Gute. "Kitchen Impossible" ist gewissermaßen der kulinarische Ritterschlag für Tim Mälzer.

Sternekoch Christian Lohse schickt Tim Mälzer nach Deutschland ins Saarland und nach Österreich. Beides Ziele, die Tim Mälzer nicht versteht, denn sowohl deutsch als auch österreichisch könne er kochen.

"Ich will nur, dass mein Essen geliebt wird"

So einfach macht es Lohse Mälzer aber nicht. Im Saarland lässt er Mälzer französisch kochen – Bouillabaisse, ein provenzalisches Fischgericht. Mälzer bezeichnet sich selbst als "Mister Kitchen Impossible". Diese Aufgabe sei für ihn mehr als leicht – die Grundlage bildet ein kräftiger Fischfond. Mälzer gibt sich siegessicher. Doch er hegt auch Zweifel. Mälzer ist es wichtig, dass sein Essen geliebt wird. Dieses Ziel steht über allem.

Als Mälzer in der Küche ist, gibt er sich aber betont selbstbewusst: "Ich bin der Fischfondflüsterer." Ab diesem Zeitpunkt könnte man den Ton auch auf stumm stellen. Mälzer haut einen Spruch nach dem anderen raus, das ist sogar dem TV-Koch im Nachhinein selbst peinlich. "Ich würde mir zehn Punkte geben. Ich habe wirklich brillant gekocht", sagt Mälzer. Die Jury ist weniger überzeugt und vergibt 4,8 von 10 möglichen Punkten.

Christian Lohse verliert sein Gesicht im besten Restaurant der Welt

Mälzer schickt Lohse in sein Wohnzimmer – nach Frankreich. Mälzers Strategie? Den Sternekoch in seiner Komfortzone treffen. Lohse hat in Frankreich Koch gelernt. Wenn er hier nicht punkten kann, verliert er sein Gesicht. Genau das, was Tim Mälzer möchte.

Der Sternekoch muss im Mirazur in Menton kochen. Das Restaurant steht auf Platz sechs der "World's Best Restaurants"-Liste. Lohse scheitert bereits beim Einkauf. Er findet die Produkte nicht. Frischen Mais zum Beispiel. Den braucht er aber fürs Gericht. Lohse lässt ihn weg – und kann bereits da die Aufgabe nicht mehr erfüllen. Seine Wut auf Tim Mälzer und das Kochformat wächst. Mauro Colagreco, Chefkoch des Mirazurs, ist enttäuscht. Lohse bereitet das Gericht anders zu. "Er hat die Idee meines Gerichts nicht verstanden", sagt Colagreco. Oder aber Lohse traut sich einfach nicht. Zumindest die Zitronensauce hat er richtig hinbekommen. Vergleichbar ist das Gericht dennoch nicht. Das findet auch die Jury: 3,5 von 10 Punkten.

In Griechenland ergeht es Christian Lohse um einiges besser. Er muss Kokoretsi grillen, aufgespießte Innereien, die mit Schafsdarm umwickelt sind. Ein Familienrezept, das Lohse Zuhause bei einer griechischen Familie kochen muss. Der Jury schmeckt es und belohnt den Sternekoch mit 7,4 von 10 Punkten.

"Das sind nicht meine (Hoden). Aber das tut weh."

Aber auch Tim Mälzer punktet mit seinem zweiten Duell in Österreich. In seiner Box liegen Steirische Jakobsmuscheln mit Kuheuter. Dabei handelt es sich nicht um Meeresfrüchte, sondern um Stierhoden. Bei der Zubereitung ist Mälzer zwar unsicher, die Hoden, die auf dem Teller landen, schmecken der Jury aber. Starke 7,3 von 10 Punkte.

Was Christian Lohse in dieser Sendung bewiesen hat: Dass er zwar mit Herz und Leidenschaft kocht, aber mit seinem "Dickschädel" wie Mälzer es beschreibt, die Gerichte nicht immer originalgetreu nachkochen kann. Er will es oft einfach anders machen, verbessern, seine Handschrift durchsetzen. Da dies aber nicht die Aufgabe bei "Kitchen Impossible" ist, scheitert der Sternekoch Christian Lohse – trotz seiner zweiten hohen Bewertung – erneut an Tim Mälzer.

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