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Backbuch zu "Breaking Bad": So kochen Sie Ihr eigenes Blue Meth Crunch

Serien-Fans können verrückt sein. So verrückt, dass sie ein Backbuch zu ihrer Lieblingsserie schreiben. Ein Brite hat genau das gemacht: "Baking Bad" ist eine lustige Hommage an "Breaking Bad".

Sie erinnern sich? Walter White, jener langweilige Chemielehrer aus einem langweiligen Vorort irgendwo in Amerika, der sich im Laufe der Zeit, sagen wir, neu erfunden hat? Jesse Pinkman, sein bisweilen nervtötender und psychisch labiler Begleiter und "Assistent"? Nein? Dann dürfen Sie getrost weiterklicken, das Buch, um das es hier geht, ist nichts für Sie.

Alle anderen wissen längst, wovon die Rede ist. Von "Breaking Bad" natürlich, jener TV-Serie, die viele Preise abgeräumt hatte und die der britische Schauspieler Anthony Hopkins so "brillant" fand, dass er dem Hauptdarsteller Bryan Cranston persönlich eine Mail schrieb, um sich zu bedanken.

Fünf Staffeln lang sahen wir Walter White dabei zu, wie er vom unbescholtenen Bürger zum skrupellosen Drogenboss mutierte, und so viele Szenen und Bilder daraus haben sich in unser Hirn gebrannt: ein gestresster Walter White in weißer Feinripp-Unterhose und Hemd. Walter als "Heisenberg" mit Hut. Die gelben Schutzanzüge und Gasmasken. Die Szene mit der Säure, die mit der Schildkröte... Ja, schon gut. Es reicht.

All diese Bilder lässt das Buch "Baking Bad" wieder aufleben, und zwar auf eine für Fans höchst amüsante Weise. Es ist ein Backbuch der schrägeren Sorte, eine lustige und liebevolle Hommage an die Serie, eisern durchgehalten von vorne bis hinten. Der Autor heißt Walter Wheat, was ein Pseudonym und leider nur im Englischen witzig ist (wheat klingt wie white, bedeutet aber Weizen, siehe Kasten unten), und er zeigt sich mit gelbem Schutzanzug, Gasmaske - und Kochhaube. Die Kapitel sind in Staffeln unterteilt (Season 1 bis 5) und überall wabert der gefährliche Rauch über die Seiten. Selbst eine Anzeige von "Los Pollos Panaderos" (statt "Los Pollos Hermanos" im Original; panaderos ist spanisch und heißt Bäcker) findet sich darin.

Nichts für schwache Nerven

Das kleine Büchlein umfasst 22 Rezepte, die nichts für schwache Nerven sind - aber das war die Serie auch nicht, insofern ist das nur konsequent. Den Anfang machen die "Mr White’s Tighty Whitey Bites" (siehe Rezept Seite 2), kleine mit weißer Unterhose, grünem Hemd und Gasmaske dekorierte Lebkuchenmännchen, und der "Stoff", um den es die ganze Zeit geht: das Meth, hier umgesetzt als "Blue Meth Crunch" (siehe Rezept Seite 3). Jesses verstörenden Säure-Unfall greift der Autor auch auf. Dafür baut er eine Wanne aus weißer Schokolade, die er mit roter Götterspeise und Körperteilen aus Weingummi füllt und zum Servieren an einer Stelle - genau: aufbricht. Eklig? Klar. Aber auf gewisse Weise auch genial umgesetzt.

Der angesengte Stoffteddy ist dabei, ebenso die Schildkröte, sogar der windige Anwalt Saul ist in einem Hotdog verewigt, mit überlanger Krawatte. Nicht zu vergessen der, tja, nicht mehr vollständige Kopf von Fring als Cake-Pop (siehe Rezept Seite 4). Fans kennen die Szene.

Wie kommt man bloß auf so eine verrückte Idee? Indem man zwei Leidenschaften miteinander kombiniert. Das Backen ist die eine - die Serie offenbar die andere. Der Autor sieht sich zwar nicht so gerne als "Superfan", denn "es ruft das Bild eines hoffnungslosen, jungfräulichen Überdreißigjährigen hervor, der Jogginghosen trägt und darauf wartet, dass seine Mama ihn von der ComicCon abholt", schreibt er, und wenn es etwas gibt, das er nicht trägt, dann ist das eine Jogginghose.

Dass aber ein großer Nerd in ihm steckt, lässt sich nicht abstreiten. Man muss auch selbst ein bisschen "nerdig" sein, um die Rezepte tatsächlich nachzubacken. Zeitangaben gibt es keine, vermutlich aus gutem Grund, man braucht einiges an Ausstattung und die Rezepte erfordern einiges an Geschick und Geduld, damit sie gelingen. Insofern ist auch das nur konsequent: Wer am Ende ein reines, perfektes Produkt haben will, muss sich eben anstrengen. Allen anderen macht aber auch das Durchblättern schon großen Spaß.

