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Zweites Leben dank Spenderherz: 2009 war Stefan Nimmesgern klinisch tot. Heute steht er wieder auf Berggipfeln.

Im Jahr 2009 bricht der Fotograf Stefan Nimmesgern zusammen - Herzstillstand. Ein Spenderherz rettet sein Leben. Heute bezwingt der 62-Jährige wieder Gebirgspässe im Himalaya. Was treibt ihn?

Wiederaufstieg: Stefan Nimmesgern und seine Frau sitzen in einem Zelt am Aconcagua

Lagerleben am Aconcagua: Stefan Nimmesgern und seine Frau Angelika versuchten im Jahr 2006 auf den Gipfel des 6962 Meter hohen Berges in Argentinien zu steigen. Der Berg zählt mit zu den Seven Summits - eine Bezeichnung für die jeweils höchsten Gipfel der sieben Kontinente.

Angelika schaffte es bis zum Gipfel, ihr Mann blieb zurück. Sein Herz streikte auf den letzten Metern und er bekam keine Luft mehr - Auswirkungen seiner Herzinsuffizienz. "Als ich den Entschluss gefasst hatte, heulte ich mitten in der Nacht Rotz und Wasser über die verpasste Gipfelchance", erinnert er sich in seinem Buch "Wiederaufstieg".

Aufstiege und Gipfel: Diese Motive stehen im Mittelpunkt von Stefan Nimmesgerns Fotografie. Er liebt die Berge und porträtiert Land und Leute in beeindruckenden Aufnahmen. Wer sich mit der Geschichte des Fotografen beschäftigt, bekommt auch eine Ahnung, warum das so ist: Aufstieg und Abstieg - diese Metapher zieht sich durch Nimmesgerns Leben wie ein roter Faden.

Im Jahr 2005 bekommt der Fotograf die Diagnose Herzinsuffizienz. Sein Herz ist stark vergrößert, wie aufgeblasen, und schlägt in der Minute nur noch knapp 40 Mal. Bei gesunden Menschen schlägt das Herz im Schnitt 60 bis 80 Mal in der Minute. Nimmesgern schluckt Medikamente und versucht, die Krankheit auszublenden. "Ich ging regelmäßig laufen, unternahm viele Bergtouren", schreibt der 62-Jährige in seinem Buch "Wiederaufstieg", in dem er seine Geschichte mit Bildern seiner Reisen nacherzählt. "Ich fühlte mich im Grunde genommen einigermaßen fit. Im Rückblick muss ich mir eingestehen, dass ich die Schwere meiner Krankheit lange ignoriert oder zumindest unterschätzt hatte."

Den ersten Rückschlag bekommt Nimmesgern im Jahr 2006 während der Besteigung des 6.962 Meter hohen Aconcagua in Argentinien. Auf einer Höhe von etwa 6800 Metern geht ihm die Puste aus. Er muss pausieren, während seine Gruppe weiter zum Gipfel vordringt. Der Abstieg gerät zur Tortur: "Selbst an kleinsten Gegenanstiegen fühlte es sich an, als ob ein eiserner Gürtel meine Lungen zuschnürt. Ich hatte so etwas noch nie erlebt. Da war nur noch blanke Angst."

Der Kardiologe zuhause schüttelt nur noch den Kopf und fragt entgeistert: "Wie hast Du es mit diesem Herz bis auf 6800 Meter geschafft?" Die letzten Meter zum Gipfel, so mutmaßt der Arzt, hätte er womöglich nicht überlebt.

Ein Warnschuss - doch Nimmesgern überhört ihn. Stattdessen bereitet er sich auf eine Patagonien-Expedition mit Reinhold Messner vor und lässt sich einen Herzschrittmacher einsetzen. Als der Justiziar des Summit Clubs von den Herzproblemen hört, fliegt Nimmesgern aus dem Team. Zu groß ist das Risiko, dass seine gesundheitlichen Probleme den Erfolg des gesamten Teams gefährden.

Opulent erzählte Geschichte mit Tiefgang

2009 folgt der Schock: Auf einer Feier bricht Nimmesgern zusammen. Sein Herz schlägt nicht mehr; er ist klinisch tot. Auf der Feier ist zufällig ein Rettungssanitäter, der ihn wiederbeleben kann. Und Nimmesgern realisiert: Wenn er überleben will, braucht er ein Spenderherz.

In dem Bildband "Wiederaufstieg" erzählt der Fotograf seinen persönlichen Leidensweg - aber auch seinen Weg zur Besserung - mit beeindruckenden Fotografien nach. Eine opulent erzählte Geschichte mit Tiefgang, nach deren Lektüre man den Eindruck bekommt, dass Nimmesgern nun nach Jahren des Unterwegsseins endlich bei sich angekommen ist.


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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(