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TV-Kritik

"Kitchen Impossible": Tränen wegen einer Kartoffel – siegt Tim Mälzer?

Tim Mälzers Großkotzigkeit macht auch vor der vierten Folge von "Kitchen Impossible" keinen Halt. Überschätzt sich der TV-Koch im Duell gegen Sternekoch Holger Bodendorf - oder ist das seine Strategie?

Tim Mälzer Kitchen Impossible

Sternekoch Holger Bodendorf (links) duelliert sich mit Tim Mälzer

"Ich glaube, ganz ehrlich, dass die Jungs, wenn sie gegen mich antreten, von vornherein ein Löffel Braunes in der Hose haben", sagt gewohnt niveaulos und von sich selbst überzeugt. Was für ein Auftakt für die vierte Folge der Kochshow "Kitchen Impossible". Mälzers Gegner? Holger Bodendorf, der ein Restaurant auf Sylt betreibt und mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist. Mälzer beschreibt ihn als "Vorort-Proleten", trotzdem mag er den Sternekoch und hat großen Respekt vor ihm. Dass sich dies vielleicht schnell ändern könnte, hätte wohl nicht mal Mälzer gedacht. Bodendorf schickt ihn in die Vereinigten Arabischen Emirate. Eine "Fick-Aufgabe", wie Mälzer es ausdrückt.

Eine Kartoffel, die Mälzer (fast) zum Weinen bringt

Aber zuerst geht es für den TV-Koch nach Norwegen. Ein Land, das Mälzer landschaftlich in seinen Bann zieht. Und das er später als eines der schönsten Ziele bei "Kitchen Impossible" überhaupt beschreibt. Und genau das macht die Sendung für Mälzer aus. Es geht nicht nur ums Essen, auch wenn darauf der Hauptfokus liegt, sondern auch ums Reisen. In Norwegen katapultiert es Mälzer in seine Kindheit zurück. Er probiert eine Kartoffel, die ihn fast zum Weinen bringt. Sie schmecke genauso, wie Mälzers Großvater sie immer zubereitet habe. Da der TV-Koch aber einer der emotionalsten Köche sei, ist die Aufgabe für ihn leicht: "Wenn ich hier nicht 9,5 Punkte machen kann, wer dann?" Überschätzt sich Tim Mälzer – mal wieder? Zumindest nicht beim Angeln. Mälzer fängt einen etwa sieben Kilogramm schweren Kabeljau. "Brillant", lobt er sich selbst.


Beim Kochen gibt er sich siegessicher: "Mein Essen ist einen Ticken besser", "Ich war noch nie so dicht an den 10 Punkten dran". Das Ergebnis? Optisch kann Mälzers Gericht mit dem Originalgericht zwar mithalten, geschmacklich ist die Jury mit ihrer Bewertung aber etwas kritischer. Der Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Mälzer heimst nur 5,5 von 10 Punkten ein. Ist das bereits Mälzers Niederlage?


Tim Mälzer: "Ich will ihn schwitzen sehen"

"Holger Bodendorf tut ein bisschen cooler, als er ist." Mälzer möchte ihn aber schwitzen sehen und schickt den Sternekoch nach Zagreb in Kroatien - zum (herzhaften) Backen. Bodendorf muss einen Mangoldkuchen und einen Hüttenkäse-Strudel zubereiten. Beide Gerichte sind traditionelle Klassiker, die es in der Zubereitung in sich haben. Wie es sich Mälzer gewünscht hat, kommt der Sternekoch ins Schwitzen. Zubereiten muss er die Klassiker übrigens nicht bei einer Hausfrau, sondern in einem Luxushotel mitten in Zagreb.

"Liebe Grüße an den Herrn Mälzer! Wir werden keine Freunde mehr", lässt Bodendorf ausrichten. Was Mälzer übrigens nicht wusste: Der Sternekoch hat lange Zeit in der Pâtisserie gearbeitet. Backen kann er also. Handwerklich bereiten ihm die Gerichte weniger Probleme. Aber wie auch schon bei Mälzer in kommt es auf den Geschmack an. Bodendorf trifft ihn: 7 von 10 Punkten.

Panik in Dubai

Mälzer muss bei 40 Grad durch die Wüste spazieren. Er hasse Hitze. Von Dubai und der Wüste ist der TV-Koch alles andere als begeistert. Er findet die Stadt und die Umgebung künstlich. Trotzdem muss er sich seiner Aufgabe stellen und traditionelle libanesische Gerichte zubereiten. Tim Mälzer ist beleidigt, er fühlt sich vom Sternekoch "verarscht". Mälzer muss nicht ein Gericht kochen, sondern fünf, ein "Buffet", wie der TV-Koch anmerkt. Eine Aufgabe, an der Mälzer zu scheitern droht. Er will aufgeben. Mal wieder. Fast könnte man meinen, dass er neuen Mut aus völliger Verzweiflung schöpft. Fünf Gerichte sollte Mälzer kochen, fünf Gerichte serviert er. Das Ergebnis? Der Stress hat sich gelohnt, die Jury mag das Essen und vergibt an Tim Mälzer 5,8 von 10 Punkten.

Rippchen in London

Ein Sternekoch im Foodtruck ist wohl genauso verkehrt wie Mälzer im Sterne-Restaurant. "Tim hat mich ins Mark getroffen", sagt Bodendorf. Er muss Rippchen grillen und eine scharfe Sauce zubereiten. Schärfe ist etwas, was dem Sternekoch überhaupt nicht behagt. Grillen auch nicht. Die Aufgabe versemmelt er, die Jury gibt ihm nur 3,5 von 10 Mitleidspunkten. Dabei war er dem Sieg so nah.

Doch Tim Mälzer gewinnt - mal wieder - gegen einen Sternekoch. Vielleicht hat Mälzer ja Recht, und er ist wirklich "the brain".