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Numerus Clausus Studienplatzvergabe für Medizin muss geändert werden

Medizinstudenten in einer Vorlesung
Medizinstudenten in einer Vorlesung: Die Vergabe der Studienplätze in diesem Fach ist teilweise verfassungswidrig
© Waltraud Grubitzsch/DPA
62.000 Menschen wollen in Deutschland derzeit Medizin studieren, doch es gibt längst nicht so viele Studienplätze. Wer immatrikuliert wird, entscheidet ein Vergabeverfahren. Das ist jedoch teilweise verfassungswidrig.

Das Verfahren, nach dem die Studienplätze im Fach Humanmedizin vergeben werden, muss überarbeitet werden. Das Bundesverfassungsgericht urteilte am Dienstag, dass die aktuelle Vorgehensweise teilweise verfassungswidrig ist. Zwar sei die Vergabe nach den besten Abiturnoten, nach Wartezeit und nach einer Auswahl durch die Universitäten mit dem Grundgesetz zu vereinbaren, jedoch werde der grundrechtlichen Anspruch der Studienplatzbewerber auf gleiche Teilhabe am staatlichen Studienangebot verletzt. Das Bundesverfassungsgericht lässt dem Gesetzgeber bis Ende 2019 Zeit, die Mängel zu beheben. 

62.000 Bewerber auf 11.000 Studienplätze

So müsse die Zahl der Wartesemester, die aktuell etwa bei 15 liegt, enger begrenzt werden, entschied der Erste Senat unter Vorsitz von Ferdinand Kirchhof. Auch dürfe eine Festlegung auf höchstens sechs gewünschte Studienorte nicht dazu führen, dass ein Bewerber, der eigentlich erfolgreich wäre, am Ende leer ausgeht. Im Auswahlverfahren bei den Hochschulen müsse eine Vergleichbarkeit der Abiturnoten über Landesgrenzen hinweg sichergestellt werden. Auch dürfe hier die Abiturnote nicht das einzige Kriterium sein.

Bundesweit kommen derzeit rund 62.000 Bewerber auf knapp 11.000 Studienplätze für Humanmedizin. Die Verteilung läuft zu 20 Prozent über die besten Schulnoten, zu 20 Prozent über Wartezeit und zu 60 Prozent über ein Auswahlverfahren direkt bei den Hochschulen. Aber auch dabei spielt die Abiturnote eine wichtige Rolle. Vorab wird schon ein Teil der Studienplätze nach speziellen Kriterien vergeben - etwa Härtefällen oder dem Bedarf des öffentlichen Dienstes an Medizinern.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte in Karlsruhe zwei Fälle von Bewerbern aus Schleswig-Holstein und Hamburg vorgelegt, die keinen Studienplatz im Fach Humanmedizin bekommen hatten.

Numerus Clausus: Studienplatzvergabe für Medizin muss geändert werden
fri AFP DPA

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