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Zwei Nüsse am Tag sind unbedenklich Von Natur aus radioaktiv: Das müssen Sie über Paranüsse wissen

Paranüsse von oben fotografiert
Durch ihre Halbmondform fallen Paranüsse in jeder Nussmischung auf
© natalie_board / Getty Images
Paranüsse stecken voller wertvoller Inhaltsstoffe und schmecken gut. Doch wussten Sie auch, dass die Nüsse von Natur aus radioaktiv sind? Automatisch ungesund sind sie deswegen zwar nicht – dennoch gilt es auf die verzehrte Menge zu achten.

Paranüsse sind oft fester Bestandteil von Nussmischungen und sind besonders wohlschmeckend. Auch ihre Inhaltsstoffe können sich sehen lassen: In den halbmondförmigen Nüssen stecken zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und ungesättigte Fettsäuren. Vegetarier und Veganer schätzen sie vor allem wegen dem enthaltenen pflanzlichen Eiweiß. Auch sind sie besonders reich an Selen, einem Spurenelement, das unter anderem wichtig für die Zellerneuerung, das Immunsystem und die Fruchtbarkeit von Männern ist. Bereits eine einzelne Nuss deckt mehr als den Tagesbedarf an Selen.

Radium in Paranüssen

Dennoch empfiehlt die Verbraucherzentrale Bayern, Paranüsse nur in kleinen Portionen zu verzehren, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Der Grund: Die Nüsse seien von Natur aus radioaktiv. "Sie können rund 1000-fach höhere Radiumgehalte aufweisen als der Durchschnitt aller in Deutschland mit Radium belasteten Lebensmittel", erklärt Susanne Moritz, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Radium ist ein radioaktives Element. 

Personen, die in der Vergangenheit immer mal wieder Paranüsse gegessen haben, müssen sich deswegen aber nicht gleich Sorgen machen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat nachgerechnet: Personen, die täglich zwei Paranüsse essen, erhöhen die Aufnahme natürlicher Radionuklide um etwa die Hälfte im Vergleich zur einer herkömmlichen Ernährung. "Bei einer Strahlenbelastung in dieser Höhe muss niemand mit negativen gesundheitlichen Folgen rechnen", heißt es auf der Website des BfS.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO werden Paranüsse in Deutschland ohnehin in deutlich geringeren  Mengen verzehrt: durchschnittlich 0,1 Gramm pro Person und Tag. Eine Menge, die laut BfS, "gesundheitlich unbedenklich" ist. Gleichzeitig gibt das BfS aber zu bedenken: Wer regelmäßig Paranüsse isst, um seinen Selen-Status zu verbessern, könne auch auf Nahrungsergänzungsmittel ohne zusätzliche Strahlenbelastung zurückgreifen. 

Wie kommt die Radioaktivität in die Nuss?

Grundsätzlich enthalten alle Nahrungsmittel natürliche Radionuklide – manche mehr, manche weniger. Paranüsse nehmen wegen des hohen Radiumgehalts unter den Lebensmitteln eine "Sonderstellung" ein, schreibt das BfS. "Mit aus dem Boden aufgenommenen essentiellen Elementen gelangen auch radioaktive Stoffe in die Pflanzen und damit in die Nahrungskette."

Als Folge der Tschernobyl-Reaktorkatastrophe im Jahr 1986 sind in einigen Gegenden Deutschlands auch noch bestimmte Pilz- und Wildtierarten mit Cäsium-137 belastet. Diese Belastungen sind aber nicht mit der natürlich vorkommenden Radioaktivität zu verwechseln. Vor allem Südbayern und der Bayerische Wald waren vom sogenannten Tschernobyl-Fallout betroffen. Strahlenschutzexperten raten daher, Wildbret und wild wachsende Speisepilze aus belasteten Gebieten nur in üblichen Mengen zu verzehren, um die Strahlenbelastung gering zu halten.

In den kommenden Jahren werden die Belastungen laut BfS allerdings allmählich zurückgehen. Radiocäsium zerfällt mit der Zeit und wandert in tiefere Schichten des Waldbodens. 

Quelle: Verbraucherzentrale Bayern / Bundesamt für Strahlenschutz

ikr

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