HOME

stern-Weinschule: In 18 Litern um die Welt

Kennen Sie Zinfandel? Oder Pinotage? Das sind interessante Rebsorten aus Übersee. Erkunden Sie in 24 Folgen Weine von Napa bis Neuseeland. Zum Einstieg gibt's ein Probepaket.

Von Bert Gamerschlag

Wie groß ist die Welt? Genau 52 x 40 x 37 cm - so viel misst der 12er-Karton. Man braucht zwei davon, da geht die Welt rein. Was kostet die Welt? 149 Euro, einmalig. Woher kommt die Welt? Aus Hamburg natürlich, vom stern. Wie schmeckt sie? Das, werte Leser, müssen Sie selbst herausfinden. Gut schmeckt sie, so viel ist sicher, sehr gut sogar, aber wie genau, das wird Flasche für Flasche von Woche zu Woche diskutiert - gemeinsam mit Ihnen, so Sie Lust haben. Beginn: Heft 42, in drei Wochen. Hier und heute wollen wir Ihnen aber schon mal ein Schnupperpaket unter die Nase halten. Spitzt eure Papillen, Leute, poliert die Gläser. Schließt die Chipstüten weg und holt die Käsebretter vor. Bringt die Bierkästen weg und haltet die Keller frei für höhere Werte.

Die kommen mit dem stern-Weinschiff aus Westsüdwest. Die Flaschen schippern noch über den Atlantik, aber sie werden rechtzeitig ankommen, um zu Ihnen zu gelangen. Was wir Ihnen nahebringen wollen, ist der Geschmack der Neuen Welt, der von Kalifornien, Chile, Argentinien, Uruguay, Brasilien, von Südafrika, Australien, Neuseeland und sogar China, soweit ihn Reben aus der Erde zu holen vermögen. 11.000 stern-Leser - 10 925, um genau zu sein - entkorkten von Januar bis Juni jede Woche typische Weine Europas. 11.000? Wie wir aus E-Mails, Briefen und Telefonaten mit vielen Abonnenten wissen, haben sie die Flaschen nicht still im Kämmerlein geleert, sondern mit ihren Ehefrauen und -männern, mit Freunden und Bekannten, mit Leuten, die neugierig sind auf Wein. Was besonders schmeckte, wurde nachbestellt und half, den verregneten Sommer durchzustehen.

Wir sind stolz: Das war das größte Volksbildungsprogramm in Sachen Wein, das es wohl je in Deutschland gab. Im Vertrauen: Eigentlich war der Lehrplan ja gleich auf ein ganzes Jahr angelegt, wir hatten am Rhein beginnen und im Pazifik enden wollen, in einem Zug. Doch keine Party ohne Lichtanmacher und Bedenkenträger! Ein Anfall von Fracksausen in der Chefredaktion halbierte die Reise: Was, wenn die stern-Leser nicht so mitmachen, wie die Korkenzieher vom Ressort Lebensart das verheißen? Was, wenn ein ganzes Jahr lang eine kostbare stern-Seite mit Weinweisheiten blockiert wird, die keiner wissen will? Kann man ja verstehen, aber die Sorge war schnell verflogen, und den Kleinmütigen ist längst verziehen. Seit Wochen kommen schon die Anfragen, wann es endlich weitergeht im Lehrplan. Also fahren wir fort. Für unser Curriculum haben wir ab jetzt sogar mehr Platz. Auch haben wir den Lehrstoff didaktisch aufgepeppt und in einzelne Paketchen geordnet.

Es geht um folgende Fragen: Was Taugen Überseeweine? Warum schmecken viele so anders als europäische Weine? Was ist dran an den Vorwürfen, es seien alles trickreich gebaute Frankenstein- Produkte und Coca-Cola- Weine? Warum sind sie so billig? So viel können wir jetzt schon verraten: Es gibt sauleckere Sachen aus der Neuen Welt, und mit den Brüdern Fabian und Cornelius Lange werden Sie sie kennenlernen. Ja, an den Vorwürfen ist was dran, aber sie werden nicht ohne europäische Eigeninteressen erhoben und sind zu pauschal. Überseeweine bereichern das Angebot des Geschmacks. Sie bieten viel Freude für meist wenig Geld. Es ist Industrieware dabei, aber gut gemachte Industrieware, die man vergnüglich trinken kann. Weil sie oft so vollmundig, fruchtig und rund schmeckt, erleichtert sie gerade Anfängern den Einstieg in die Weinwelt, führt aber - und das ist das Schöne - auf die Dauer zum europäischen Wein zurück. Die Langes haben ein 6er-Probierpaket zusammenstellen lassen - für 29,80 Euro. Probieren Sie es. Gefällt Ihnen die Probe, dann wird Ihnen auch die 24-teilige Reise durch die Neue Weinwelt schmecken.

print