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SARS: Höchstzahl von SARS-Neuerkrankungen in Taiwan

In Taiwan hat sich am Samstag die SARS-Epidemie weiter ausgebreitet, China und Hongkong meldeten insgesamt zwölf weitere Todesopfer der schweren Lungenkrankheit.

34 Neuerkrankungen in Taiwan bedeuteten nach amtlichen Angaben einen neuen Höchststand seit Ausbruch der Krankheit vor zwei Monaten. Präsident Chen Shui Bian warnte davor, dass sich der Ausbruch zu einem "Buschfeuer" entwickeln könnte. Er forderte seine Landleute dazu auf, sich auf einen langen Kampf gegen die Krankheit einzustellen.

Bisher 37 Todesopfer

Am Freitag trat der taiwanische Gesundheitsminister Twu Shiing Jer von seinem Amt zurück und übernahm damit die Verantwortung für die Ausbreitung von SARS, die in Taiwan mittlerweile 37 Todesopfer gefordert hat. Twu wurde am Samstag durch den Epidemiologen Chen Chien Jen ersetzt. "Erkrankte haben ihre Symptome verheimlicht und einen Ausbruch in den Krankenhäusern verursacht", sagte Chen.

Auch in China weitere Erkrankungen

In China - ohne Hongkong - wurden am Samstag sieben neue Todesfälle bekannt, vier davon in Peking. Die Zahl der Toten stieg damit auf 282. Zudem wurden 28 Neuerkrankungen gemeldet, 19 davon in Peking. Hongkong meldete fünf weitere SARS-Tote, aber nur vier Neuerkrankungen am Samstag. Die Zahl der Todesopfer stieg damit auf insgesamt 243 in der ehemaligen Kronkolonie.

Vermehrt auf dem chinesischen Land

In China scheint sich die Krankheit zudem weiter auf ländliche Gebiete auszubreiten: In der nördlichen Provinz Shanxi sollen sich 500 weitere Personen mit der Krankheit angesteckt haben. Zehn Prozent der Neuerkrankten sind dort Bauern, verglichen mit sechs Prozent unter den insgesamt 5.209 SARS-Fällen im gesamten Land. Reisen zwischen den Provinzen unterliegen mittlerweile starken Einschränkungen. Dorfbewohner haben vielerorts Straßensperren errichtet, um Fremde fernzuhalten.

Disziplinatstrafen für Politiker

In der nördlichen Stadt Lanfang wurden 200 Personen unter Beobachtung gestellt, weil sie möglicherweise mit zwei Menschen in Kontakt kamen, die sich Hilfe suchend von einem Krankenhaus an das nächste wandten und deren Erkrankung erst spät erkannt wurde. Hunderte Regierungsbeamte erhielten mittlerweile in Peking Disziplinarstrafen - ihnen wurde persönliches Versagen im Kampf gegen die Krankheit vorgeworfen.

Reisewarnung für chinesische Provinz Hebei

Unterdessen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch eine Reisewarnung für die nordchinesische Provinz Hebei ausgesprochen, da sich laut ihren Erkenntnissen SARS in der Region weiter ausbreitet. In Hebei wurden bislang 194 SARS-Erkrankungen und acht Todesfälle gemeldet. Insgesamt warnte die WHO damit neben Hebei vor Reisen in weltweit acht Regionen: Taiwan, Hongkong, Peking, die Innere Mongolei und die Provinzen Guangdong (Kanton), Shanxi und Tianjin.

Singapur hofft auf Ende

Singapur hofft hingegen, dass die WHO am Sonntag erklären wird, die Krankheit sei in dem Stadtstaat unter Kontrolle. In Singapur wurde zuletzt am 27. April eine SARS-Neuerkrankung gemeldet - die WHO schreibt eine 20-tägige Frist ohne neue SARS-Fälle vor, damit unter anderem die Reisewarnung aufgehoben werden kann.

Toronto investiert in Imagekampagne

Toronto hat inzwischen 176 Millionen Dollar (153 Millionen Euro) für eine Imagekampagne bereitgestellt, um die ehemals von SARS betroffen kanadische Stadt wieder für Touristen attraktiver zu machen.

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