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Preisverleihung Offline und ohne Promis: So unglamourös werden heute Nacht die Golden Globes verliehen

Lady Gaga bei der Verleihung der Golden Globes im Jahr 2019
Auf solche Bilder, wie hier Lady Gaga mit ausladender Robe auf dem roten Teppich bei den Golden Globes 2019 wird man dieses Jahr verzichten müssen
© Jordan Strauss / DPA
Lange galten die Golden Globes als die wichtigsten Filmpreise nach den Oscars. In diesem Jahr gibt es keine TV-Übertragung, keinen roten Teppich in Beverly Hills sowie nur sehr wenig Publikum. Die aus Deutschland stammende Chefin des Verbands, der die Preise vergibt, ist dennoch zuversichtlich, was die Zukunft der Globes angeht.

Keine Stars, keine TV-Kameras und kein roter Teppich: Die Bekanntgabe der Golden-Globe-Gewinner in der Nacht zum Montag in Beverly Hills (3 Uhr MEZ) ist nicht die übliche Gala-Party. Auch wegen der Corona-Pandemie hätten sie umdenken müssen, erzählte Helen Hoehne, Vorsitzende des Verbands der Auslandspresse (HFPA), vorab der Deutschen Presse-Agentur. Sie hätten nur eine kleine Zahl von Gästen, Mitglieder und Spendenempfänger, eingeladen. 

"Kein Publikum, keine Medien, keine Prominente", sagte die gebürtige Hamburgerin, die im September zur neuen HFPA-Chefin gewählt wurde. Es wird eine kleine Veranstaltung, aber sie freuten sich, wieder die Besten aus Film und Fernsehen zu würdigen, wie sie es seit 79 Jahren machten. 

Golden Globes ohne Fernsehübertragung und ohne Livestream

Es gibt keine TV-Übertragung, keinen Livestream. Die Namen der Gewinner sollten nur in den sozialen Medien mitgeteilt werden. Im vorigen Jahr war die Organisation vor allem wegen mangelnder Diversität – kein schwarzes Mitglied gehörte dem Gremium an – unter Druck geraten. Der Sender NBC sagte die TV-Übertragung für 2022 ab, viele Stars übten heftige Kritik, Firmen setzten die Zusammenarbeit aus.

"Wir haben in den letzten neun Monaten sehr hart daran gearbeitet, unsere Organisation von Grund auf zu reformieren und umzustrukturieren", sagt Hoehne. Ein Diversitäts-Berater wurde eingestellt, ein neuer Vorstand gewählt, die Mitgliedschaft vergrößert. 21 neue Mitglieder, darunter sechs schwarze Journalisten, wurden seither aufgenommen. 103 Auslandsjournalisten stimmen nun über die seit 1944 vergebenen Preise ab.

Begeisterungssturm der Promis über Nominierung blieb aus

Im Rahmen des Globe-Events will der Verband auch seine philanthropische Arbeit und die Reformen ansprechen. In den vergangenen 25 Jahren habe die HFPA mehr als 50 Millionen Dollar an Dutzende Wohltätigkeitsorganisationen gespendet, sagt Hoehne. Darunter ist der Verein "Streetlights", der Minderheiten und Frauen in der Filmbranche unterstützt. Statt Promis sollen nun Vertreter dieser Gruppen auf der Bühne stehen, die Umschläge öffnen und die Preisträger verkünden.

Trotz Kritik und Krise bei den Globes verteidigt Hoehne die Entscheidung, auch in diesem Jahr Anwärter zu nominieren und Preise zu vergeben. Stars wie Jessica Chastain, Nicole Kidman, Cynthia Erivo, Omar Sy und Billy Porter hätten ihre Nominierung Mitte Dezember in den sozialen Medien begrüßt, zählt Hoehne auf. "Das freut uns natürlich." Doch der übliche Begeisterungssturm Dutzender Hollywoodstars war diesmal ausgeblieben.

January Jones trägt zehn Jahre altes knappes Versace-Kleid – eine andere macht es ihr nach

"Manchmal braucht man einen Wake-Up-Call, um sich zu verändern", reflektiert die deutsche Journalistin. Der Boykott sei recht hart gewesen, aber die HFPA stehe nun viel besser da. "Auf jeden Fall sind wir zuversichtlich, dass wir 2023 für unser 80. Jubiläum wieder eine Gala haben", sagt Hoehne. Sie hofft auf ein Comeback. Jahrelang hatten die Golden Globes den Ruf, Hollywoods lockerste und champagnerseligste Trophäen-Party zu sein. 

jek DPA

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