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Eklat um PEN-Preis: Schriftsteller-Streit um die Ehrung von "Charlie Hebdo"

Sechs PEN-Schriftsteller protestieren gegen den Preis für den Mut zur Meinungsfreiheit für "Charlie Hebdo". Die Literaten-Vereinigung bleibt hart - und Salman Rushdie wird zynisch.

Von Sophie Albers Ben Chamo

Sechs PEN-Autoren finden "Charlie Hebdo" nicht preiswürdig. Dazu brauche es schließlich "Bewunderung und Respekt"

Sechs PEN-Autoren finden "Charlie Hebdo" nicht preiswürdig. Dazu brauche es schließlich "Bewunderung und Respekt"

Das hat es in der Geschichte des renommierten PEN-Clubs noch nicht gegeben: Sechs Autoren der internationalen Literaten-Vereinigung, die vor allem auch gegründet wurde, um die Meinungsfreiheit in aller Welt zu verteidigen, haben sich gegen die Verleihung des Preises für Mut zur Meinungsfreiheit für die erste Ausgabe von "Charlie Hebdo" nach dem Attentat im Januar ausgesprochen. Unter anderem Michael Ondaatje ("Der englische Patient"), Booker-Prize-Träger Peter Carey ("Oscar und Lucinda") und Francine Prose wollen unter Protest der Preisverleihung beim alljährlichen PEN-Galadinner am kommenden Samstag fernbleiben.

Die Schriftsteller empörten sich über die in "Charlie Hebdo" veröffentlichten Darstellungen von Muslimen und "die allgemeine Entrechtung", heißt es.

Weder Bewunderung noch Respekt

Nach dem Massaker in Paris im Januar, bei dem selbsternannte Islamisten auf einer Mordtour elf Mitarbeiter des Satire-Magazins, einen Polizisten und vier Besucher eines jüdischen Supermarktes ermordeten, drückten Millionen Menschen unter dem Motto "Je Suis Charlie" ihre überwältigende, allgemeine Unterstützung für die Meinungsfreiheit aus, zu deren Symbol das Satireblatt mittlerweile geworden ist.

Doch gehen die anti-religiösen Karikaturen offenbar einigen Autoren zu weit. "Ich war schockiert, als ich von dem Preis hörte", zitiert der "Guardian" aus einem Interview mit Prose, die auch schon PEN-Präsidentin war. Sie sei für grenzenlose Meinungsfreiheit und verurteile die Anschläge, aber solch ein Preis drücke auch "Bewunderung und Respekt" für die Arbeit der Gewinner aus. Die sie offensichtlich nicht nachempfinden kann.

Die Preisverleihung ist der Höhepunkt des alljährlichen PEN-Festivals "World Voices", das künstlerische Erfolge und künstlerischen Ausdruck feiert. Ondaatje selbst war hier schon Preisträger, aber auch Salman Rushdie und Philip Roth.

Gegen das "Veto der Mörder"

PEN-Präsident Andrew Solomon reagierte auf die Entrüstung der Autoren mit der Feststellung, dass man sie wahrgenommen habe, jedoch "stark" von der "Angemessenheit" des Preises überzeugt sei. "Charlie Hebdo" habe nicht nur Muslime, sondern alle Religionen aufs Korn genommen. "Wir sind nicht der Ansicht, dass wir alle die Inhalte der 'Charlie Hebdo'-Karikaturen gutheißen müssen, um die Prinzipien zu bejahen, für die sie stehen", so Solomon.

Auf der PEN-Website heißt es außerdem: "Das 'Veto der Mörder' ist in den letzten Jahren zum globalen Phänomen geworden, besonders in den vergangenen Monaten, als wir nicht nur die Morde in Paris, sondern auch in Kopenhagen und Bangladesh gesehen haben. In Anbetracht der zunehmenden Verschärfung der gewalttätigen Intoleranz gegenüber Meinungen, die manche als beleidigend empfinden, hat der ehemalige Präsident des PEN-American-Center, Salman Rushdie, gesagt, dass er die "Satanischen Verse" zwar genauso wieder schreiben würde, dass er die Repressalien der heutigen Zeit aber wohl nicht überleben würde.

"Nur sechs Weicheier"

Rushdie selbst, der wegen einer Fatwa seit Ende der 80er Jahren unter Personenschutz stand, wurde am Montag noch etwas deutlicher. Auf Twitter machte der gefeierte Autor seinem Ärger Luft:

(Der Preis wird verliehen. PEN bleibt standhaft. Nur sechs Weicheier. Sechs Autoren auf der Suche nach ein bisschen Persönlichkeit.)

"Wenn PEN als Organisation der Meinungsfreiheit nicht Menschen verteidigen und feiern kann, die ermordet wurden, weil sie Bilder gezeichnet haben, dann hätte diese Organisation ihren Namen nicht verdient", so Rushdie zudem im "Guardian". "Was ich Peter [Carey], Michael [Oondatje] und den anderen sagen würde? Ich hoffe, ihr werdet niemals verfolgt."

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.