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CNN-Bericht China will Tausende Blutproben untersuchen, um Coronavirus-Ursprung zu klären

Passanten in der chinesischen Stadt Wuhan in der Provinz Hubei tragen Mund-Nasen-Schutz
Passanten in der chinesischen Stadt Wuhan in der Provinz Hubei tragen Mund-Nasen-Schutz
© Getty Images
Experten gehen von "absolut wichtigen Hinweisen" aus: China will einem Medienbericht zufolge Tausende Blutbankproben untersuchen, um dem Ursprung des Coronavirus auf den Grund zu gehen.  

Wo und wann hat das Coronavirus seinen Ursprung genommen – und zu einer weltweiten Pandemie geführt? Theorien gibt es dazu viele, aber keine belastbaren Antworten. Ein Schlagwort fällt auf der Spurensuche jedoch immer wieder: Wuhan. In der chinesischen Stadt in der Provinz Hubei wurde das Virus erstmals offiziell festgestellt. Nun soll dort eine Untersuchung in großem Stil beginnen, wie der US-Sender CNN unter Berufung auf namentlich nicht näher genannte chinesische Offizielle berichtet. 

Demnach werden gerade die Vorbereitungen dafür getroffen, Zehntausende Blutbankproben einer Analyse zu unterziehen. Konkret soll es sich um bis zu 200.000 Proben handeln, die in Wuhan gelagert werden. Der Bestand umfasse auch Proben aus den letzten Monaten des Jahres 2019, als es womöglich erste Ansteckungen mit dem Virus gegeben hat.

Anfang diesen Jahres identifizierte ein Ermittlergremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Proben als mögliche Quelle wichtiger Informationen. Sie könnten helfen herauszufinden, wann und wo das Virus zum ersten Mal auf den Menschen übergegangen ist, so CNN. Unter welchen Umständen die Untersuchung ablaufen soll – etwa, wer die Blutbankproben analysiert – ist wohl noch unklar.

Proben könnten "absolut wichtige Hinweise" enthalten 

Die Epidemiologin Mauren Miller forderte China dazu auf, auch Experten aus dem Ausland bei der Analyse einzubinden. Die Blutbankproben könnten "absolut wichtige Hinweise" enthalten, die detaillierte Rückschlüsse auf die Ausbreitung des Virus zulassen. "Niemand wird den Ergebnissen trauen, die China berichtet, solange es keine qualifizierten Beobachter gibt", zitierte sie CNN. Auch Yanzhong Huang, Gesundheitsexperte bei einem US-Thinktank, glaubt dem US-Sender zufolge, dass die "Echtzeitproben" dabei helfen könnten, "den Zeitpunkt des Ausbruchsereignisses zu verstehen".

Die Forderung nach Transparenz von US-Wissenschaftlerin Miller ist nicht unbegründet. Erst im Januar diesen Jahres konnte ein Team internationaler Experten im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Wuhan besuchen – mehr als ein Jahr nach der Entdeckung des Virus. Ihr Bericht wurde Ende März veröffentlicht, lieferte aber keine klaren Ergebnisse. 

An der Untersuchung und dem Bericht wurden schnell Zweifel laut. Viele Länder äußerten Besorgnis darüber, dass den internationalen Experten bei ihrer Untersuchung in China der Zugang zu wichtigen Daten verwehrt worden sei. Weitere Untersuchungen, wie auch von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus gefordert, lehnte die chinesische Regierung vehement ab. 

Die nun geplante Untersuchung ist offenbar auch auf das Auslaufen einer Frist zurückzuführen, wie CNN berichtet. Demnach wurden die Blutproben nach Angaben chinesischer Beamter zwei Jahre lang aufbewahrt, um sie als Beweismittel in Gerichtsverfahren einsetzen zu können. Für die Proben aus den mutmaßlichen Schlüsselmonaten zum Ende des Jahres 2019 würde diese Frist nun ablaufen.

Ein Beamter der Nationalen Gesundheitskommission Chinas habe CNN bestätigt, dass die Vorbereitungen für die Untersuchungen im Gange seien und stattfinden würden, sobald die Zweijahresfrist abgelaufen sei. 

fs / Mit Material der Nachrichtenagentur AFP

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