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Kochboxen Foodable – günstige und spontane Kochboxalternative ohne Abozwang

Leckere Bowls dürfen nicht fehlen-
Leckere Bowls dürfen auch in Foodables Angebot nicht fehlen.
© Foodable / PR
Foodable ist ein App-Kochbuch mit angeschlossenem Supermarkt. Man muss nur Rezepte auswählen, dann wird alles Weitere von der App erledigt. Die Gerichte sind günstiger als bei den Großen der Branchen und der Kunde bindet sich nicht mit einem Abo.

"Kochbox ohne Kochbox" und "Einkaufen ohne Fragezeichenstress" – so könnte man das Konzept von Foodable bezeichnen. Die App sucht so eine Lücke im Essens-Liefermarkt, neben den Diensten des Giganten Hellofresh und dem immer noch imposanten Marley Spoon.

Hauptunterschied: Es gibt kein Abosystem wie bei den Konkurrenten. Jedes Mal bestellt man die gewünschten Mahlzeiten vollkommen frei. Es kommt also nicht einfach eine Box in der nächsten Woche. Und sollte man neu bestellen, ist man nicht an die Haushaltsgröße, die Zahl der Mahlzeiten oder die Liefertage gebunden. Das kann man bei der Konkurrenz alles umkonfigurieren und pausieren. Aber daran muss man denken. Wer vergisst auf "Pause" zu drücken, bekommt einfach die nächste Box.

Große Auswahl

Zweiter Unterschied: Der Kunde von Foodable sucht sich seine Mahlzeiten nicht aus einem überschaubaren Wochenangebot aus, sondern aus einer großen Datenbank. Bei Hellofresh stehen etwa 36 Gerichte zur Wahl. Vier, fünf oder sechs aus 36 hört sich nach großer Auswahl an. Tatsächlich schrumpft die Wahl für viele Kunden aber zusammen. Immer dann, wenn sie sich nur vegetarisch ernähren wollen oder wenn sie auf Fisch oder Fleisch bei jeder Mahlzeit bestehen. Oder keinen Kohl, Möhren oder Schweinefleisch mögen, Nüsse nicht vertragen etc..

Bei Foodable gibt es diese Vorauswahl nicht, es stehen Hunderte Rezepte zur Wahl – wenn es auch etwas unübersichtlich ist, sie auf einem Smartphone durchzuscrollen. Personen mit vielen No-Gos werden hier besser bedient. Genau genommen ist Foodable ein App-Kochbuch mit direktem Zugang zum Supermarkt. Die Zutaten der Rezepte werden je nach Portionsgröße an Rewe übermittelt und dort zusammengestellt. Das kann man sich alles nach Hause kommen lassen, ab 50 Euro Gesamtwert ist das kostenlos, oder aber in der nächsten Rewe-Fiiliale abholen.

Die Lieferzeiten entsprechen denen des Rewe-Dienstes. Man kann also nicht eine Stunde vorher bestellen, aber die Vorlaufzeit ist deutlich geringer als bei den Kochboxen. Und wenn man sowieso schon beim Einkaufen ist, kann man neben den Foodable-Rezepten dann auch gleich weitere Lebensmittel einkaufen.

Zusätzliche Einkäufe

Das ist für Einkaufsmuffel ein großer Vorteil. Mit den Mahlzeiten können Milch, Wein und Frühstücksmarmelade ins Paket gepackt werden. Die Preise entsprechen denen von Rewe, sie haben also normales Supermarktniveau. Man zahlt nichts drauf. Doch wer vornehmlich Sonderangebote aussucht oder sich beim Discounter eindeckt, wird sich billiger ernähren können.

