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Studie Welche Sportarten das Leben verlängern können

Frau läuft einen Berg hoch
Wer Sport langfristig in den Alltag integrieren möchte, sollte eine Sportart finden, die Spaß bringt.
© miljko / Getty Images
Dass Bewegung wichtig ist, um Körper und Geist fit zu halten, ist wohl allen Menschen klar. Forschende haben nun herausgefunden, welche Sportarten das Sterberisiko verringern können.

Wäre da nur nicht dieser innere Schweinehund zu überwinden, würden viele Menschen wahrscheinlich mehr Sport treiben. Denn die positiven Aspekte für Körper und die mentale Gesundheit sind bekannt. Eine große Studie aus den USA liefert nun einen weiteren Grund, sich mehr zu bewegen: Ob Laufen, Schwimmen, Radfahren, Golf spielen, Tennis spielen oder andere Schläger-Sportarten – sie alle haben gemein, dass sie das Risiko eines Todes durch Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei älteren Menschen senken. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Fachblatt "Jama Network Open",  veröffentlicht wurde. 

Die Forschenden werteten die Gesundheitsdaten von 272.550 Menschen aus. Die Teilnehmenden waren zwischen 59 und 82 Jahren alt. Sie wurden zu ihren wöchentlichen Aktivitäten befragt. Im Schnitt zwölf Jahre beobachteten die Forschenden die Proband:innen und analysierten die Gesundheitsakten auf Todesfälle durch Krebs, Herzerkrankungen und weitere Ursachen.

Aktivere Menschen haben ein geringeres Sterberisiko

Die Wissenschaftler:innen stuften jene Proband:innen als aktiv ein, die sich 7,5 bis 15 Stunden pro Woche körperlich bewegt haben. Ihre Sterberaten haben die Forschenden mit jenen Teilnehmenden verglichen, die sich pro Woche weniger als 7,5 Stunden bewegten. Das Ergebnis: Das Sterblichkeitsrisiko war bei den Aktiven um 13 Prozent niedriger als in der Gruppe mit den weniger Aktiven.

Die Forschenden geben deswegen folgende Empfehlungen für ältere Menschen ab: 2,5 bis fünf Stunden Ausdauersport oder schnelles Spazieren pro Woche und 1,25 bis 2,5 Stunden intensives Training wie Radfahren in der Woche. Die Weltgesundheitsorganisation rät zu mindestens 150 Minuten moderater Bewegung in der Woche oder mindestens 75 Minuten intensives Ausdauertraining.

Die Forschenden haben verschiedene Bewegungsprofile erstellt und dabei diese Sportarten unterschieden: Gehen, Golf, Schwimmen, Laufen, Radfahren, Tennis oder andere Ballsportarten mit Schläger und aerobe Sportarten.

Motivation wichtiger als Sportart

Wer Tennis spielt oder eine andere Ballsportart mit Schläger macht, ist am besten vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschützt. Es senkt das Risiko vor einem vorzeitigen Tod durch eine Herzkrankheit um 27 Prozent. Das Risiko für den Tod durch eine Krebserkrankung senkte das Laufen am meisten – um 19 Prozent.

Wer mehr Bewegung in den eigenen Alltag integrieren oder mit Sport beginnen möchte, sollte sich aber nicht dazu zwingen, eine bestimmte Sportart zu machen, weil sie das Leben verlängern kann oder am effektivsten beim Abnehmen hilft. Denn: "Jede und jeder muss die richtige Sportart für sich finden. Es geht immer um die persönliche Motivation und den Spaß an der Bewegung. Joggen ist zwar ein guter Ausdauersport, habe ich am Laufen aber keine Freude, halte ich es vielleicht drei Wochen durch. Es ist besser, langfristig die Sportart zu betreiben, die mir Spaß macht, auch wenn sie nicht das optimale Ausdauertraining bietet. Regelmäßige Bewegung das ganze Leben lang ist der Schlüssel zur Gesundheit", sagte Sportwissenschaftler Stefan Schneider im Gespräch mit dem stern.

Muskeln müssen synchron arbeiten

Warum ausgerechnet Ballsportarten mit Schläger oder Laufen vor Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, erklären die Forschenden so: Bei beiden Sportarten müssen viele Muskeln synchron arbeiten, um die Bewegung ausführen zu können. Die Augen-Hand-Koordination und die plötzlichen Bewegungen bei Tennis verbessere die körperliche Funktionsfähigkeit.

Die Ergebnisse der Studie weisen auf eine Assoziation zwischen einem geringeren Sterberisiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sportlicher Aktivität hin. Heißt: Die Forschenden können die inaktiven und aktiven Menschen und ihr Sterberisiko beobachten. Aber es ist nicht möglich, durch diese Art der Untersuchung zu beweisen, dass wirklich die sportliche Aktivität ursächlich für das geringere Sterberisiko ist.

Quelle:Studie in Jama Network Open, WHO

rha

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