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Fantasy Filmfest Frisches Blut nach 20 Jahren


Harte Thriller, Science-Fiction- und Horrorfilme - seit 20 Jahren erlöst das "Fantasy Filmfest" Kinofreaks von dem Zwang, gute Miene zum guten Wetter zu machen. Die Festivaltour hat wieder begonnen, diesmal mit einer Neuerung.
Von Ralf Sander

Seit 20 Jahren heißt es im Hochsommer für Vampire und einen bestimmten Menschenkreis: Was interessiert mich die Sonne, ich gehe dorthin, wo es dunkel ist und kalt und ich unter meinesgleichen bin. Seit 1987 präsentiert das Fantasy Filmfest (FFF) Thriller, Science-Fiction- und Horrorfilme, die es unter normalen Umständen nicht bis nach Deutschland schaffen. Was mit ein paar Ausgewählten in Hamburg begann, tourt inzwischen durch acht Großstädte in ganz Deutschland. Wer so viel mitnehmen will wie möglich, muss hart arbeiten. An sieben Tagen werden knapp 70 Filme gezeigt, davon rund 50 als Deutschlandpremieren.

Um nach zwei Dekaden ersten Alterserscheinungen vorzubeugen, haben die Festivalmacher ihrem Kind eine Transfusion verpasst. Es gibt eine neue Kategorie: "Fresh Blood" ist Nachwuchsregisseuren und ihren ersten Werken gewidmet. Darunter zum Beispiel der deutsche Werbefilmer Hans Hoff mit seinem Eine-Seefahrt-ist-nicht-lustig-Thriller "Adrift - Open Water 2". Eher erdverbunden-schmutzig geht es im Kuhzüchter-Horror "Isolation" aus Irland zu.

Termine

München

18. bis 26. Juli

Stuttgart

19. bis 26. Juli

Nürnberg

26. Juli bis 02. August

Frankfurt

26. Juli bis 02. August

Köln

02. bis 09. August

Bochum

02. bis 09. August

Berlin

09. bis 16. August

Hamburg

09. bis 16. August

Das "frische Blut" löst die Reihe "French Connection" mit französischen Filmen ab, die nun in die Hauptkategorie "Official Selection" einsortiert wurden. Dort geht es wild zu: Ein Neonazi kämpft gegen einen Priester ("Adam’s Apples" aus Dänemark); Deutschlands Schauspielstar Daniel Brühl leidet auf hoher See ("Cargo" aus Spanien); ein japanischer Animationsfilm versucht im zweiten Anlauf alles besser zu machen ("Final Fantasy VII: Advent Children"); und Schweden stellen fest, dass Vampire noch mehr nerven, wenn es nie hell wird, weil gerade Polarnacht herrscht ("Frostbite").

Allen, die denken, ihre Betriebsausflüge seien ätzend, könnte der FFF-Eröffnungsfilm "Severance" helfen: Die britische Splatterkomödie erzählt auf blutigstmögliche Art von einem missglückten Motivationsseminar für Vertriebsmitarbeiter. Ein außergewöhnlicher Augenschmaus verspricht "Renaissance" zu werden, ein französischer Krimi in computergenerierter Schwarz-weiß-Optik - ohne Grautöne! Den Festival-Schlusspunkt setzt der neueste Irrsinn des genialen Exzentrikers Michel Gondry: "The Science of Sleep".

Zwei Traditionsreihen gibt es auch in diesem Jahr wieder: "Focus Asia" bringt Neues aus der Welt der Martial-Arts, aber auch Krimidramen wie "Bystanders" aus Südkorea, der sich um Morde unter Schülern dreht. (Beachten Sie auch die "zehn phantastischen Tipps" der Redaktion.)

Die ganz Harten erwartet in der Nacht "Midnight Madness", wo keine Blutfontäne zu hoch und kein Witz zu flach ist. Ganz fürchterlich könnte zum Beispiel "Snoop Dogg’s Hood of Horror" werden. Alternde Rapper drehen Gruselfilme... als wären ihre Videos nicht schon schlimm genug.

Das Fantasy Filmfest startet am Dienstag in München und kommt dann nach Stuttgart, Nürnberg, Frankfurt, Köln, Berlin und Hamburg.

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