Billiger, aber aus Gründen 

Foodable wirbt damit, dass die Mahlzeiten sehr viel billiger als bei den großen Konkurrenten sind. Das ist auch richtig, es ist gar kein Problem fünf Mahlzeiten für vier Personen um 50 Euro zusammenzustellen. Vom Eindruck her sind die Zutaten tatsächlich etwas günstiger. Der eigentliche Preisvorteil hat aber einen anderen Grund. Einfache Gerichte, vor allem dann wenn sie ohne Fleisch oder Fisch auskommen, sind merklich billiger als bei der Konkurrenz – beziehungsweise bietet die so etwas nicht an. Hellofresh und Marley Spoon sind nicht unbedingt teuer, doch die Zusammenstellung ist für den Alltag schon etwas gehoben und das will bezahlt werden. 5 mal 4 kostet bei Marley Spoon etwas über 80 Euro, bei Hellofresh können es durch die Aufpreise für Edel-Mahlzeiten auch schon mal 105 Euro sein. Bei Foodable kann man sich locker fünf Mahlzeiten unter 60 Euro zusammenstellen. Aber wie erwähnt: Zaubern kann auch Rewe nicht, dann stehen auch günstigere Zutaten auf dem Speiseplan.

Und einen weiteren Unterschied gibt es: Die Konkurrenz legt viele Zutaten auch in Mini-Mengen bei. Daher rührt auch die Kritik am Verpackungsmüll, etwa wenn der Senf in vier Briefchen beigelegt ist. Foodable macht das nicht. Hier muss der Kunde diese Zutaten selbst bereitstellen – bei Hellofresh und Marley Spoon sind davon meist nur Öl, Essig, Zucker, Salz und Pfeffer betroffen. Als Hilfe gibt die App nach dem Zusammenstellen der Rezepte an, welche Zutaten noch benötigt werden. Die Liste geht man durch. Sind Senf und Sojasoße noch vorhanden, muss man nichts tun, sonst wandern sie bei Rewe in den Einkaufskorb.

Nicht ganz so edel

So oder so – die kleinen Accessoires sind nicht im ersten Menüpreis inkludiert, sie kommen extra. Und diesmal nicht im Portionspack. Also wird man tendenziell ein Resteproblem haben. Etwa wenn zwei Scheiben Ingwer benötigt werden oder ein Spritzer Worcester Soße. Weniger schön ist auch, dass es keine zusammengestellten frischen Kräuter gibt – hier wird entweder Tiefkühlware eingepackt oder es sind getrocknete Kräuter. Doch zwischen frischem Rosmarin und getrocknetem liegen bekanntlich Welten.

Positiv ist dagegen, dass Foodable Zutaten benutzt, die die Großen möglichst meiden. Eier zum Beispiel – wegen der Bruchgefahr beim Transport steht das günstige Allerweltlebensmittel bei Hellofresh und Marley Spoon nur sehr selten auf dem Programm. Bei Foodable gibt es auch mal Wein in der Soße – den Rest darf man dann ausschenken. Wegen der Kosten vermeiden das die Großen. Bei der Zusammenstellung der Wochenkarte der Konkurrenz bemerkt man auch eine Vorliebe für alles, was lagerfähig ist, einen Transport gut wegsteckt und nicht zu teuer ist. Man staunt zum Beispiel, wo rote Möhren überall auftauchen können. In der Rezeptdatenbank von Foodable kann man leichter einen Ausgleich finden.

Fazit

Foodable lässt sich schwer mit den großen Konkurrenten vergleichen. Eine Aussage, was nun besser sei, lässt sich nicht treffen, zu verschieden sind die Konzepte. Positiv ist die Spontanität ohne Abozwang. Wer mag, kann auch Mahlzeiten mit mehrgängigen Menüs für zehn Personen zusammenstellen. Als zusätzlichen Nutzen kann die App als Ernährungsberater dienen und sogar individualisierte Ernährungspläne erstellen. Das macht natürlich nur Sinn, wenn man die Einkaufshilfe regelmäßig benutzt.

Preislich ist Foodable dann spannend, wenn man nicht immer vergleichsweise aufwändig kochen mag und den Spareffekt von vegetarischen Gerichten mitnehmen will. Wer sich ausschließlich vegan oder fleischlos ernähren will, kommt hier zum Zuge, bei den Großen ist die Auswahl dann doch begrenzt.

Angesichts des gigantischen Werbebudgets von Hellofresh geht das Angebot etwas im Netz unter. Da es keinen Fortsetzungszwang hat, kann man es aber durchaus ausprobieren.


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