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Norwegen Corona-Ausbruch auf Hurtigruten-Schiff – 36 Infektionen, ein Deutscher darunter

Die MS Roald Amundsen
Die MS Roald Amundsen, die die  Hurtigruten bereist, kommt mit Corona-Infizierten an. Vier Besatzungsmitglieder eines Passagierschiffs der norwegischen Reederei Hurtigruten sind positiv auf das Coronavirus getestet worden.
© Hinrich Bäsemann / DPA
Nach einem Ausbruch mit dem Coronavirus auf dem Hurtigruten-Schiff "Roald Amundsen" sind inzwischen 36 Besatzungsmitglieder positiv auf Covid-19 getestet worden. 60 Passagiere sind in Tromsø in Quarantäne.

+++ Update: Am späten Samstagnachmittag wurden drei weitere Infektionen bei den Besatzungsmitgliedern gemeldet. Damit steigt die Gesamtzahl der Infektionen auf 36. Am Sonntag folgten weitere Informationen zur Staatsangehörigkeit. Dies wurde im Text aktualisiert +++

Es sollte das Comeback für das Hurtigruten-Schiff "Roald Amundsen" nach der ersten Corona-Welle sein. Doch das Virus lässt das Kreuzfahrtschiff vorerst im Hafen: Nach dem Ausbruch des Coronavirus unter der Besatzung in Norwegen ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen von vier auf 36 gestiegen, wie unter anderem der norwegische Rundfunk NRK am Samstag berichtete. Unter ihnen sei auch ein deutscher Staatsbürger, teilte die norwegische Reederei Hurtigruten mit. 33 andere Betroffene kämen aus den Philippinen, je einer aus Frankreich und aus Norwegen. Insgesamt sind derzeit noch 154 Crew-Mitglieder an Bord der "Roald Amundsen".  Die Corona-Tests von 120 der insgesamt 158 Besatzungsmitglieder seien negativ ausgefallen, fünf andere müssten nochmals getestet werden. 

Laut der norwegischen Zeitung "Aftenposten" befinden sich keine Gäste an Bord. 

Passagiere werden kontaktiert

Das Expeditionsschiff liege weiter im nordnorwegischen Tromsø vor Anker und werde isoliert, Passagiere befänden sich keine an Bord. Planmäßig hatte die "Roald Amundsen" am Freitagnachmittag in Richtung Spitzbergen in See stechen sollen – die Reise wurde jedoch abgesagt, nachdem am Freitag die ersten Infektionen bei Besatzungsmitgliedern des Schiffes bekanntgeworden waren. Diese vier Personen kamen in ein Universitätskrankenhaus.

Die 154 an Bord verbliebenen Crew-Mitglieder, darunter auch die neuen positiven Fälle, wiesen keine Krankheitsanzeichen oder Symptome für eine Covid-19-Erkrankung auf, erklärte Hurtigruten. Alle Passagiere, die auf den beiden am 17. und 24. Juli begonnenen Touren mit der "Roald Amundsen" unterwegs gewesen seien, seien über die Lage informiert worden. All diese Passagiere müssten für zehn Tage in Quarantäne. Norwegischen Medienberichten zufolge handelt es sich insgesamt um rund 380 Passagiere.

Reisender nach Hurtigruten-Reise positiv getestet

Laut Medienberichten sind 60 Passagiere, die am Freitagmorgen in Tromsø an Land gekommen sind, dort unter Quarantäne gestellt worden. Weitere würden kontaktiert. "Die Situation tut uns sehr leid. Wir haben jetzt einen starken Fokus auf die Betreuung unserer Mitarbeiter und Gäste, die noch in Tromsø sind", sagte Daniel Skjeldam, Chef der Hurtigruten der Zeitung.

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Wie NRK zuvor berichtete, teilte der Gemeindearzt in der Region Vesterålen am Mittwoch mit, dass bei einem Passagier, der vergangene Woche an Bord des Schiffes war, eine Infektion diagnostiziert worden war. Skjeldam sagte dazu, man hätte eine Bewertung vorgenommen, als dies erfahren hatte. "Wir haben beobachtet, ob wir Symptome bei Besatzungsmitgliedern oder bei Gästen hatten, die an Bord oder von Bord gegangen waren. Das hatten wir nicht."

Die Begleiter des Reisenden seien auf Covid-19 getestet worden, mit negativen Ergebnissen. "Basierend auf den Informationen, die wir damals hatten, war die Einschätzung, dass die Infektion aufgetreten sein muss, nachdem sich die Person auf dem Schiff war", so der Hurtigruten-Chef. Er weist zurück, dass neue Passagiere angekommen seien, nachdem der Infektionsfall bekannt wurde.

Skjeldam gab laut NRK an, dass 33 der mit Covid-19 infizierten Besatzungsmitglieder von den Philippinen stammen. "Eine der Haupttheorien von Hurtigruten ist, dass die Infektion mit einem der Besatzungsmitglieder von den Philippinen gekommen ist. Diese kamen am 17. und 24. Juli an Bord", sagte der Konzernchef. Alle Regeln für Tests und Quarantäne für internationale Besatzungsmitglieder seien befolgt worden.

Die norwegische Gesundheitsbehörde FHI hält es für möglich, dass sich weitere Menschen angesteckt haben könnten. "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es mehrere infizierte Personen gibt, aber das erfahren wir erst, nachdem die Tests durchgeführt wurden und die Quarantänezeit abgelaufen ist. Es ist jetzt wichtig, dass die Passagiere auf den beiden Reisen mit der Roald Amundsen unter Quarantäne gestellt werden", so Line Vold vom FHI.

Quellen: Nachrichtenagentur DPA, "Aftenposten", NRK, "VG"

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