Wenn Sie Appetit bekommen haben oder neugierig geworden sind: Auf den nächsten Seiten finden Sie drei Rezepte zum Ausprobieren.

"Es ist noch früh", schreibt Autor Walter Wheat, "vielleicht ist dies sogar Ihr Pilot-Backversuch. Diese köstlichen Kekse sind daher noch süß und warm. Aber geben Sie ihnen etwas Zeit, und sie werden zu etwas viel Dunklerem und Komplexerem heranreifen."

"Es ist noch früh", schreibt Autor Walter Wheat, "vielleicht ist dies sogar Ihr Pilot-Backversuch. Diese köstlichen Kekse sind daher noch süß und warm. Aber geben Sie ihnen etwas Zeit, und sie werden zu etwas viel Dunklerem und Komplexerem heranreifen."

Mr. White's Tighty Whitey Bites

Ein Mann steht in der Wüste, zerzaust, ohne Hose, am Leib nur ein scheußliches grünes Hemd und eine weiße Feinripp-Bux, woher kennt man das? Wer die Serie gesehen hat, weiß sofort: "Breaking Bad", was sonst? Klar, dass das Motiv aus der Pilotfolge auch das Backbuch eröffnet: Die Keks-Männchen mit "tighty whities", grünem Hemd und Gasmaske sind das erste Rezept des Backbuches "Baking Bad".

Zutaten

Für 6 Personen

Für den Lebkuchen:
350 g Mehl
2 TL Backpulver
2 TL gemahlenen Ingwer (oder mehr, je nach Geschmack)
100 g kalte Butter
150 g heller brauner Zucker
3 EL Zuckerrübensirup
1 Ei (Größe M)
etwas Mehl zum Bestäuben

Für die Deko:
Weißen und schwarzen Fondant (formbare Zuckermasse)
1 Ei (Größe M)
500 g Puderzucker, gesiebt. 'DAS (dramatische Pause) ist nicht Meth'
Grüne Lebensmittelfarbe (Gel)
Sie werden eine Lebkuchenmann-Ausstechform brauchen.

Zubereitung

  • Ziehen Sie Ihre gute Kleidung aus. Sie können nicht nach Hause gehen und nach einer Backstube riechen.
  • Den Backofen auf 200 °C (Umluft 185 °C, Gas Stufe 6) vorheizen. Zwei Backbleche einfetten oder mit Backpapier auslegen.
  • Mehl, Backpulver und gemahlenen Ingwer in eine Schüssel geben und gut mischen. Die Butter in kleine Stücke schneiden und in die Mehlmischung einarbeiten, bis diese sich anfühlt wie Brotkrümel.
  • Zucker, Sirup und Ei hinzufügen und alles zu einem Teig verkneten. In Frischhaltefolie einwickeln und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.
  • Überprüfen Sie genau, ob Sie nicht Ihre Schlüssel im Wohnmobil vergessen haben. Sie wollen nicht herausfinden, wie nervtötend das wäre.
  • Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Mit der Form die Lebkuchenmännchen ausstechen und auf das Backblech legen. 10 bis 12 Minuten im Ofen backen oder so lange, bis sie an den Ecken leicht braun werden. Auf einem Kuchengitter auskühlen und aushärten lassen.
  • Den weißen und schwarzen Fondant auf einer leicht mit Puderzucker bestäubten Fläche ausrollen und daraus die Formen für die Gasmasken und Unterhosen herausschneiden.
  • Das Eiweiß mit einer Gabel in einer Schüssel leicht aufschlagen. Nach und nach Puderzucker hinzufügen und mit einem Holzlöffel so lange weiterschlagen, bis sich alles gut miteinander verbunden hat. Die Masse dritteln.
  • Die weißen Unterhosen mit etwas Wasser auf die Lebkuchenmännchen kleben. Den weißen Zuckerguss in einen kleinen Spritzbeutel mit Schreibtülle füllen und die Unterhosendetails auftragen.
  • Den zweiten Teil des Zuckergusses blassgrün einfärben und den Umriss des Hemdes aufmalen. Trocknen lassen. Ein paar Tropfen Wasser zu der grünen Masse geben, damit sie flüssiger wird. Mit einem Löffel diese Masse vorsichtig in die Umrisse des Hemdes füllen, dabei mit einem kleinen Pinsel bis in die Ecken streichen. Trocknen lassen.
  • Den übrigen Zuckerguss dunkelgrün färben und mit dem Spritzbeutel die Hemd-Details auftragen. Die Gasmaskenstücke mit etwas Wasser aufkleben.
  • Nehmen Sie eine 45er in die Hand und stellen Sie sich hin, bereit, es mit allem aufzunehmen, was hinter dem Hügel auf Sie zukommt.
Dieser "Stoff" ist auch unter den Namen "Blue Bake", "Randy Candy", "Sugar High" bekannt, schreibt Walter Wheat. Wie auch immer Sie ihn auch nennen: Sie sind kein Profi, so lange Sie dieses Dessert nicht zubereiten können.

