Wegen des Schnees werden gegenwärtig viele Mülltonnen gerade in höheren Lagen in Hessen nicht geleert. "Die können dann mehrere Tage am Straßenrand stehen", sagte Peter Hohenstatt vom Entsorgungsunternehmen Knettenbrech + Gurdulic in Wiesbaden.
In Dörfern etwa weiter oben im Taunus würden heute Seiten- und Nebenstraßen oft nicht mehr geräumt. Die Fahrer wägten dann das Risiko ab. "Wir versuchen später nachzufahren, wenn es das Wetter erlaubt", fügte Hohenstatt hinzu. "Alle ein, zwei Tage fahren die Jungs wieder hin und gucken, ob die Abfuhr wieder geht."
Knochenbrüche und Prellungen
Auch die Abfallentsorgung im Landkreis Kassel steht nach Angaben der Kreisverwaltung wegen des Winterwetters vor großen Herausforderungen. "Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, wie gefährlich die winterlichen Bedingungen sind: Vier Mülllader erlitten bei der Leerung von Abfallbehältern auf glatten Wegen Knochenbrüche und Prellungen", teilte der Landkreis mit.
Wegen dieser Vorfälle und der aktuellen Wetterprognose seien die Fahrer angewiesen, kein unkalkulierbares Risiko einzugehen. "Das kann im Ernstfall bedeuten, dass eine Tonne stehen bleiben muss, wenn die Sicherheit nicht gewährleistet ist", erklärte Silke Rakel von der Abfallentsorgung Kreis Kassel.
Keine Nachholtermine
In der Vergangenheit sei es in Höhenlagen vorgekommen, dass Fahrzeuge stecken blieben und erst nach dem Einsatz des Bauhofs zur Räumung ihre Tour fortsetzen konnten. Solche Vorfälle führten zu erheblichen Verzögerungen im gesamten Abfuhrplan, teilte der Kreis mit. Eine nachträgliche Leerung für ausgefallene Touren sei logistisch nicht möglich.
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Martin Grobba vom Hessischen Städte- und Gemeindebund in Mühlheim (Landkreis Offenbach) erklärte, wenn die örtliche Müllabfuhr an Firmen vergeben werde, müsse das alle paar Jahre neu ausgeschrieben werden. Dann stießen in Zeiten seltenerer Wintereinbrüche vielleicht auch Müll-Lkw-Fahrer mit weniger Erfahrung auf viel Schnee.
Früher Straßenschäden von Ketten an Lkw-Reifen
"Möglicherweise ist auch die Bereifung der Fahrzeuge nicht ideal", ergänzte der Leitende Verwaltungsdirektor. Früher hätten sich noch manchmal Anwohner über Straßenschäden von Ketten an Abfall-Fahrzeugen beschwert.