Zwilling im Mutterleib tot gespritzt Spätabtreibung oder Totschlag? Prozess gegen Berliner Frauenärzte vor dem Ende

Pränatale Ultraschall-Untersuchung
Bei einer pränatalen Ultraschall-Untersuchung war bei einem Zwilling eine schwere Hirnschädigung festgestellt worden (Symbolbild)
© Daniel Karmann / DPA
In Berlin stehen zwei Geburtsmediziner wegen Totschlags vor Gericht. Der Vorwurf: Die Spätabtreibung eines Zwillingsfötus sei Totschlag gewesen. Die Staatsanwältin fordert Bewährungsstrafen. Doch wie entscheidet das Gericht in diesem medizinischem Grenzfall?

Es ist schon ein seltsamer Moment, als der Vorsitzende Richter Matthias S. die Angeklagten bittet, ihre Werdegänge darzulegen. Zuerst spricht Babett R., 58, leitende Oberärztin in Berlin Neukölln. Sie berichtet vom Studium, ihrem Praktischen Jahr, ihrer Facharztausbildung, ihren beruflichen Erfolgen. Ein Leben im Kreißsaal.

Prof. Klaus V., 73, war ihr Chef bis 2012, als er in den Ruhestand ging. Auch er schildert seinen Beruf als Berufung. Ein renommierter Pränatal- und Geburtsmediziner. Einer, der gern dort hinging, wo etwas Neues erforscht wurde, und der nach dem Ende seines Berufslebens ein drittes Studium abschloss.

Mehr zum Thema

Newsticker