Zivil- und Katastrophenschutz THW in Hessen: Spezialteams sichern wichtige Infrastruktur

In Hessen stehen spezialisierte THW-Teams bereit, um Krankenhäuser und Wasserwerke am Laufen zu halten. (Archivbild) Foto: Arne
In Hessen stehen spezialisierte THW-Teams bereit, um Krankenhäuser und Wasserwerke am Laufen zu halten. (Archivbild) Foto
© Arne Dedert/dpa
Wie sich das THW in Hessen mit spezialisierten Einheiten und Technik für Notfälle rüstet – und warum Ehrenamtliche dabei eine zentrale Rolle spielen.

Unwetter, Starkregen, Erdbeben: Das Technische Hilfswerk (THW) kommt vor allem bei Krisen und Katastrophen zum Einsatz. Auch bei dem großflächigen Stromausfall in Berlin hat die Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes Hilfe geleistet. In Hessen sichern im Ernstfall mehr als ein Dutzend spezialisierte Einheiten des THW wichtige Infrastruktur. Die Organisation sieht sich in dem Bundesland grundsätzlich sehr gut auf Notfallszenarien vorbereitet. 

"Unsere größte Stärke ist dabei die bundesweite Dislozierung", sagte Michael Walsdorf, Sprecher des THW-Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Gemeint ist die bundesweite Verteilung von Ausrüstung und Helfern. "Da unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte und das Material auf 668 Ortsverbände in ganz Deutschland verteilt sind, können wir Ressourcen im Bedarfsfall flexibel dort zusammenziehen, wo sie am dringendsten benötigt werden."

Tausende Stromerzeuger bundesweit

Die Einsatzoptionen im Bereich kritischer Infrastruktur seien vielfältig und spezialisiert. Zur Sicherstellung der Stromversorgung halte das THW bundesweit massive Kapazitäten zur Unterstützung der örtlichen Notversorgung vor. So verfüge die Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes über mehrere tausend Stromerzeuger verschiedener Größen bis 13 Kilovoltampere sowie mehrere hundert sogenannte Netzersatzanlagen mit einer Leistung von bis zu 200 Kilovoltampere.

"Um diese Technik fachgerecht zu bedienen, hält das THW spezialisierte Einheiten vor", sagt Walsdorf. Heruntergebrochen auf Hessen bedeute dies eine beachtliche personelle und technische Stärke. Von den bundesweit 120 Gruppen entfielen auf den Bereich Hessen über ein Dutzend hochspezialisierte Einheiten, die gezielt zur Stromeinspeisung in Objekte kritischer Infrastruktur wie etwa Krankenhäuser oder Wasserwerke eingesetzt werden können.

Bundesbehörde besteht fast nur aus Ehrenamtlichen

Zudem stünden im Bundesland rund 60 Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung bereit, die ein breites Spektrum von Pumparbeiten bis hin zur Notunterbringung abdeckten. Für die Versorgung der Bevölkerung oder den Betrieb von Notunterkünften verfügt das THW bundesweit über rund 2.700 mobile Zeltheizgeräte. "Auch diese stehen über unsere hessischen Ortsverbände unmittelbar zur Verfügung."

Zwar ist das THW eine Bundesbehörde, es besteht aber fast vollständig aus ehrenamtlichen Helfern. Bundesweit engagieren sich den Angaben des THW zufolge rund 88.000 Menschen freiwillig und unentgeltlich. In Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind demnach mehr als 14.000 Helferinnen und Helfer ehrenamtlich engagiert.

Auch bei dem tagelangen Stromausfall im Berliner Südwesten war das THW im Einsatz. Dort waren Anfang Januar nach einem mutmaßlich linksextremistisch motivierten Brandanschlag auf eine Kabelbrücke Zehntausende Haushalte ohne Heizungen, Internet und Mobilfunk - mitten im Winter und bei frostigen Außentemperaturen.

dpa