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Umfrage: Gastro-Sehnsucht Nichts vermissen die Deutschen so sehr wie Restaurantbesuche – sie würden künftig sogar mehr fürs Essen bezahlen

Restaurantbesuch mit Freunden
Was den Deutschen während des Lockdowns am meisten fehlt? Restaurantbesuche mit Freunden.
© vorDa / Getty Images
Die Gastronomie ist dicht - immer noch. Dabei sehnen sich die Deutschen einer Umfrage zufolge nach nichts mehr, als endlich wieder essen gehen zu dürfen. Um der Branche zu helfen, würden viele nach dem Lockdown sogar mehr Geld fürs Essen springen lassen.

Vieles ist derzeit nicht möglich. Kino, Konzerte, Fitnessstudio - alles Dinge aus beinahe vergessenen Tagen. Eine Sache aber vermissen die Deutschen am meisten: Restaurantbesuche. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage von Lightspeed. Der Anbieter für Kassen- und E-Commerce-Systeme hatte 4700 Menschen ab 18 Jahren aus sechs europäischen Ländern befragt, darunter 1000 Deutsche.

Die Sehnsucht danach sich endlich wieder professionell bekochen lassen zu können ist groß. Bei knapp 29 Prozent der Befragten steht der Restaurantbesuch nach dem Lockdown daher auf der Liste der Aktivitäten ganz oben - noch vor dem nächsten Urlaub (rund 20 Prozent). Sie vermissen am Essengehen vor allem das Zusammensein mit Freunden und Familie. Aber auch die Faktoren, nicht selbst kochen zu müssen, bedient zu werden und nach dem Essen nicht aufräumen zu müssen. Übrigens: nicht alle Familienmitglieder sind beim ersten Restaurantbesuch nach dem Lockdown gleichermaßen am Tisch erwünscht. Nicht einmal ein Prozent der Befragten möchte die Schwiegereltern dann ins Restaurant mitnehmen.

Große Sorge um die Gastro-Branche

Wird die Gastro-Landschaft nach dem Lockdown überhaupt noch die gleiche sein? Viele Deutsche bezweifeln das. Knapp zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass viele kleine, unabhängige Restaurants in diesem Jahr aufgeben müssen. Rund 15 Prozent befürchten, dass große Gastro-Marken kleinere Unternehmen übernehmen werden. Nur jeder Vierte ist optimistisch und setzt auf die Anpassungsfähigkeit der Branche und darauf, dass die Gastronomen durchhalten werden. Dementsprechend groß sind die Solidaritäts-Bekundungen.

Eine Lösung gegen die Pleitewelle sehen die Deutschen laut Umfrage in ihrem eigenen Handeln. Demnach wollen viele, sobald es wieder möglich ist, nicht nur öfter essen gehen (40 Prozent) und mehr Trinkgeld geben (27 Prozent). Falls die Gastronomen künftig die Preise aus finanzieller Not erhöhen müssten, wären rund 60 Prozent der Befragten bereit, tiefer ins Portemonnaie greifen. Ein Drittel davon würde einen Preisanstieg von fünf Prozent mitgehen. In Frankreich, dem Land, in dem die Befragten sich am meisten auf die Restaurant-Öffnung freuen (44 Prozent), ist die Motivation den Gastronomen finanziell unter die Arme zu greifen, verhältnismäßig gering. Nur rund ein Drittel der Befragten wäre bereit, erhöhte Preise zu bezahlen. 

Kellner

Mehr Trinkgeld, höhere Preise

Der Wille mehr Geld springen zu lassen, kommt bei den Deutschen mitnichten nur davon, dass sie während den Restaurant-Schließungen entsprechend gespart hätten. Mehr als die Hälfte gab zwar an, das Geld, das normalerweise für die Bewirtung ausgegeben worden wäre, auf die hohe Kante gelegt zu haben. Rund ein Drittel hat das Geld allerdings weiterhin gastronomische Angebote genutzt und Essen zum Liefern und Abholen bestellt. Dennoch: für viele ist dieses Angebot nur etwas zur Überbrückung. Knapp die Hälfte (47 Prozent) möchte nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen wieder auf den Service verzichten. Es fehle die Gastfreundschaft aus dem Restaurant.

Dass die Pandemie dazu geführt hat, dass viele Restaurants ihr Vertriebsnetz ausweiten mussten, begrüßen trotzdem viele Deutsche. 36 Prozent sind der Meinung, dass Restaurants ihr Essen auch weiterhin auf mehreren Kanälen – zum Liefern, zum Abholen und vor Ort – anbieten sollten. Auch eine digitale Speisekarte sieht rund ein Drittel künftig als Must-have an, ebenso wie die Möglichkeit, kontaktlos zu bezahlen (28 Prozent).

tpo

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