Ein Bündnis mehrerer Umweltverbände hat die schwarz-grüne Landesregierung für die Umsetzung des Aktionsplans Ostseeschutz gelobt. Bei einem Treffen mit Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) und Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) in Kiel zogen sie erste Bilanz, nachdem der Plan 2024 verabschiedet worden war.
Besonders hoben sie die zügige Einrichtung der neuen Ostsee-Schutzgebiete hervor, wie der Naturschutzbund Schleswig-Holstein und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland mitteilten.
Forderung, Wassersport zu untersagen
In den Gebieten von der Schlei bis Gelting, an der Hohwachter Bucht und westlich der Insel Fehmarn soll das Fischen verboten werden. Doch das Bündnis aus der Arbeitsgemeinschaft Integrierter Ostseeschutz, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Landesnaturschutzverband, dem Nabu, dem Verein Jordsand und dem WWF Deutschland fordert, auch den Wassersport dort zu untersagen. Nur so entstünden echte Ruhezonen.
Nach den aktuellen Plänen sollen in den Schutzgebieten jedoch Bereiche für Wassersport zugelassen werden. Lediglich motorisierte Boote wären in den drei Gebieten verboten. Laut BUND und Nabu sieht das Bündnis seine Minimalforderungen dennoch erfüllt: Von November bis März, wenn Tausende Meeresenten in der Ostsee überwintern, ist Wassersport außerhalb der ausgewiesenen Zonen untersagt.
Kritik an freiwilligen Vereinbarungen mit der Landwirtschaft
Die Naturschutzverbände erkennen an, dass die Landesregierung große Anstrengungen unternehme, um Munitionsaltlasten aus der Ostsee zu bergen. Im Aktionsplan gibt es den Vorschlag, eine Spendenplattform einzurichten, doch bisher wurde dies nicht umgesetzt.
Kritik übt das Bündnis an den freiwilligen Vereinbarungen mit der Landwirtschaft zur Reduzierung von Düngemitteln. Diese seien aus ihrer Sicht zu unverbindlich. Ohne klare Vorgaben lasse sich die Überdüngung in der Ostsee nicht wirksam bekämpfen.
Mit dem vor zwei Jahren beschlossenen Aktionsplan Ostseeschutz werden bis zum Jahr 2030 nach Angaben des Umweltministers Goldschmidt 12,5 Prozent der Ostsee unter strengen Schutz gestellt. Nach nur zwei Jahren sei das durch die drei neuen Meeresschutzgebiete schon für 7,56 Prozent erreicht. Ein von den Grünen ursprünglich gewünschter "Nationalpark Ostsee" war an der mangelnden Zustimmung des Regierungspartners CDU gescheitert.