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Großbritannien "Was ist los mit diesen Leuten?" – Covid19-Patient versteht seine Mitbürger nicht

Sehen Sie im Video: Britischer Covid-Patient versteht Mitbürger nicht.




"Was ist los mit diesen Leuten? Können sie nicht sehen, was vor ihren Augen geschieht? Ihnen fehlt der Verstand, sie sagen 'Ich lasse mich nicht impfen'. Es tut mir leid, aber wenn Sie den Impfstoff nicht haben, kommen Sie nicht in meinen Laden, nicht in meine Kneipe... Solange die Leute nicht geimpft sind, sollten sie von allem verbannt oder ausgeschlossen werden. Ich verstehe diese Leute nicht.", sagt jemand, der sie versteht - die Ausmaße es Coronavirus - der Lungenkrankheit Covid-19. Stephen Marshall ist 68 Jahre alt und erhält Sauerstoff auf der Intensivstation des Krankenhauses im britischen Milton Keynes. Vor einer kürzlich durchgeführten Operation am Rücken war er noch negativ aufs Coronavirus getestet worden. Auf einmal konnte er nicht mehr die Treppen hochgehen, ohne zu schnaufen oder zu keuchen. Er wollte nicht mehr essen oder trinken. Nach einer Woche rief er den Krankenwagen. In dem Krankenhaus wird das sichtbar, womit das ganze Land momentan zu kämpfen hat. Mit dem hochansteckenden Coronavirus und den noch ansteckenderen Mutationen. Ärztin Joy Halliday berichtet, dass die jüngste Covid-19-Welle das Krankenhaus noch heftiger getroffen habe als die erste. Zudem bemerkt sie Veränderungen: Die Stationen würden mit mehr jüngeren Menschen gefüllt werden, bei immer weniger Patienten würde die Bebhandlung erfolgreich anschlagen, die Krankenpflegerinnen und -pfleger und Ärzte seien erschöpfter, müder. "Sie bekommen entzündungshemmende Steroide und Remdesivir. Und trotzdem musste zum Beispiel Victorita, die jung, fit und einundfünfzig Jahr alt ist, am Ende an ein nicht-invasives Beatmungsgerät angeschlossen werden." Nicht-invasive Beatmungsgeräte sind mechanische Atemhilfen ohne Intubation, also ohne Einführung eines Beatmungsschlauchs in die Luftröhre. Die jüngste Person, die im Krankenhaus beatmet wird, ist erst 28 Jahre alt. Die offizielle Zahl der Todesopfer, die mit dem Virus infiziert waren, liegt bei 93.290 - die höchste Zahl in Europa und die fünfthöchste weltweit nach den Vereinigten Staaten, Brasilien, Indien und Mexiko. In der ersten Welle habe die Sterblichkeit bei Patienten, die auf die Intensivstation kamen, bei etwa 40 % gelegen, sagt Halliday, dieses Mal liege sie bei rund 80.
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Die Sterblichkeitsrate auf der Intensivstation im britischen Milton Keynes ist auf 80 Prozent gestiegen, und ist somit doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr. Corona-Patient Stephen Marshall versteht das Verhalten der Briten nicht.

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