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HBO/BBC "Industry" – neue Serie um Sex, Drogen und Kursmanipulationen

Die Kunst der Täuschung: Der Zuschauer glaub, er sieht "alles" - dabei sieht er überhaupt nichts.
Die Kunst der Täuschung: Der Zuschauer glaub, er sieht "alles" - dabei sieht er überhaupt nichts.
© HBO/BBC
Die Serie "Industry" begleitet eine Gruppe junger Berufsanfänger bei ihrem ersten Job. Es blühen die Intrigen und die sexuellen Eskapaden. Die Hauptdarsteller sprechen über gewagtesten Sexzenen des Jahres.

Hochfinanz hat in der Filmwelt immer mehr mit Sex und Drogen zu tun als mit langweiligen Verlaufskurven. Die Koproduktion von BBC und HBO "Industry" macht das nicht anders. Die Serie begleitet einer Gruppe von Uni-Absolventen in die brutale Welt des Investmentbankings. Ein Haifischteich: Denn nur die Hälfte der jungen Einsteiger werden übernommen.

Jeder kämpft gegen jeden und dabei ist jedes Mittel recht. Die deftigen Sexszenen waren für die Darstellerinnen eine Herausforderung. Myha'la Herrold und Marisa Abela sprachen mit der britischen Times darüber, wie es ist vor der Kamera beim Anblick eines Instagram-Accounts zu masturbieren.

"Industry": geplant un-erotisch

Die junge Harper Stern – gespielt von Myha'la Herrold – zieht von New York nach London, um bei dem fiktiven Hochfinanzunternehmen Pierpoint & Co. anzufangen. Für Myha'la Herrolds war es die erste große Rolle. "Ich war eigentlich ganz aufgeregt, eine Sexszene zu drehen", sagt sie. "Sex ist ein Teil des Lebens und sicherlich ein Teil des Lebens dieser Leute, und die Serie geht gut damit um. Sex ist nicht immer süß und sexy, sondern auch unbeholfen und schmutzig! Ich hatte einen Körper wie meinen – klein, mit Tattoos und kleinen Titten – noch nicht in vielen Sexszenen gesehen."

Ihr Mutter war weniger von den Sexszenen schockiert, sondern wie schlecht die Figur ihrer Tochter von ihrem männlichen Chef behandelt werden. "Ich muss sie daran erinnern, dass es nur eine Serie ist", so Herrold. Sie glaubt, dass der Erfolg der Show daran liege, dass sie junge Menschen in einer feindlichen, erwachsenen Umgebung zeige. Auch wenn das Finanzbusiness etwas dramatisch als Mix von Slang und Intrigen dargestellt wird. Eine heftige Droge- und Partyszene musste sie komplett improvisieren, das Drehbuch gab nichts außer "Drogenmontage" vor. "Der Regisseur filmte uns beim Herumalbern und Tanzen. Gelegentlich warf er auch Requisiten ein. Am Ende hatte ich Kopfschmerzen wegen des Gebrülls." Das weiße Pulver, das sie schnupften, war natürlich Milchpulver.

So locker ging es bei den Sexszenen nicht zu. Alles wurde mit Intimitätskoordinatoren akribisch geplant. Wirklich erotisch wurde es nicht. "Ich trug so ein Ding namens Merkin, das ist eine Silikonvagina, über meiner eigenen Vagina, und das sieht echt aus, aber es bedeutet, dass ich nicht berührt werde."

Wie Szenen in einem Actionfilm

Marisa Abela spielt ihre Konkurrentin Yasmin, die sich fragt, ob sie von ihrem frauenfeindlichen Chef jemals ernst genommen wird. "Welcher Mann in dieser Welt wird schon Ratschläge von einer jungen, sexuell attraktiven Frau annehmen", sagt sie. "Yasmin ist eine Frau, die sexuell völlig selbstbewusst ist, und das einzige Mal, dass sie nicht entschuldigt ist, ist beim Sex", so Abela. Die sexuelle Spannung, die sich über die Folgen aufbaut, entlädt sich schließlich auf der Weihnachtsfeier im Büro. "Die war vorher komplett choreografiert", sagt sie. "Als würde man eine Kampfszene proben. Niemand berührt tatsächlich jemals das, was man glaubt, dass er es berührt. In Wirklichkeit gibt es nichts, was weniger sexy ist als eine Sexszene. Der Beleuchter steht in der Ecke und versucht, sich hinter der Kamera zu verstecken, der Typ mit dem Mikrofon schaut in die andere Richtung, nimmt aber das Ganze auf."

Dennoch fand sie diese Szenen "überwältigend – ich war nervös, mich bis auf meine Unterwäsche auszuziehen. So etwas hatte ich noch nie zuvor gemacht." Eine Lap-Dance-Szene fand sie wirklich "peinlich". "Als es dann zu einer Dreier-Szene kam, dachte ich mir, ja, was soll's."

Sky Atlantic zeigt die erste Staffel ab dem 30. Dezember immer mittwochs um 20.15 Uhr. Jeweils drei Folgen am Stück – deutsch synchronisiert oder im englischen Original.

Quelle: The Times

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