Wenn Kinder ihren Traumurlaub beschreiben dürften, sähe die Welt einfach aus: Eis zum Mittagessen, ein Hotelzimmer, das sich von alleine aufräumt, und stundenlanges Toben auf Wasserrutschen. Eine Studie der Reiseplattform Marriott Bonvoy hat in Deutschland 2.000 Eltern mit Kindern zwischen 5 und 16 Jahren befragt und dabei ermittelt, was die Kleinen wirklich wollen - und was sie auf keinen Fall ertragen können.
Die Zahlen dahinter: 64 Prozent der befragten Kinder nennen freie Hand am Frühstücksbuffet als das Beste am Hotelaufenthalt. Direkt dahinter rangiert die Tatsache, dass man sein Zimmer nicht aufräumen muss - für 54 Prozent ein Pluspunkt. Eis zum Mittagessen wünschen sich 55 Prozent, und 62 Prozent hätten gerne einen großen Pool mit Rutschen.
Langeweile und Erwachsenenprogramm unerwünscht
Deutlicher wird es bei der Frage, was Kinder im Familienurlaub am wenigsten mögen. 58 Prozent nennen Langeweile als größten Störfaktor. 43 Prozent haben keine Lust darauf, zu Aktivitäten wie Museumsbesuchen geschleppt zu werden, die nur für Erwachsene interessant sind. Die Botschaft: Kinder wollen keinen durchgetakteten Kulturplan, sondern Zeit zum Spielen, Entspannen und selbst Entscheiden.
Andrew Watson, Chief Commercial Officer EMEA bei Marriott International, fasst zusammen: "Kinder haben uns gesagt, dass sie keine komplizierten Reisepläne wollen. Sie wollen Freiheit, Spaß und gut verbrachte Zeit mit ihren Familien."
Viele Eltern lassen Kinder mitentscheiden
Und tatsächlich scheinen viele Familien diese Philosophie bereits zu leben. Zwar geben 42 Prozent der Eltern zu, dass es schwierig sein kann, bei der Urlaubsplanung allen gerecht zu werden. Doch immerhin 43 Prozent lassen ihre Kinder bei der Wahl des Reiseziels oder der Unterkunft mitentscheiden. 39 Prozent haben ihren Nachwuchs sogar schon einmal einen Urlaub planen lassen.
78 Prozent der befragten Eltern sagen, sie wären neugierig darauf, ihr Kind beim nächsten Mal die Planung übernehmen zu lassen. Der Grund: 60 Prozent der Eltern geben an, dass gemeinsame Familienzeit ihre oberste Urlaubspriorität ist. 45 Prozent legen außerdem Wert darauf, dass die Reise einfach und stressfrei verläuft. Wenn der Familienfrieden also auf Kosten des Museumsbesuchs ginge, scheint das den meisten Eltern recht zu sein.
Spanien, Griechenland und Italien vorn
Deutsche Familien setzen laut der Umfrage von Marriott Bonvoy auf funktionale Aspekte bei der Hotelwahl. Zugang zu einem Pool nennen 59 Prozent als wichtig, 58 Prozent wünschen sich einen Strand in der Nähe. 49 Prozent legen Wert auf vielfältige Essensoptionen. Beim Reiseziel sind sich die Kinder einig: Es soll warm sein und Wasser in der Nähe. Spanien steht mit 29 Prozent ganz oben auf der Wunschliste, gefolgt von Griechenland mit 21 Prozent und Italien mit 20 Prozent. Das Mittelmeer bleibt für deutsche Familien damit die erste Wahl beim Sommerurlaub.
Die Umfrage zeigt: Familienurlaub verändert sich. Es geht nicht mehr nur darum, Kompromisse zu finden, sondern darum zu verstehen, was alle Beteiligten wirklich glücklich macht. Und manchmal fängt das mit Eis zum Mittagessen an.