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Fitness Peloton – neues Bike macht mehr Sportarten als nur Spinning möglich

Mehr als nur ein Bike 
Mehr als nur ein Bike 
© Peleton / PR
Peloton bringt auch in Deutschland ein neues Bike auf den Markt. Hauptneuerung ist ein drehbares Display – so werden Sportarten jenseits des Sattels besser möglich.

Peloton macht das Erlebnis einer Spinning-Class auch vom Wohnzimmer aus möglich. Die Idee schlug enorm ein, 2,6 Millionen trainieren mit Peloton. Gute Spinning-Bikes gab es auch schon vor Peloton, aber erst der Monitor und die Vernetzung mit anderen Fahrern und dem Trainer erzeugte das Team-Gefühl, das für den Spinning-Sport typisch ist. Vom klassischen Fahrradfahren unterscheidet sich Spinning merklich. Es ist ein Ausdauertraining, das in der Gruppe mit Musik auf stationären Bikes ausgeübt wird.

In Deutschland wird Peloton mit der Coronazeit in Zusammenhang gebracht. Aber das ist nur ein Zufall, sagt Martin Richter, der Country Manager für Deutschland dem stern. In Deutschland startete die Firma Ende 2019. "Wir waren schon vor Corona sehr glücklich mit dem Feedback und dem Erfolg in Deutschland." International existiert die Firma bereits seit acht Jahren.

Der Gründer John Foley war ein Riesenfan von Spinning-Classes, aber bei ihm änderten sich die Lebensumstände. Kinder, ein anderer Job – auf einmal fehlte die Zeit, an Wettbewerben teilzunehmen. Und zu Hause ganz allein auf dem Rad zu schwitzen, befriedigte ihn nicht. So kam er auf die Idee der virtuellen Spinning-Class.

Leicht aufs Bike 

"Unser Ziel ist es auch heute, einen möglichst einfachen Zugang zum Sport zu ermöglichen. Die Pandemie hat dann noch einen Extra-Boost gebracht. Da kamen weitere Faktoren hinzu. Es gab keine Veranstaltungen mehr, es durfte nicht gereist werden, die Fitnessstudios hatten geschlossen und viele arbeiteten zu Hause. Dieser Situation kommen wir mit unserem Produkt sehr entgegen." 

Deutschland war der erste nicht englischsprachige Markt für Peloton. Derzeit gibt es zwei deutschsprachige Instruktoren, und es sollen mehr werden. Gesendet wird von London aus.

"Wir versuchen die Erfahrung eines Cycling-Spinning-Studios nach Hause zu bringen. So dass man sich wie in den Kurs reingezogen fühlt. Das unterscheidet uns, das gab es vorher so nicht. Und hier sind wir sicherlich auch Vorreiter. Einsam ist man bei uns nie beim Training, man kann High Fives verteilen, man kann Leute pushen – das finde ich selbst extrem wichtig. Du schwitzt nicht allein auf dem Bike, da ist immer jemand, der dich supportet," schwärmt Richter. "Die Muttersprache ist entscheidend – es soll möglichst keine Barriere geben." Um das Angebot im deutschsprachigen Raum zu vergrößern, werden englischsprachige Klassen mit Untertiteln belegt.

Mehr Yoga und Krafttraining

Als Neuheit gibt es nun das Bike +. Es reagiert auf den Wunsch der Mitglieder, mehr als nur Spinning zu machen. "Wir haben jetzt einen drehbaren Screen, sodass man nahtlos vor oder nach seiner Spinning-Class Krafttraining, Yoga oder Stretching machen kann." Spinning bleibt natürlich weiterhin der Fokus, wer kein Interesse am Radeln hat, wird sich kaum ein teures und großes Bike von Peleton in die Wohnung stellen.

Denn billig ist das Bike + nicht. Der Preis beträgt 2700 Euro, dafür gibt es dezente Weiterentwicklungen des Spinning-Bikes selbst, einen größeren und eben drehbaren Monitor mit einer Diagonale von 60 Zentimetern und eine bessere Soundbar. Dazu wird nun das Apple GymKit unterstützt. Um das Peleton sinnvoll zu nutzen, kommt noch eine Monatsgebühr von 39 Euro dazu. "Die relativiert sich aber etwas," sagt Richter. "Das ist keine Eins-zu-eins-Beziehung. Das kann jeder in der Familie nutzen, und man kann verschiedene Profile anlegen."

2700 Euro sind viel Geld, anderseits wird für ein E-Bike im Durchschnitt noch mehr ausgegeben. "Das ist ein Premiumprodukt. Wir bewegen uns preislich in einer Liga wie andere Premiumprodukte. Da könnte man das iPhone anführen."

Zum internationalen Erfolg haben die zahlreichen Sportler und Prominente beigetragen, die ein Peleton benutzen. Neuester Coup: In Deutschland wird Peleton offizieller Partner der DfB Academy. Dazu kommt ein klares Versprechen: Niemand kauft die Katze im Sack. Interessenten kennen sich das Bike in den Geschäften ansehen, vor Corona war mit Voranmeldung auch ein Probelauf möglich.

"Unsere Bikes kann man zu Hause 30 Tage lang testen. Ohne Verpflichtung. Wir bringen es vorbei und bauen es auf. Wenn Du dann merkst, dass es für Dich das Richtige ist, freuen wir uns. Wenn es aus irgendeinem Grund nichts für Dich ist, ist es auch fein. Dann holen wir es wieder ab. Das bieten wir so als Erste im Markt an." Tatsächlich kennt Peloton nicht das Phänomen von "großen Vorsätzen und kleinen Taten." Nach einem Jahr sollen immer noch 95 Prozent der User trainieren und das nicht zu knapp, im Durchschnitt werden 12 Workouts im Monat absolviert.

Fazit

Mit dem Bike + will Peloton seine führende Stellung bei vernetzten Workouts von daheim ausbauen. Dazu muss mehr angeboten werden als nur Laufen und Spinning. Wobei das Laufband in Deutschland noch gar nicht angeboten wird. Denn andere Mitbewerber haben den lukrative Markt auch entdeckt. Sport im Haus und doch nicht allein, das reizt viele. Auch mit dem Bike + steht dieser Markt erst am Anfang. Fraglich ist nur, ob sich Giganten wie Peloton auf Dauer durchsetzen. Genau genommen wird nur die Illusion eines persönlichen Trainers vermittelt, wenn über 1000 Personen in der Klasse trainieren.

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