Dieser "Stoff" ist auch unter den Namen "Blue Bake", "Randy Candy", "Sugar High" bekannt, schreibt Walter Wheat. Wie auch immer Sie ihn auch nennen: Sie sind kein Profi, so lange Sie dieses Dessert nicht zubereiten können.

Blue Meth Crunch

Zutaten

Für 5 Personen

118 ml Wasser
177 ml hellen Maissirup
Verwenden Sie kein Chilipulver. Das ist etwas für Amateure.
350 g Zucker
2 TL (10 ml) Pfefferminzextrakt
Blaue Lebensmittelfarbe (Gel)
Sie werden ein Zuckerthermometer brauchen

Zubereitung

  • Ein Backblech mit Aluminiumfolie auslegen oder einen hitzebeständigen Glasboden verwenden. Mit nicht haftendem Backspray einsprühen.
  • Finden Sie einen anständigen Komplizen. Leistungsschwache Ex-Studenten sind eine gute Wahl, jedoch psychisch fragil.
  • In einem mittelgroßen Stieltopf Wasser, Maissirup und Zucker mischen. Diese Mischung bei mittlerer Hitze ständig rühren, bis der Zucker sich auflöst, dann die Temperatur erhöhen und zum Kochen bringen. Das Rühren einstellen, das Zuckerthermometer in die Masse geben und mit einem Teigpinsel, der zuvor in Wasser getaucht wurde, die Topfwand befeuchten (das verhindert, dass sich Kristalle bilden).
  • Kochen Sie die Mischung, bis eine Temperatur von 140 °C erreicht ist. Den Topf sofort vom Herd nehmen und das Thermometer herausnehmen. Die Mischung stehen lassen, bis sich keine Blasen mehr an der Oberfläche bilden.
  • Ab einem gewissen Punkt werden Sie einen Händler brauchen. Aber machen sie sich darüber noch keine Sorgen.
  • Ein paar Tropfen Pfefferminzaroma zur Masse geben und so viel blaue Farbe, bis der richtige "Blue Meth"-Farbton erreicht ist.
  • Die Mischung schnell auf das Backblech gießen und das Blech so bewegen, dass sich die Mischung gut verteilt. Keine Sorge, wenn es nicht ganz glatt ist oder kleine Löcher darin vorkommen. Die Masse bei Zimmertemperatur abkühlen lassen.
  • Sobald die Masse abgekühlt ist, mit einem Hammer draufschlagen, um es aufzubrechen. (Bei einem Glasboden vorher herunternehmen). In kleine Plastiktüten abpacken oder so, wie Ihre Kunden es bevorzugen.
"Dieses Dessert" schreibt der Backbuchautor, "galt zunächst als unerreichbar. Mit genügend Vorstellungskraft und der Bereitschaft, eine echte Sauerei zu veranstalten, kann auch dieses Ziel erreicht werden." Er rät, einfach beim Ofen stehen zu bleiben und sich sofort zu rühren, sobald der Küchenwecker klingelt.

"Dieses Dessert" schreibt der Backbuchautor, "galt zunächst als unerreichbar. Mit genügend Vorstellungskraft und der Bereitschaft, eine echte Sauerei zu veranstalten, kann auch dieses Ziel erreicht werden." Er rät, einfach beim Ofen stehen zu bleiben und sich sofort zu rühren, sobald der Küchenwecker klingelt.

Fring Pops

Achtung, Spoiler: Wer noch nicht bis zur vierten Staffel vorgedrungen ist, sollte jetzt wegschauen. Alle anderen wissen längst: Der scheinbar so harmlose, freundliche Mr. Fring ist in Wirklichkeit ein skrupelloser Drogenboss, der den Machtkampf gegen Walter White letztlich verliert. Hier bauen Sie das entscheidende Motiv: Frings Kopf nach der, nun ja, Explosion. Hierfür brauchen Sie gewisse feinmotorische Fertigkeiten, viel Fingerspitzengefühl - und Zeit. Denn diese Cake-Pops herzustellen, ist eine ziemliche Frickelei. Dafür dürfte sich das Ergebnis sehen lassen.

