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Epidemie: In Angola grassiert das Marburg-Virus

Bei dem jüngsten Ausbruch des tödlichen Marburg- Fiebers sind bereits 200 Menschen in Angola erkrankt und 173 davon gestorben. "Die Lage ist noch nicht unter Kontrolle", warnt die WHO.

Angesichts der alarmierenden Zahlen und der nie zuvor gesehenen raschen Ausbreitung der Seuche forderte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag, das Kontrollsystem in den von solchen Krankheiten bedrohten Staaten deutlich zu verbessern. "Die WHO macht immer die Feuer der Regierungen aus", erklärte Mike Ryan, WHO-Direktor für Notfall - und Reaktionseinheiten, am Freitag in Genf.

Am Beispiel des Verlaufs des tödlichen Marburg-Fiebers in Angola zeige sich, das Isolation das Allerwichtigste beim Ausbruch einer solchen Krankheit sei. "Es gilt, die Zeit, die sich infizierte Personen in der Gemeinschaft aufhalten, zu verringern."

Die hohe Zahl der Toten durch die Ebola-ähnliche Marburg-Krankheit ist beispiellos. Waren bisher hauptsächlich Kinder unter fünf Jahren unter den Toten, greife die Krankheit jetzt auch verstärkt auf Erwachsene über, hieß es in Genf.

Versuch, die Übertragungskette zu durchbrechen

"Die Lage ist noch nicht unter Kontrolle", sagte der WHO-Experte. Zwar liege das Hauptaugenmerk auf der nördlichen Provinz Uige, aber es gebe auch schon zwei bestätigte Fälle in der Haupstadt Luanda, berichteten Experten.

Die Anstrengungen der WHO in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium von Angola und anderen Hilfsorganisationen zeige jedoch Wirkung, sagte Ryan. "Wir unterbrechen die Übertragungskette, aber das ist sehr schwierig." Obwohl Partnerorganisationen und Dutzende von Helfern vor Ort ein weites Beobachtungs- und Labornetz geknüpft hätten, könne man von einer Gesundheitskrise auf nationaler Ebene sprechen.

Gegen das Fieber, das 1967 unter anderem in Marburg nach der Übertragung durch Affen ausbrach, gibt es weder eine Impfung noch Medikamente. Marburg-Viren werden über Körperflüssigkeiten übertragen. Die zuvor größte registrierte Erkrankungswelle gab es in der Demokratischen Republik Kongo. Von 1998 bis 2000 starben dort 123 Menschen.

Vor allem die örtlichen Behörden müssten schnell in die Lage versetzt werden, die Krankheit zu verstehen, sagte Ryan. Angolas Nachbarländer seien alarmiert. Dort zeige sich, wie nützlich das im Zusammenhang mit der Ebola-Seuche unter WHO-Hilfe aufgebaute Überwachungssystem sei. Insgesamt würden in Angola zur Sofort- Unterstützung des Gesundheitssystems 3,5 Millionen Dollar (2,7 Millionen Euro) benötigt, sagte Ryan.

DPA

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