Der sächsische Außenhandel hat sich 2025 als robust erwiesen. So formulierte es Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) bei der Vorstellung der Bilanz in Dresden. Der Export sei mit insgesamt 50,6 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent zurückgegangen. Wichtigster Exportmarkt war die USA mit 4,8 Milliarden Euro vor China (4,5 Milliarden Euro) und Großbritannien (4,2 Milliarden Euro). Bezogen auf 2024 gingen die Exporte in die USA wegen der US-amerikanischen Zollpolitik um sechs Prozent zurück.
Europa bleibt mit einem Anteil von 63 Prozent wichtigster Absatzmarkt für Waren aus Sachsen. Polen und Tschechien zählen weiter zu den Top 5 der sächsischen Handelspartner. Die Importe lagen bei 39 Milliarden Euro, was einem Plus von 12 Prozent entspricht.
Panter kritisiert "Zölle als Daumenschrauben"
"Mit Zöllen als Daumenschrauben und Überkapazitäten in Schlüsselsektoren wie der Photovoltaik und Elektromobilität erleben wir gegenwärtig eine fundamentale Transformation der globalen Spielregeln", betonte Panter. Ein neuer Nationalismus und ein vermeintliches Recht des Stärkeren bedrohten die freien Märkte. Sachsen vernetze sich mit Partnern im EU-Markt, aber auch in Zentralasien, Indien, Japan oder Taiwan. Das erschließe sächsischen Unternehmen neue Märkte und minimiere Abhängigkeiten.
Persönliches Vertrauen als Währung
Panter zufolge geht darum, bei Unternehmerreisen persönliches Vertrauen aufzubauen. "Das erweist sich in einer Welt der Beziehungswirtschaft als einzige Währung, die gegen Erpressung schützt." Man lebe in Zeiten der Unsicherheit - außenwirtschaftlich, aber auch in Sachsen selbst. "Wir befinden uns in einer wirtschaftlichen Krisensituation." Deshalb sei man dabei, Dinge zu ändern und sich zu hinterfragen.
Wirtschaftsförderung betreut 18 Neuansiedlungen und Erweiterungen
Die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) hat im Vorjahr 18 (2024: 19) Neuansiedlungen und Firmenerweiterungen betreut - in einem unverändert schwierigem Umfeld, wie WFS-Chef Thomas Horn bilanzierte. Dahinter stehe ein Investitionsvolumen von rund 211 Millionen Euro. Damit habe man 868 Arbeitsplätze schaffen oder erhalten können. Die Projekte hätten sich über ganz Sachsen verteilt. Die Investoren kommen in der Hauptsache aus Deutschland, den Niederlanden, Finnland, der Schweiz, Japan, Taiwan und den USA.
"Besonders erfreulich ist, dass sich mehrere Unternehmen für Sachsen als Zentrale für den Start ihrer europäischen Aktivitäten entschieden haben", sagte Horn. Das zeige, welche wichtige Schlüsselposition die Region Silicon Saxony im weltweiten Wettbewerb mittlerweile habe. Ein wichtiger Baustein für den Wirtschaftsstandort seien auch neue Investitionen bereits in Sachsen ansässiger Unternehmen. Sie stünden zu selten im Fokus.
Bei Zukunftsthemen sieht Panter Sachsen als Wirtschaftsstandort gut aufgestellt. "Die Mikroelektronikregion Dresden steht mit Investitionen von ESMC, Infineon und Globalfoundries für eine industrielle Zukunft Europas. 25 Jahre Biotechnologie-Offensive zahlen sich ebenfalls aus." Diese Branche sei mittlerweile ein Motor für Innovation, Wachstum und Beschäftigung in Sachsen. Ein zukunftsträchtiges Gebiet sieht Panter in der Rüstungsindustrie: "Die ostdeutschen Länder profitieren bislang nur wenig von den wirtschaftlichen Effekten der Rüstungsinvestitionen - das muss sich ändern."