Zutaten

Für 6 Personen

100 g weiche Butter
100 g feiner Zucker
2 Eier (Größe M), leicht verschlagen
100 g Mehl
1/2 TL Backpulver
10 ml Erdbeer- oder Himbeeressenz
Rote Lebensmittelfarbe (Gel, aus der Tube)
15-30 ml Milch
Daneben:
einen Drogenboss, blind vor Überheblichkeit
einen unwissentlichen Mörder
einen verkrüppelten kleinen Verräter

Für das Buttercreme-Frosting und die Deko:
125 g weiche Butter
250 g Puderzucker
15-30 ml Milch
Rosa Lebensmittelfarbe (Gel, aus der Tube)
1 Packung braunen Fondant
Schwarze, rosafarbene, weiße und blaue Lebensmittlfarbe
Reispapier
Sie werden eine große Cake-Pop-Form und sechs Cake-Pop-Stiele brauchen.

Zubereitung

  • Den Backofen auf 180 °C (Umluft 165 °C, Gas Stufe 4) vorheizen.
  • Alle Zutaten für den Kuchen außer der Lebensmittelfarbe und der Milch in eine große Schüssel geben und mit einem Mixer oder einem Holzlöffel verrühren, bis der Teig leicht und fluffig ist.
  • Aus einer elegant aussehenden Box eine tödlich aussehende Spritze fertigen.
  • Tröpfchenweise Lebensmittelfarbe zum Teig hinzufügen, bis die Masse einen kräftigen, dunkelroten Farbton annimmt. So viel Milch hinzufügen, bis eine "tropfende" Konsistenz erreicht ist.
  • Den Teig auf neun Mulden der Cake-Pop-Form verteilen.
  • 10-15 Minuten backen oder so lange, bis die Cake-Pops gut aufgegangen sind, eine goldbraune Farbe haben und fest geworden sind. Ein paar Minuten abkühlen lassen, dann aus der Form stürzen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.
  • Für das Buttercreme-Frosting: Die Butter in einer Schüssel weich schlagen. Vorsichtig die Hälfte des Puderzuckers unterheben und weiterschlagen, bis die Masse geschmeidig ist.
  • Langsam einen Stuhl über den Boden schleifen und dabei ein unmenschliches Knurren erzeugen, bei dem einem das Blut in den Adern gefriert.
  • Restlichen Puderzucker erst mit wenig Milch verrühren und dann mehr Milch als nötig hinzufügen, um eine lockere, dünnflüssige Glasur zu bekommen.
  • Die rosafarbene Lebensmittelfarbe tröpfchenweise einarbeiten, bis sich alles gut verbindet.
  • Für jeden Fring brauchen Sie drei halbe Cake-Pops. Jede Hälfte auf der flachen Seite sauber zuscheiden. Die runden Seiten von zwei Halbkugeln so formen, dass sie nach unten hin schmaler werden, sodass Sie daraus Oberkopf und Kinnpartie bauen können. Eine dicke Scheibe der dritten Halbkugel abschneiden und zwischen die beiden Hälften legen, und an den Schnittflächen mit rosafarbenem Frosting bestreichen (wie im Foto zu sehen ist). Einen Cake-Pop-Stiel vorsichtig von unten in den Kuchen drücken, dabei aber darauf achten, ihn nicht ganz bis zum Oberkopf durchzustechen. Ein kleines Stück Fondant am unteren Ende des Kopfes anbringen, um den Stiel zu befestigen, dabei den Stiel ganz leicht nach unten ziehen. Trocknen lassen.
  • Den Kopf mit einer dünnen Schicht Buttercreme-Frosting bestreichen. Den braunen Fondant auf einer leicht mit Puderzucker bestäubten Arbeitsfläche ausrollen, daraus ein Stück herausschneiden, das groß genug ist, um den Kopf damit zu überziehen. Mit den Fingern in Form bringen und glatt streichen, dabei überschüssige Reste, wenn nötig, abschneiden. Ein wenig mehr Fondant hinzufügen, um Kinn und Nase zu formen, beides mit etwas Wasser ankleben. Trocknen lassen.
  • Dies ist Ihre letzte Chance, mich anzusehen.
  • Mit einem feinen Pinsel und Lebensmittelfarbe Haare, Augen, Brille, Hautfalten und den Mund aufmalen. Eine Krawatte aus Reispapier formen (wie abgebildet) und anbringen. Zum Schluss mit einem scharfen Messer die Hälfte des Kopfes abschneiden, sodass der rote Kuchen darunter sichtbar wird.
  • Ha-aaaaaaggh!!... Gehen Sie nach draußen, richten Sie Ihre Krawatte (nach Belieben) und drehen Sie langsam den Kopf (des Cake-Pops), um das köstliche Grauen, das darunter liegt, zu enthüllen.
Sonja Helms