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Restaurants müssen schließen: Warum deutsche Küche in den USA out ist

Lange galt die deutsche Küche in den USA als zünftige Hausmannskost. Mittlerweile gibt es nur noch wenige Restaurants der einst stärksten Migrantengruppe in den USA. Das hat auch mit der Kreativität der Küche zu tun.

Deutsche Küche

Sauerkraut und Würstel, urdeutsch, kommt in den USA nicht mehr so gut an

Getty Images

Migranten sind ein Mehrwert für eine Gesellschaft, sie machen einen mit anderen Kulturen, Traditionen, Bräuchen und vor allem auch mit neuen Gerichten vertraut. Die Pizza der Italiener, die einst durch italienische Gastarbeiter nach Deutschland kam, ist bei uns heutzutage genauso zu Hause wie der Döner an der Straßenecke, der von türkischen Migranten erfunden wurde. Auch die USA ist ein Land der Einwanderer.

Ende des 19. Jahrhundert überfluteten deutsche Immigranten den nordamerikanischen Kontinent. Bis zu 250.000 Deutsche wanderten in die USA aus und bauten sich dort ein neues Leben auf. Heutzutage wird geschätzt, dass 58 Millionen Amerikaner zumindest teilweise deutsche Wurzeln haben. Die deutschen Traditionen und Bräuche haben sich zu einer neuen Kultur, der der Amerikaner, entwickelt. Und auch die Küche hat einen großen Einfluss auf die amerikanische Küche gehabt: Kein Wunder also, dass sich viele Deutsche als Gastronomen versucht haben und in ihren Gaststätten Schnitzel, Sauerkraut und Weißbier servierten.

 Die Restaurant liefen Jahrzehnte lang gut, aber mit den Jahren kommen Veränderungen und auch Küchen verändern sich. Beispielsweise lässt sich die asiatische Küche prima mit der mexikanischen fusionieren. Asiatisch inspirierte Tacos oder auch Burger mit Asia-Twist findet man öfter auf den Speisekarten. Und wie sieht es mit der deutschen Küche aus? Die stirbt aus. Zumindest in den USA, wie eine Redakteurin der "Washington Post" schreibt.

Deutsche Küche muss sich neu erfinden

"All across the country, German restaurants are calling it quits", "Überall im Land, müssen deutsche Restaurants schließen". Und zwar nicht Neueröffnungen, sondern Institutionen, die es seit über 50 Jahren gibt. Warum nur? Deutsches Essen ist out. Laut einer Analyse von Yelp-Daten (Bewertungsportal für Restaurants) liegt deutsches Essen auf Platz 83 von 100. Nur sieben Prozent der Amerikaner gaben in einer Studie aus 2015 an, dass sie deutsches Essen einmal im Monat essen. Weniger als italienisches (61 Prozent), mexikanisches (50 Prozent) oder chinesisches Essen (36 Prozent). 

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Aber warum ist deutsches Essen so irrelevant geworden, wenn doch so viele Amerikaner deutsche Wurzeln haben? Die Autorin der Washington Post hat eine einfache Erklärung: Amerikaner sehnen sich nach neuen Küchen, beispielsweise der Asiatischen. Deutsches Essen ist dagegen langweilig. Was hinzukommt: Deutsche Gerichte sehen einfach nicht sexy genug für Instagram aus, es kommt meist in der Farbe braun daher.

Die Lösung ist also, dass sich deutsches Essen neu erfinden muss. So wie einst die Skandinavier mit der "Nordic Cuisine". Deutsche Gastronomen müssen fernab von Fleisch und Kartoffeln denken. Die Gerichte müssen insgesamt leichter und auch attraktiver werden. Bis dahin gehen vermutlich unzählige Teller Sauerkraut mit Würstchen über die Ladentheken. Deutsche Biergärten hingegen haben in den USA übrigens keine Probleme, die boomen. Vielleicht sollte sich die Gastronomie darauf konzentrieren.