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Henri Nannen Preis 2007: Russische Zeitung und "SZ" geehrt

Für ihr engagiertes Eintreten für die Pressefreiheit wurde die Redaktion der russischen Tageszeitung "Nowaja Gaseta" mit dem Henri Nannen Preis ausgezeichnet. Der renommierte Journalistenpreis ging auch an die "Süddeutsche Zeitung" - für die investigative Berichterstattung über den Schmiergeldskandal bei Siemens.

Am Freitagabendabend haben der Verlag Gruner + Jahr und der stern zum dritten Mal den Henri Nannen Preis vergeben, mit dem Bestleistungen im deutschsprachigen Printjournalismus ausgezeichnet werden. Die insgesamt 10 Preisträger wurden im Rahmen einer festlichen Veranstaltung im Deutschen Schauspielhaus Hamburg vor rund 1.200 Gästen aus Medien, Kultur, Politik und Wirtschaft geehrt.

G+J-Vorstandsvorsitzender Bernd Kundrun betonte, dass der Henri Nannen Preis 2007 mit 863 Arbeiten von Journalisten aus 188 Zeitungen und Zeitschriften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wiederum in beeindruckender Weise die Qualität des deutschsprachigen Printjournalismus dokumentiert: "Wir vergeben zum dritten Mal im Deutschen Schauspielhaus den wichtigsten Preis für Journalismus. Engagierte und mit dem Herzen erzählte Geschichten und aufgenommene Bilder können uns auf eine Weise erreichen, bewegen, mitfühlen und begreifen lassen wie sonst nichts. ’Schreiben muss man aus dem Bauch, nicht aus dem Kopf’, hat Henri Nannen gesagt. Deswegen lenken wir den Blick heute auf Texte, die berühren. Auf Ereignisse, die erstaunen. Auf Menschen, die den Mut haben, die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie sich selbst damit in Gefahr bringen."

Der Henri Nannen Preis 2007 wurde verliehen an Klaus Brinkbäumer, "Der Spiegel" und Hanning Sußebach, "Die Zeit" (Reportage), Alexander Smoltczyk, "Der Spiegel" (Dokumentation), Klaus Ott, Markus Balser, Hans Leyendecker, "Süddeutsche Zeitung" (Investigation), Hans Zippert, "Die Welt" (Humor) und den Fotografen Alessandro Scotti, GEO (Fotografie). Ebenfalls ausgezeichnet wurden Robert Lebeck für sein Lebenswerk und die Redaktion der russischen "Nowaja Gaseta" (Einsatz für die Pressefreiheit).

Aufbruch ohne Wiederkehr

In ihrer Sitzung am 10. Mai hat sich die Hauptjury - zum ersten Mal in der 30-jährigen Geschichte des Egon-Erwin-Kisch-Preises - dazu entschlossen, den Preis für die beste Reportage zweimal zu vergeben. Ausgezeichnet werden Klaus Brinkbäumer für seine im "Spiegel" erschienene Reportage "Die afrika-nische Odyssee" und Henning Sußebach für den Text "Hoffmanns Blick auf die Welt", den "Die Zeit" veröffentlichte. Dieser Entscheidung ging eine lange Diskussion voraus. Brinkbäumer hat sieben Wochen lang den Weg eines Ghanesen auf seiner Flucht vor dem Elend Afrikas nach Europa rekonstruiert.

Sußebach beschrieb einen Obdachlosen und sein Überleben als Ich-AG unterhalb der Hartz-IV-Grenze. "Sowohl Brinkbäumer als auch Sußebach haben grandiose Geschichten geschrieben", stellte Peter-Matthias Gaede in Begründung der Jury heraus. "Der eine in der Ferne, der andere in unmittelbarer Nähe haben die große Geschichte in der ganz kleinen gefunden. In einem Aufbruch ohne Wiederkehr und ohne Ankunft, in einem Abstieg ohne Sicht auf eine Treppe. Brinkbäumer und Sußebach beschreiben Menschen, die aus der Welt gefallen sind, aus ihren Sicherheiten, aus ihrem Resonanznetz, aus ihren geplanten Biografien."

Leyendecker ausgezeichnet

Für seinen "Spiegel"-Beitrag "Der Fehlbare" wird Alexander Smoltczyk von der Jury mit dem Henri Nannen Preis für "besonders verständliche Berichterstattung über einen aktuellen oder historischen Sachverhalt" (Dokumentation) ausgezeichnet. Smoltczyk recherchierte die Vorgeschichte der Islam-kritischen Rede von Papst Benedikt XVI. in Regensburg und den Verlauf der Erschütterungen, die sie auslöste. "Eine "glänzend aufgeschriebene Dokumentation" nannte Jury-Mitglied Christoph Keese den Text in seiner Laudatio." Alexander Smoltczyk führt uns so nah an die Details heran, wie es ihm als Rechercheur möglich ist. Viele reden mit ihm, manche nicht. Die Recherche stoppt bei Benedikt, der auch ihm - dem Rom-Korrespondenten - kein Interview zum Fall gewährt. Wir wissen am Ende nicht, was in Benedikt vorging, als er am Pult stand. Das aber schmälert die Verdienste dieser Arbeit nicht, es steigert sie. Denn journalistische Dokumentation ist besonders dann gefragt, wenn Protagonisten die Aussage verweigern. Smoltczyk führt einen Indizienbeweis. Aber er fällt kein Urteil. Er überlässt das Urteil uns anhand der gesammelten Fakten."

