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Ai Weiwei: Hochrangige Politiker setzen sich für den Künstler ein

Ai Weiwei, chinesischer Künstler und Regimekritiker ist in China festgenommen worden. Angeblich soll er sich "Wirtschaftsverbrechens" schuldig gemacht haben. Hochrangige deutsche Politiker forderten jetzt die sofortige Freilassung Ai Weiweis.

Hochrangige deutsche Politiker haben sich in der "Bild"-Zeitung für die Freilassung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei eingesetzt. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte der Zeitung (Mittwochsausgabe), er erwarte, dass Ai Weiwei umgehend frei gelassen werde. "Für uns sind das Recht, seine Meinung frei zu äußern, und die Freiheit der Kunst ein sehr hohes Gut. Das haben wir der chinesischen Seite klar gesagt und die Aufklärung des Vorfalls verlangt", sagte der Minister.

SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte dem Blatt: "Die Freiheit von Künstlern und kritischen und auch unbequemen Intellektuellen ist ein wichtiger Gradmesser für die Entwicklung jedes Landes. Deshalb fordern wir die unverzügliche Freilassung von Ai Weiwei. Kunst und Kultur leben von Freiheit, auch in China."

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP) betonte: "Wir erwarten, dass die Regierung in Peking Ai Weiwei und andere Dissidenten unverzüglich freilässt."

Grünen-Parteichefin Claudia Roth meinte: "Wenn die Machthaber in Peking den berühmtesten Künstler Chinas einfach verschwinden lassen, reißen sie sich selbst die Maske vom Gesicht. China muss erklären: Wo ist Ai Weiwei? Was wird ihm konkret vorgeworfen, und wie wird das Verfahren ablaufen?"

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier erklärte: "Die Verhaftung Ai Weiweis schadet China. Ich appelliere an die chinesische Führung, Ai Weiwei schnellstmöglich freizulassen und künstlerische wie persönliche Freiheit nicht länger zu beschneiden."

Ai war am 3. April verhaftet und verschleppt worden. Der offizielle Vorwurf gegen ihn lautet nach Behördenangaben auf "Wirtschaftsverbrechen".

hw/DPA/AFP / DPA