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Aggressiver Magen-Darm-Erreger: Norovirus in NRW und Schleswig-Holstein besonders aktiv

In diesem Winter scheint das Norovirus verstärkt aktiv. Laut Robert-Koch-Institut gibt es mehr Infektionen als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Wer dem Erreger entgehen will, sollte besonders auf Hygiene achten.

Das Norovirus unter einem Elektronenmikroskop

Das Norovirus unter einem Elektronenmikroskop

Es äußert sich mit Fieber, akutem Durchfall und plötzlichem Erbrechen: das Norovirus. Anders als in den Vorjahren grassiert der aggressive Magen-Darm-Erreger in 2016 aber deutlich heftiger. Eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI) bestätigte nun, dass es bereits mehr Meldungen über Infektionen gebe als sonst zu dieser Jahreszeit üblich. Es sei allerdings nicht ungewöhnlich, dass bestimmte Erreger in manchen Jahren früher und häufiger auftreten als in anderen Jahren. Die Zahlen lägen noch nicht außerhalb der üblichen Schwellenwerte. Laut jüngster RKI-Statistik gab es in der 43. Kalenderwoche Ende Oktober rund 1900 gemeldete Fälle bundesweit. Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt nur rund 1000 Fälle, 2014 rund 760.

NRW und Schleswig-Holstein besonders betroffen

Schleswig-Holstein gehört zu den Ländern, in denen sich das Virus derzeit relativ stark ausbreitet. Laut Institut für Infektionsmedizin der Universität Kiel wurden allein in der vergangenen Woche knapp 500 neue Fälle erfasst. Seit Beginn der Erkrankungswelle vor fünf Wochen wurden mehr als 1500 Neuinfektionen gemeldet.

Und auch NRW sieht sich derzeit einer besonders starken Ansteckungswelle ausgesetzt, vor allem im Ruhrgebiet. Wie "Der Westen" berichtet, haben sich in Duisburg in den vergangenen vier Wochen so viele Menschen infiziert wie in keiner anderen Revier-Stadt.

So sollte man sich vor dem Norovirus schützen

Das Norovirus führt zu starkem Flüssigkeitsverlust und ist deshalb vor allem für Kleinkinder, alte Menschen und geschwächte Personen gefährlich. Es wird meist bei direktem Kontakt zum Erkrankten übertragen, aber es kann sich auch über kontaminierte Flächen - zum Beispiel Waschbecken - ausbreiten. Durch sorgfältiges Händewaschen lassen daher Ansteckungen verhindern.

Wer sich zuhause um einen Erkrankten kümmert, sollte sehr auf die Hygiene achten. Beim Reinigen des Bades, aber auch von Türgriffen, trägt man am besten Haushaltshandschuhe. Desinfektionsmittel sind nach Angaben des RKI nicht erforderlich. Es empfiehlt sich Kleidung, Bettwäsche und Handtücher bei mindestens 60 Grad zu waschen.

mod / DPA

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