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Vogelgrippe Zwei weitere Katzen mit H5N1 infiziert


Auf Rügen sind zwei weitere tote Katzen gefunden worden, die sich mit der Vogelgrippe angesteckt hatten. "Die Gefahr ist nicht mehr abstrakt", sagte Agrarminister Horst Seehofer. In China gab es einen weiteren menschlichen Todesfall.

Das Vogelgrippe-Virus H5N1 ist bei zwei weiteren toten Katzen auf Rügen festgestellt worden. Das bestätigte die Sprecherin von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer am Dienstagabend. Entsprechende Tests des Friedrich Loeffler-Instituts auf der Insel Riems seien positiv gewesen.

Die Tiere waren in der Nähe der Wittower Fähre gefunden worden, wo vor zehn Tagen bereits die erste infizierte Katze entdeckt wurde. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums von Mecklenburg-Vorpommern wurden die Katzen erst am Montag oder Dienstag gefunden. Das eine Tier sei im Nebengebäude eines leer stehenden Stalles gelegen, das andere sei von Polizisten in einer Gartenparzelle gefunden worden. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen seien vorerst nicht notwendig, hieß es.

Das Virus habe damit die Schranke zum Säugetier nicht nur in einem Einzelfall, sondern mehrfach überwunden. "Damit ist die Vogelgrippe deutlich näher an den Menschen gerückt", sagte der CSU-Politiker im Bayerischen Fernsehen. Man dürfe jetzt zwar nicht in Panik verfallen, aber er sehe eine potenzielle Gefahr für den Menschen. "Die Gefahr ist nicht mehr abstrakt", sagte der Minister. Jetzt zeige sich, wie bitter notwendig die jüngsten Schutzmaßnahmen für Haustiere seien.

Haben die Katzen infizierte Vögel gefressen?

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums von Mecklenburg-Vorpommern wurden die offenbar herrenlosen Katzen erst am Montag oder Dienstag gefunden. Das eine Tier habe auf dem Gehöft im Nebengebäude eines leer stehenden Stalles gelegen, das andere sei von Polizisten in einer Gartenparzelle gefunden worden, sagte Ministeriumssprecher Kay Schmekel. Derzeit werde untersucht, ob die Tiere infizierte Vögel gefressen haben. Bei der ersten infizierten Katze waren diese Untersuchungen bislang ergebnislos geblieben, fügte er hinzu: Ihr Magen und Darm seien leer gewesen.

Im Raum Wittower Fähre waren besonders viele mit dem Virus infizierte verendete Wildvögel gefunden worden. Zuvor hatte die Landesregierung in Schwerin mitgeteilt, dass zwölf weitere auf Rügen gefundene Wildvögel positiv auf H5N1 getestet wurden. Insgesamt wurden damit in Mecklenburg-Vorpommern seit Mitte Februar 146 infizierte Wildvögel und drei infizierte Katzen gefunden. Infizierte Vögel wurden zudem in fünf weiteren Bundesländern entdeckt. Am Montag war bekannt geworden, dass das Virus bei drei Katzen aus Österreich festgestellt wurde.

Zehnter Todesfall in China

Derweil ist in China ein neunjähriges Mädchen an der Vogelgrippe gestorben. Das Kind aus der östlichen Provinz Zhejiang sei am Montagabend der Krankheit erlegen, teilte das Gesundheitsministerium der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge am Mittwoch mit. Damit steige die Zahl der Todesfälle wegen der Vogelgrippe in China auf zehn.

143 Millionen Euro Verlust

Weil die Konsumenten aufgrund der Krise weniger Geflügelfleisch essen, forderten die deutschen Bauern finanzielle Hilfen. "Es ist eine äußerst schwierige Marktlage", sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner in Berlin. "Die Geflügelwirtschaft ist massiv betroffen."

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft hatte in der vergangenen Woche geklagt, die Nachfrage sei um bis zu 20 Prozent gesunken. Nach ersten Berechnungen entspricht dies einem Verlust von 143 Millionen Euro.

AP/DPA AP DPA

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