Debatte über Standort-Aus
Ministerin: Fördergeld für Zalando wäre möglich gewesen

Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) signalisierte, dass weitere Fördermittel für Investitionen in den Erfur
Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) signalisierte, dass weitere Fördermittel für Investitionen in den Erfurter Zalando-Standort möglich gewesen wären. Foto
© Martin Schutt/dpa
Dass Zalando einen Standort in Erfurt schließen will, wird auch im Landtag zum Thema. Als alternativlos sieht Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John die Schließung nicht an.

Nach Einschätzung von Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John hätte es Möglichkeiten gegeben, bei nötigen Investitionen für den Erfurter Zalando-Standort mit Fördermitteln zu helfen. Der Vertrauensbruch wäre vielleicht nicht so groß ausgefallen, wenn die Arbeitgeberseite früh mit der Arbeitnehmerseite oder auch mit der Landesregierung gesprochen hätte, sagte die CDU-Politikerin in einer Sondersitzung des Thüringer Landtags zum Aus des Erfurter Zalando-Standorts. "Vor allem im Investitionsbereich hätten wir sicherlich Gutes tun können und Möglichkeiten ausschöpfen können, die wir haben."

Wohl Investitionen von rund 100 Millionen Euro nötig

Später konkretisierte sie auf eine Frage des Linke-Fraktionschefs Christian Schaft, dass wohl nötige Investitionen von rund 100 Millionen Euro im Raum standen, um den Standort zu erhalten. "Sicherlich hätten wir Möglichkeiten gefunden, in den Investitionspaketen eben auch unterstützend eingreifen zu können, also hier Fördermittel ablaufen zu lassen."

Die Thüringer Linke-Fraktion hatte eine Sondersitzung des Landtags beantragt, um über die Lehren aus der für September geplanten Schließung des Zalando-Standorts in Erfurt zu sprechen. Die Linke schlug in ihrem Antrag vor, staatliche Förderung "künftig standardmäßig mit transparenten Rückzahlungs-, Standorttreue- und Nachweisklauseln zu verknüpfen".

dpa