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Drohende Epidemie: Drei Ebola-Patienten brechen aus Quarantäne aus

Im Kongo kämpfen Ärzte und Gesundheitspersonal gegen die Ausbreitung von Ebola. Und während sich auch die umliegenden Staaten gegen eine drohende Epidemie wappnen, sind in der Millionenstadt Mbandaka drei Patienten aus der Quarantäne ausgebrochen.

Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes läuft an Ebola-Quarantäne-Station vorbei

In mehreren Krankenhäusern im kongolesischen Mbandaka wurden Quarantäne-Stationen eingerichtet. Einige an Ebola Erkrankte wenden sich für Hilfe jedoch lieber an Priester.

AFP

Im Kongo sind bereits 27 Menschen an den Symptomen von Ebola gestorben, insgesamt wurden 58 Verdachtsfälle auf das Virus gemeldet. Mit einem experimentellen Impfstoff und Isolierstationen versucht das Gesundheitspersonal gegen eine drohende Epidemie in dem Land anzukämpfen. Doch die Gefahr der Ausbreitung ist groß - auch, weil drei Menschen die Quarantäne in der Großstadt Mbandaka verlassen haben.

Frühzeitige Behandlung erhöht Überlebenschance

Wie Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Mittwoch berichtete, hatten drei mutmaßliche Ebola-Patienten am Sonntag und in der Nacht zum Dienstag eine Isolierstation in einem Krankenhaus eigenständig verlassen. Einer der Patienten sei daheim gestorben, ein weiterer sei in das Krankenhaus zurückgekehrt und dort später gestorben. Zum Verbleib des Dritten gab es zunächst keine Informationen.

Das Gesundheitspersonal hatte demnach versucht, die Patienten vom Verlassen des Krankenhauses abzubringen. Allerdings sei es keine Lösung für diese Epidemie, Menschen zum Krankenhausaufenthalt zu zwingen, teilte MSF mit. Medizinisches Personal versuchte demnach, die örtliche Bevölkerung über die Symptome und Gefahren von Ebola aufzuklären. "Je früher Patienten betreut werden, desto größer ist ihre Chance auf Genesung - das reduziert auch das Risiko einer Ausbreitung", hieß es. 

Nachbarstaaten treffen Vorsorgemaßnahmen gegen Ebola

Bisher ist der jüngste Ausbruch von Ebola auf den Kongo begrenzt. Bei drei der 27 Todesfälle wurde das Virus bestätigt. Das Gesundheitsministerium hat damit seine Angaben vom Dienstag korrigiert. Einer der Todesfälle war irrtümlich als Ebola bestätigt worden. Die Todesursache hat sich später jedoch nicht als Ebola herausgestellt. 

Nun wappnen sich auch die Nachbarstaaten gegen die oft tödliche Krankheit. "Alle neun Staaten haben begonnen, Vorsorgemaßnahmen zu treffen", sagte Matshidiso Moeti, die bei Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Afrika zuständig ist. Besonders Kongo-Brazzaville und die Zentralafrikanische Republik seien wegen eines gemeinsamen Flusssystems gefährdet. Viele Menschen nutzen die Flüsse zum Reisen, hieß es in Genf.

Im Kongo ist es bereits der neunte Ebola-Ausbruch im Kongo in den vergangenen 40 Jahren. Ebola gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Bei einer verheerenden Epidemie in 2014 und 2015 starben in Liberia, Guinea und Sierra Leone mehr als 11.000 Menschen. 

fri / DPA

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