HOME

Ebola in den USA: Krankenhaus schickte Patienten zunächst nach Hause

Panik in den USA: Erstmals erkrankte ein Mensch außerhalb von Afrika an Ebola. Derweil gibt es Kritik an der Klinik in Texas, wo der Mann behandelt wird: Sie hatte ihn zunächst nach Hause geschickt.

Die Sorge in den USA ist groß, nachdem dort der erste Ebola-Fall bekannt wurde: Hat der Mann möglicherweise weitere Menschen angesteckt? Nach offiziellen Angaben hatte der Patient, der sich derzeit in Texas befindet, Kontakt zu mehreren Kindern. Die Schulbehörde des amerikanischen Bundesstaates teilte am Mittwoch (Ortszeit) mit, fünf Kinder aus vier verschiedenen Schulen seien mit dem Infizierten vor dessen Einweisung auf eine Isolierstation in Kontakt gekommen.

Die Kinder seien unter Beobachtung gestellt worden, zeigten bislang aber keine Symptome. Insgesamt seien 18 Menschen bekannt, die mit dem Patienten in Berührung gekommen sein könnten, hieß es von Seiten der US-Gesundheitsbehörde CDC.

Der Mann stammt nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC aus Liberia. Von dem westafrikanischen Land war er vor etwa zehn Tagen in die USA geflogen. Vor seinem Abflug habe der Mann keine Symptome der Krankheit gezeigt, bekräftigte ein CDC-Mitarbeiter in der US-Botschaft in der Hauptstadt Monrovia. Es ist der erste Fall seit Beginn der aktuellen Epidemie, dass ein Mensch sich in Afrika mit Ebola infizierte und dann außerhalb des Kontinents erkrankte.

Geringes Ebola-Risiko für Mitreisende

Unterdessen mehrt sich in den USA Kritik am Vorgehen des Texas Health Presbyterian Krankenhauses in Dallas, wo der schwer erkrankte Patient behandelt wird. Er hatte sich erstmals am 26. September mit Symptomen dorthin begeben, war aber zunächst nicht auf Ebola hin untersucht und mit Medikamenten wieder nach Hause geschickt worden. Erst zwei Tage später kam er erneut ins Krankenhaus und wurde dann positiv auf Ebola getestet.

Im Flugzeug ist von dem Patienten nach Einschätzung des Hamburger Virusexperten Jonas Schmidt-Chanasit noch keine Ansteckungsgefahr ausgegangen. "Der Mann war nicht erkrankt, als er im Flieger war. Da ist das Risiko null", sagte der Leiter der Virusdiagnostik des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin. Mitreisende könnten sich nur bei erkrankten Personen infizieren, die Fieber haben oder andere Beschwerden zeigten. Durch den internationalen Flugverkehr sei es möglich, "dass mal so ein Fall nach Deutschland importiert wird". "Es wird aber niemals bei uns zu so einem Ausbruch kommen wie in Westafrika. Unser Gesundheitssystem und unsere kulturellen Voraussetzungen sind ganz andere."

Mindestens 1500 Dosen eines experimentellen Ebola-Impfstoffes sollen Anfang 2015 für medizinisches Personal und andere Helfer in Westafrika eingesetzt werden. Kanada spendete der Weltgesundheitsorganisation die Substanz, die erstmals in den nächsten Tagen in den USA an gesunden Probanden getestet werden soll. Tests mit einem zweiten erfolgversprechenden Impfstoff laufen bereits seit September in den USA und Großbritannien.

kis/DPA/AFP / DPA

Wissenscommunity