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Goldene Kamera: Hollywood an der Spree

Bei der 41. Verleihung der Goldenen Kamera in Berlin haben am Donnerstagabend Stars wie Charlize Theron, Jerry Lewis und Bob Geldof für Glanz gesorgt. Auch dabei: Die Pussy Cat Dolls, Rudi Carrell und deutsche Prominenz.

Stars und Sternchen bei der Verleihung der 41. Goldenen Kamera in Berlin: Charlize Theron glänzte am Donnerstagabend mit fast akzentfreien Sätzen auf Deutsch und trockenem Humor. "Das ist eine große Ehre", sagte die südafrikanische Oscarpreisträgerin ("Monster") in Berlin zu ihrer Goldenen Kamera als beste internationale Schauspielerin. Danach meinte die 30-Jährige ironisch, sie komme gerne nach Deutschland, weil dort - wie bei der Verleihung - ihr nackter Hintern auf der Leinwand gezeigt werde.

Softer zeigte sich Popsänger Xavier Naidoo. "Ich habe euch im Herzen", hauchte er bei der ZDF-Gala ins Mikrofon, als er die "Hörzu"-Auszeichnung entgegennahm. Zu der von Thomas Gottschalk moderierten Verleihung kamen zahlreiche Prominente, darunter Sir Bob Geldof und die Comedylegende Jerry Lewis. Showmaster Rudi Carrell erhielt den Preis für sein Lebenswerk, die bewegende Lautdatio hielt Alfred Biolek. Der krebskranke Carrell nahm seinen Preis unterer tosendem Beifall entgegen - es dürfte einer seiner letzten Auftriffen gewesen sein. Der sichtlich gezeichnete Entertainer nahm es mit Humor: In seiner Rede dankte er seiner Krankenversicherung, dem Bremer Klinikum Ost und der deutschen Pharmaindustrie. Mit sehr brüchiger Stimme fügte er als Anspielung auf die zahlreichen Musik-Castingshows hinzu: "Mit dieser Stimme kann man in Deutschland immer noch Superstar werden."

Live-8-Gründer Geldof, der mit ungewohnt kurzen Haaren und edlem Tuch erschien, wurde von Bap-Musiker Wolfgang Niedecken für seinen unermüdlichen Einsatz gegen Hunger und Not in Afrika ausgezeichnet. Sir Bob bedankte sich bei den Deutschen und besonders den Künstlern, die sich bei dem großen Musikspektakel im Sommer 2005 für einen Schuldenerlass für die armen Ländern stark gemacht haben. Hape Kerkeling überraschte als schusseliger Reporter verkleidet die junge Anna Maria Mühe mit der mit 20.000 Euro dotierten Lilli Palmer & Curd Jürgens Gedächtniskamera - die Nachwuchsdarstellerin rührte das zu Tränen. Bester Fernsehfilm wurde "Die Luftbrücke" (Sat.1).

Goldene Kameras für Rudnik und Noethen

Als beste deutsche Schauspielerinnen wurde Barbara Rudnik ausgezeichnet, der Preis als bester deutscher Schauspieler ging an Ulrich Noethen. Ausgezeichnet wurden auch die Sängerinnen der kalifornischen Band Pussy Cat Dolls. Thomas Hermanns vom "Quatsch Comedy Club" konnte sich ebenfalls auf eine Goldene Kamera freuen. Über den Roten Teppich schritten unter anderem Heino Ferch, Thomas Kretschmann, Reinhold Beckmann, Sandra Maischberger und Verona Pooth. Jörg Pilawa, Hugo Egon Balder und Carmen Nebel wurden für Unterhaltung "made in Germany" geehrt.

Tim Mälzer wurde von den "Hörzu"-Lesern zum besten Fernsehkoch gewählt und bedankte sich beim Berliner Publikum mit einer kessen Rede. Für den besten Werbespot (Veltins) wurden Schalke-Manager Rudi Assauer und seine Lebensgefährtin Simone Thomalla ausgezeichnet.

Nach der Live-Sendung wurde in der Ullstein-Halle mit Flusskrebsen, Lachs, Rinderroulade, Wildbarschfilet, Topfenknödel und Beerenkompott gefeiert. Zum ersten mal seit langem wurde die Goldene Kamera nicht am Vorabend zum Berlinale-Auftakt (9. Februar) verliehen, weil sich der "Hörzu"-Preis von den Filmfestspielen abgrenzen wollte, wie Produzentin Beate Wedekind erklärt hatte.

mit DPA, AP / AP