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Ratgeber Erkältung & Grippe: Hochsaison für Viren

Grippe und Erkältung haben im Prinzip nur eines gemein: Sie plagen einen vor allem im Winter. Der neue stern.de-Ratgeber "Erkältung & Grippe" bietet umfassende Informationen über beide Krankheiten.

Wer schon einmal eine Grippe hatte, der kennt den Unterschied zwischen Grippe und Erkältung genau. So unangenehm eine Erkältung auch sein mag - meist klingt sie schnell und problemlos ab. Eine Grippe dagegen geht mit hohem Fieber einher und kann für Menschen mit geschwächtem Immunsystem sogar lebensbedrohlich sein. Nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts sterben jährlich etwa 10.000 Menschen in Deutschland an den Folgen eine Grippe.

Jedes Jahr neu impfen

Ein weiterer Unterschied zwischen beiden Krankheiten, der auf www.stern.de/grippe erklärt wird: Gegen die Grippe gibt es eine Impfung, gegen Erkältung nicht. Allerdings hat die Grippeschutzimpfung einen großen Nachteil gegenüber anderen Impfungen: Wer sich schützen will, braucht jedes Jahr im Herbst erneut eine Spritze. Der Grund: Influenza-Viren, die Auslöser der Grippe, verändern ständig ihre Oberfläche, so dass die Körperabwehr sie nicht wiedererkennt.

Daher steckt hinter der Herstellung des Grippeimpfstoffs ein komplizierter Prozess. Das gesamte Jahr über beobachtet die Weltgesundheitsorganisation WHO, welche Virusstämme besonders oft auftauchen. Darauf basierend empfehlen die WHO-Experten, gegen welche drei Virusstämme sich der Impfstoff der kommenden Saison richten soll. Die Impfung schützt also nicht vor "der Grippe", sondern lediglich vor diesen drei Virusstämmen. Aus demselben Grund bietet auch das Überstehen einer Grippe keine Immunität gegen die Krankheit an sich, man kann in seinem Leben mehrmals an Grippe erkranken.

Forschung am Universal-Impfstoff gegen Grippe

Eine belgische Forschergruppe testet zurzeit einen Impfstoff, der vor allen Grippeviren schützen könnte, die für den Menschen gefährlich sind. Die Wissenschaftler der Universität Gent haben für den Impfstoff einen ganz neuen Ansatz gewählt. Die gängigen Impfstoffe basieren auf zwei Eiweißen der Virushülle: Neuraminidase und Hämagglutinin. Diese beiden Proteine lösen die stärkste Immunantwort im Körper aus - nur verändern sie sich eben auch ständig. Doch neben diesen beiden Eiweißen findet sich auch das sogenannte M2-Protein auf der Virusoberfläche. Weil M2 sich im Gegensatz zu Neuraminidase und Hämagglutinin kaum verändert, ist es im Prinzip der optimale Kandidat zur Impfstoffentwicklung. Der neue Impfstoff wird bereits in einer ersten Studie am Menschen getestet, erste Ergebnisse dieser Untersuchung sind in etwa einem Monat zu erwarten. Bis zur möglichen Einführung eines Universalimpfstoffes werden allerdings noch Jahre vergehen.

Aktuelle Informationen zu Grippe und Erkältung

Welchen Schutz vor der Grippe es noch in diesem Winter gibt, erfahren Interessierte im neuen Ratgeber auf www.stern.de/grippe. Experten erklären zudem, welche Medikamente Ärzte zur Behandlung einer Grippe - oder einer Erkältung - verschreiben, wann Hausmittel helfen, ob Sport bei ersten Anzeichen einer Erkältung nutzt oder schadet und vieles mehr. Die Redaktion arbeitet eng mit den Experten Professor Winfried Kern und Professor Reinhard Berner zusammen. Winfried Kern ist leitender Arzt in der Infektiologie an der Medizinischen Uniklinik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Reinhard Berner ist Leitender Oberarzt des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Uni Freiburg. Die Experten beantworten Fragen im Livechat, der erstmals Mittwoch, den 9. Januar um 17:30 Uhr statfindet. Auch eine exklusive Beratung ist gegen eine Gebühr von 15 Euro möglich.

Nina Bublitz

Wissenscommunity