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Berlin: Alice Weidel twittert ihr Selfie mit dem "Flüchtling" Ai Weiwei und kassiert Kritik

Der 60-Jährige, der vor dem chinesischen Regime nach Deutschland floh, wusste wahrscheinlich nicht, wer da unbedingt ein Selfie mit ihm wollte. Die AfD-Vorsitzende postete bei Twitter stolz ein Foto mit dem Aktionskünstler.

Es ist eine wirklich merkwürdige Kombination: Auf Twitter postete AfD-Vorsitzende ein Selfie mit dem aus China geflohenen Künstler Ai Weiwei. Der ist nicht nur a) Ausländer, b) Flüchtling und sorgte c) vor Kurzem mit einem Kunstprojekt für Aufsehen, das ein überdimensionales Schlauchboot samt schutzsuchenden Geflohenen darin darstellt. Weidel scheint auch nicht zu wissen, dass Ai Weiwei derzeit in Berlin lebt und arbeitet – und keineswegs nur zu Besuch war. Der 60-Jährige steht also für so ziemlich alles, was der AfD missfällt.

Ebenso wusste der Künstler vermutlich nicht, mit wem er sich da ablichtete. Die Reaktionen auf Twitter fielen entsprechend unterschiedlich aus. Viele -Anhänger lobten Alice Weidel für die "gelungene Provokation", noch mehr fragten, wer "der Typ links im Bild" überhaupt sei.

Kritiker der rechten Partei empörten sich, dass Weidel sich ausgerechnet mit jemandem fotografiert hatte, der so vehement für das Engagement für Geflüchtete eintritt wie .

Sollte die AfD-Politikerin tatsächlich Bewundererin des chinesischen Künstlers sein, sollte sie sich also (wie auch in der Liebe) fragen, ob das, was ihr Leben so ausmacht, wirklich mit den Zielen ihrer Partei vereinbar ist. 

Eine zynische aber treffende Zusammenfassung auf lieferte das Magazin "extra3": "Alice Weidel macht Selfie mit Flüchtling", schrieben die NDR-Satiriker.

Mit denen steht Alice Weidel ohnehin auf keinem guten Fuß: Nach Weidels Äußerung, dass politische Korrektheit auf den „Müllhaufen der Geschichte“ gehöre, konterte der Moderator der Sendung: "Jawoll, Schluss mit der politischen Korrektheit. Lasst uns alle unkorrekt sein. Da hat die Nazi-Schlampe doch recht. War das unkorrekt genug?"

Die AfD prüfte daraufhin rechtliche Schritte, scheiterte aber vor Gericht.

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