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Demokratische Republik Kongo: Erneuter Ebola-Ausbruch: WHO verschickt experimentellen Impfstoff

Im Kongo sind bislang 19 Menschen an Blutungen und Fieber gestorben. Ihre Symptome könnten den Beginn einer neuerlichen Ebola-Epidemie darstellen. Mit einem experimentellen Wirkstoff will die WHO verhindern, dass sich das Virus ausbreitet. 

Gesundheitspersonal im Kongo trägt Schutzkleidung gegen Ebola-Virus

Seit dem jüngsten Ebola-Ausbruch trägt das Gesundheitspersonal in einem Krankenhaus im Kongo wieder Schutzkleidung

AFP

Nachdem im erneut Ebola ausgebrochen ist, ist die Angst vor einer Epidemie groß. Zwei Erkrankungen sind bisher bestätigt, doch die Zahl der vermutlich Infizierten steigt. Zur Bekämpfung der Seuche hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun einen experimentellen Impfstoff in das betroffene Gebiet verschickt.

4000 Impfdosen seien aktuell auf den Weg in die Provinz im Nordwesten des Kongo, wie ein WHO-Sprecher am Montag in Genf sagte. Die Zahl der Betroffenen stieg dort in den vergangenen Tagen auf 25 wahrscheinliche und zwölf vermutete Infizierte. 19 Menschen sind bislang an Symptomen, wie etwa mit Blutungen einhergehendem Fieber, gestorben. Bei ihnen wurde aber noch nicht bestätigt.

Ebola: WHO bereitet sich auf "das schlimmste Szenario" vor

Die WHO fürchtet, dass sich die Krankheit in Nachbarländern ausbreiten könnte. Besonders Kongo-Brazzaville und die Zentralafrikanische Republik seien wegen eines gemeinsamen Flusssystems gefährdet. Die Organisation bereite sich deshalb auf das schlimmste Szenario vor, hieß es. Die katastrophale Infrastruktur in der betroffenen Gegend mache die Hilfe noch schwieriger.

Das Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. 25 bis 90 Prozent der Infizierten sterben. Im vergangenen Jahr erlaubte die Regierung im Kongo den Einsatz des noch nicht offiziell zugelassenen Impfstoffs. Er wurde bereits mit erstem Erfolg in der Schlussphase der verheerenden Ebola-Epidemie in Westafrika getestet. Bei dem Ausbruch starben in Liberia, Guinea und Sierra Leone 2014 und 2015 rund 11.000 Menschen. 

fri / DPA

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