Den Henri Nannen Preis für die "beste investigative Leistung" des Jahres 2006 vergibt die Jury an die Journalisten der "Süddeutschen Zeitung", Klaus Ott, Markus Balser und Hans Leyendecker für ihre Berichterstattung über den Schmiergeldskandal bei Siemens. Ihr Verdienst war es, sagte Jury-Mitglied Helmut Markwort, einen der größten Wirtschaftsskandale der bundesrepublikanischen Geschichte entdeckt und dann Stück für Stück aufgedeckt zu haben. Es war, so Markwort, "eine überaus erfolgreiche Recherche in einem extrem schwierigen Gelände". Schwierig, "weil die Materie so kompliziert ist, dass selbst Wirtschaftsprüfer sie schwer verstehen; schwierig, weil das Objekt der Recherche, einer der mächtigsten Wirtschaftsgiganten, sich jeder Aufklärung widersetzte".

Ganz dicht dran am Geschehen

In der Kategorie "Herausragende humorvolle und unterhaltende Berichterstattung" wird Hans Zippert mit dem Henri Nannen Preis 2007 für seine Kolumne "Zippert zappt" ausgezeichnet. Der Autor hat etwas geschafft, hob Juror Werner Kilz hervor, "was vor ihm noch keinem gelungen ist im deutschen Journalismus: ein Tagebuch des Humors, eine tägliche Glosse auf Seite 1 der ’Welt’, witzig, überraschend, völlig schräg im Ton. Zippert führt uns jeden Tag vor, was uns zum politischen Zeitgeschehen nicht eingefallen ist. Er ist der anarchistischste Kolumnist in der deutschen Zeitungslandschaft."

Der italienische Fotograf Alessandro Scotti ist der Henri Nannen Preisträger 2007 in der Kategorie "fotografische Autorenleistung". Damit wird seine in GEO erschienene Reportage "Weltmacht Drogen" prämiert. Die Foto-Jury war beeindruckt von der Leistung des Fotografen, "der mehr als fünf Jahre lang eindringlich die Geschichte des Drogenhandels verfolgt hat, die ihn von Tadschikistan, Afghanistan, den Iran, Thailand bis nach Kolumbien führte. Scotti ist es in seinen Bildern gelungen, die Momente einzufangen, die seine Reportage so intensiv erlebbar macht. Der Fotograf war dicht am Geschehen, so dicht, dass der Betrachter die Strapazen dieser Reportage für den Fotografen spüren kann."

"Nowaja Gaseta" beharrlich gegen Korruption

Der 76-jährige Fotograf Robert Lebeck, der im Berlin der Nachkriegszeit als Autodidakt begann und später 30 Jahre für den stern arbeitet, wurde für sein umfassendes Lebenswerk ausgezeichnet. In der Jury-Begründung heißt es unter anderem: "Mit seinen Bildern hat er wesentlich zur Prägung unseres Bildes von der Welt und den Persönlichkeiten, die in ihr handeln, beigetragen. Wenige Fotografen sind Zeitgenossen wie Lyndon B. Johnson, Max Frisch oder Romy Schneider so nahe gekommen wie Lebeck, kaum einer ist mit seiner souveränen Verbindung von Intimität und Seriosität so beispielhaft geworden für junge Fotografen wie er."

Dmitrij Muratow, der Chefredakteur der russischen Zeitung "Nowaja Gaseta", nahm für sein Redaktionsteam den Henri Nannen Preis für dessen engagiertes Eintreten für die Freiheit der Presse entgegen. Die in Moskau beheimatete "Nowaja Gaseta" berichtet beharrlich über Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland und widersteht jeder Einschüchterung. Erst im Oktober 2006 wurde zum dritten Mal ein Redaktionsmitglied des Blattes ermordet: Anna Politkowskaja. Während des Tschetschenien-Krieges hatte sie Verbrechen der russischen Armee und der mit ihr verbündeten paramilitärischen tschetschenischen Gruppen aufgedeckt. Die "Nowaja Gaseta" ist Russlands bekanntestes oppositionelles Blatt und der Gegenpol zu den staatlich kontrollierten Massenmedien.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(