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Wissen Stimmt es eigentlich, dass das Material "Fischbein" nichts mit Fischen zu tun hat?

Eine Aufnahme von Barten eines Grauwals 
Eine Aufnahme von Barten eines Grauwals 
© Wildlife /M.Carwardine / Picture Alliance
Es ist ein festes wie biegsames Material, das früher sogar in Korsetts eingearbeitet wurde und so nicht nur Frauen, sondern auch eitlen Männern zu einer Wespentaille verhalf: sogenanntes "Fischbein". Von welchem Tier es stammt, erfahren Sie hier.

Stimmt es eigentlich, dass das Material "Fischbein" gar nichts mit Fischen zu tun hat?

Ja. Tatsächlich stammt das berühmte "Fischbein", das man früher in Form verstärkender Miederstäbchen in Korsetts einarbeitete, überhaupt nicht von Fischen. Und es handelt es sich bei diesem Material auch nicht um Knochen, also um Gebein. Man verwendete stattdessen die Barten bestimmter Wal-Arten: gefiederte Hornplatten des Oberkiefers, mit denen die mächtigen Meeressäuger ihre Kleinstorganismen-Nahrung – etwa Krill oder Plankton – aus dem Wasser kämmen.

Zur Zeit des Walfangbooms im 19. Jahrhundert spalteten professionelle Fischbeinreißer das so feste wie biegsame Material zu feinen, flexiblen Stäben, die dann in die Schnürleibe eingenäht wurden. Ihre im Wortsinn atemberaubende Wespentaille verdankten also die modebewussten Frauen – und übrigens auch manch eitle Männer! – ausgerechnet: einem Wal.

Quellen:Zentralinstitut für Kunstgeschichte /  World Wide Fund For Nature (WWF)

Stimmt es eigentlich, dass ...

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