Jahreswechsel Das wird 2026 wichtig in Rheinland-Pfalz

2026 steht in Rheinland-Pfalz einiges an. (Symbolbild) Foto: Andreas Arnold/dpa
2026 steht in Rheinland-Pfalz einiges an. (Symbolbild) Foto
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Neue Regierung, höhere Löhne und ein Pflichtfach Informatik: Für Rheinland-Pfalz bringt 2026 zahlreiche Veränderungen – von Schule bis Politik.

Im August 1946 ist Rheinland-Pfalz gegründet worden. 80 Jahre später stehen im Land mit dem Jahreswechsel einige Veränderungen an. Was wird 2026 wichtig?

Landtagswahlen – das Land bekommt eine neue Regierung

Eine der wohl größten Änderungen wird die Landtagswahl am 22. März mit sich bringen. Die CDU tritt mit Spitzenkandidat Gordon Schnieder an, für die SPD will Ministerpräsident Alexander Schweitzer sein Amt verteidigen.

Eine Neuauflage der Ampelregierung aus SPD, Grünen und FDP scheint wenig realistisch. Denn die FDP lag zuletzt in Umfragen recht deutlich unter fünf Prozent und muss fürchten, aus dem Landtag zu fliegen.

Mindestlohn steigt für 315.000 Menschen in Rheinland-Pfalz

Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar deutschlandweit rund einen Euro an und liegt dann bei 13,90 Euro in der Stunde. In Rheinland-Pfalz arbeiten rund 315.000 Beschäftigte zum Mindestlohn, wie der DGB Rheinland-Pfalz und Saarland mitteilte. Das entspricht demnach rund 18,1 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse. 

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Pilotphase zu Pflichtfach Informatik an Schulen

An 28 Schulen im Land begann im laufenden Schuljahr die Pilotphase zur Einführung des Pflichtfachs Informatik. Voraussetzung war eine ausreichende IT-Ausstattung, mindestens zwei Informatiklehrkräfte und die Umsetzung des Medienkompasses in der Orientierungsstufe. 

In den Schuljahren 2026/2027 und 2027/2028 können weitere Schulen auf Antrag an dieser Pilotphase teilnehmen. Ab dem Schuljahr 2028/2029 soll Informatik dann als Pflichtfach Schritt für Schritt ab der Klassenstufe sieben an allen weiterführenden Schulen eingeführt werden.

Ganztagsanspruch in Schulen kommt

Ab dem kommenden Schuljahr haben alle Erstklässler einen Anspruch auf ein Ganztagsangebot. Nach Angaben des Bildungsministeriums nahmen 2025 rund 55 Prozent der Grundschulkinder in Rheinland-Pfalz das Angebot in Anspruch. 

Bestattungsgesetz – mehr Flussbestattungen?

Das neue Bestattungsgesetz für Rheinland-Pfalz gilt als das fortschrittlichste bundesweit. Es wurde im September 2025 beschlossen und ermöglicht unter anderem Bestattungen in den Flüssen Rhein, Mosel, Lahn und Saar. Rheinland-Pfalz ist das erste Bundesland, das seinen Einwohnern diese Art der Beisetzung erlaubt. 2026 werden mehr Genehmigungen und damit auch mehr solcher Flussbestattungen erwartet.

Monocams gegen Ablenkung durch Handys im Verkehr

Mit der Monocam können Fahrer automatisch überführt werden, die während der Fahrt am Handy sind. Fünf solcher Kameras hat das Land inzwischen beschafft – für jedes Polizeipräsidium eine. 2026 sollen sie regelmäßig eingesetzt werden.

Die Monocam ist eine Entwicklung aus den Niederlanden. Bislang gab es in Rheinland-Pfalz nur ein Gerät, das nach längeren Testphasen seit April 2025 regelmäßig an Autobahnen eingesetzt wird – mal im Raum Mainz und mal im Raum Trier. 

Plattform für Wassergefahren für zu Hause

Die zentrale Plattform HydroZwilling bildet Wassergefahren ab. Ab dem ersten Quartal 2026 soll sie für die Öffentlichkeit freigeschaltet werden und Bürgerinnen und Bürger könnten sie dann zu Hause nutzen. Sie müssten nur ihre Adresse eingeben und könnten genau die Hochwassergefahren sehen. Auf der Plattform sollen die Wasserstände an Gebäuden anschaulich in 3D visualisiert werden.

Erster Spatenstich für Bundesgartenschau 2029

Der Countdown beginnt: Für die Bundesgartenschau 2029 im Oberen Mittelrheintal wird 2026 der erste Spatenstich gesetzt. "Ende 2026 ist auch Baubeginn und wir feiern den ersten Spatenstich", sagte Sven Stimac, Geschäftsführer der Buga 2029, der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Bundesgartenschau 2029 findet im Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal statt. Das Gebiet erstreckt sich über 67 Kilometer entlang des Rheins – vom hessischen Rüdesheim bis zum Deutschen Eck in Koblenz.

Neuer Weihbischof in Mainz

Papst Leo XIV. ernannte im November 2025 einen neuen Weihbischof für das Bistum Mainz. Der aus Indien stammende Pater Joshy George Pottackal (48) wird Nachfolger von Udo Markus Bentz, der im Frühjahr 2024 in sein neues Amt als Erzbischof von Paderborn eingeführt wurde. Pottackal wird dem Bistum zufolge der erste Weihbischof in Deutschland mit nicht europäischen Wurzeln sein. 

Weihbischöfe in der katholischen Kirche sind eine Art Hilfsbischof und unterstützen den Erzbischof oder Bischof bei seinen Aufgaben. In sein Amt eingeführt werden soll Pater Joshy am 15. März 2026 im Mainzer Dom, er wird dabei zugleich zum Bischof geweiht.

Porta Nigra wird saniert

Das einst römische Stadttor Porta Nigra wird frisch gemacht. Ab Februar 2026 soll die südliche Naturstein-Fassade von Verschmutzungen befreit werden, teilte der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung Rheinland-Pfalz in Mainz mit. Die typischen "Verschwärzungen" des schwarzen Tores würden dabei nicht entfernt, sondern reduziert. Die Sanierung beginne am 5. Januar mit dem Aufbau eines Gerüstes. 

Die Kosten belaufen sich demnach auf rund eine Million Euro. Die Porta Nigra bleibe für Besucher geöffnet. Sie entstand ab dem Jahr 170 nach Christus. Das Tor gehörte zu einer 6,4 Kilometer langen Stadtmauer, die die Römer bauten – und die 284 Hektar einschloss.

dpa