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Japanische Comic-Kultur: Zwischen Hardcore-Porno und Biene Maja

Manga und Anime erobern die Popkultur: Ein Ausstellungs-Marathon in drei Frankfurter Museen entführt in die Welt der japanischen Comics. Star-Zeichner Kotobuki ist begeistert: "Erst in Frankfurt habe ich gelernt, was Manga bedeutet."

Von Alexander Jürgs

Sindbads Reisen um die Welt, Pinocchio, dessen Nase wächst, wenn er lügt, oder die niedliche Biene Maja und ihr Kumpane Willi: Wer sich an Fernsehserien wie diese erinnert, wird gerne wehmütig, faselt von Kult oder träumt von der guten alten Zeit, als es nur drei Programme und noch kein volksverdummendes Privatfernsehen gab. In den siebziger Jahren liefen die Serien, heute allesamt Relikte der verschwundenen BRD, erfolgreich im Kinderprogramm des ZDF. Was kaum jemand weiß: Entstanden sind sie allesamt in japanischen Zeichentrickstudios, manche in Koproduktion mit dem ZDF, die meisten aber originär für das japanische TV-Publikum geschaffen.

Auch "Heidi" lief 1974 zunächst in Japan. Erst 1977 fand die Serie um das Waisenmädchen, das beim mürrischen Großvater auf der Alm aufwächst, dann ihren Weg ins deutsche Fernsehen. Zwei junge, innovative Zeichner, Miyazaki Hayao und Takahato Isao, haben die rührseligen Geschichten der Schweizer Schriftstellerin Johanna Spyri damals als Anime umgesetzt - und legten damit den Grundstein für ihr berühmtes Studio Ghibli, das mit "Prinzessin Mononoke" später einen Welterfolg feierte und mit "Chihiros Reise ins Zauberland" 2003 den Oscar für den besten Animationsfilm gewinnen sollte.

Manga erobern den Comicmarkt

Der Aufstieg der japanischen Comic-Kultur verlief kometenhaft, seit den neunziger Jahren beherrschen Manga den Weltmarkt für Comics. Nicht nur in ihrem Heimatland, wo jeder Einwohner im Durchschnitt zwölf Comics pro Jahr erwirbt (in Deutschland ist es rechnerisch ein Viertelheft pro Kopf), macht die Branche Milliardengewinne. Beinahe 80 Prozent der heute in Europa und den Vereinigten Staaten umgesetzten Comics sind Manga aus der Feder von japanischen Zeichnern.

Gegen die fernöstlichen Giganten wirken Tim und Struppi, Gaston, aber auch die Bewohner Entenhausens mittlerweile wie kleine Zwerge. "Pokémon", "Sailor Moon" oder Computerspiele wie "Final Fantasy" haben auch in Deutschland längst die Schlüsselpositionen der Popkultur gekapert.

Angesichts dieser Entwicklung verwundert es, dass sich erst jetzt erstmals ein großes interdisziplinäres Ausstellungsprojekt in Deutschland der japanischen Comic-Kultur widmet. Drei Frankfurter Museen erforschen das Manga-Phänomen: Das Deutsche Filmmuseum zeigt mit "Anime!" eine Ausstellung, die die Werke der japanischen Animationsfilmer präsentiert, im Museum für Angewandte Kunst wird unter dem Motto "Mangamania" die Entwicklung der japanischen Comic-Kunst von 1800 bis heute geschildert, und im Deutschen Architekturmuseum eröffnet in zwei Wochen "Neo Tokyo3", eine Schau, die untersuchen will, welchen Einfluss die avantgardistischen Architekturentwürfe der Metabolisten um Kisho Kurokawa auf die Bildwelten der japanischen Comics hatten.

Wegweisende Stoffe für Hollywood

Den Kuratoren der Ausstellungen geht es bei ihrem gemeinsamen Projekt vor allem darum, die Vielfalt der Comic-Kultur aufzuzeigen. Tatsächlich sind Manga und Anime zunächst einmal nur die japanischen Begriffe für Comics und Animationsfilme. Innerhalb dieser Comic-Kultur gibt es unzählige Genres.

Mädchen lieben die glubschäugigen Charaktere aus "Sailor Moon", Jungen schwören auf multimediale Anime und Computerspiele, für erwachsene Leser gibt es actionreiche Zukunftsvisionen ­- oder deren Gegenentwurf: mythenbeladene Samurai-Storys mit kitschigen Naturdarstellungen. Das meiste Aufsehen erregen "Hentai" (Hardcore): Animationsfilme oder Comics mit erotischen und pornografischen Inhalten. Das Filmmuseum präsentiert diese Filme und Produktionsskizzen, in denen es häufig erschreckend hart zur Sache geht, in einem rosa-plüschigen Peepshow-Kabinett.

Wegweisender und spannender sind die Anime-Produktionen in düsterer Science Fiction-Manier. Kinofilme wie "Akira" oder "Ghost In The Shell" sorgten in den achtziger Jahren für Furore und inspirierten amerikanische Regisseure wie die Wachowski-Brüder, deren "Matrix"-Trilogie auf Anime-Motiven basiert. Warner Brothers und Appian Way, die Produktionsfirma von Leonardo DiCaprio, haben sich vor kurzem die Filmrechte von "Akira" gesichert und planen eine Realverfilmung des Klassikers, die dann allerdings nicht mehr in "Neo Tokyo", sondern in "New Manhattan" spielen soll.

Walt Disney als Inspiration

Dass Comics in Japan eine lange Tradition haben, behauptet die Ausstellung "Mangamania" im Museum für Angewandte Kunst - und überzeugt mit überraschenden Beispielen, die diese These belegen. Beeindruckend ist ein fast zehn Meter langer Holzschnitt des Zeichners Adachi Ginko, der den japanisch-chinesischen Krieg von 1894/95 aus zeitgenössischer Perspektive schildert. Die Farbigkeit, die offensive Darstellung von Gewalt und der erzählerisch-dokumentarische Stil des Holzschnitts nehmen die Bildsprache der heutigen Comics vorweg und lassen das Werk irritierend modern erscheinen.

Schon damals fanden die japanischen Zeichner in Europa begeisterte Anhänger: Künstlern wie Cezanne oder van Gogh sammelten deren Holzschnitte exzessiv. Zum Manga, wie wir ihn kennen, wurden die Comics aus Japan trotzdem erst um 1940 - und das ausgerechnet durch den Einfluss Amerikas. Figuren und Filme aus den Studios von Walt Disney eroberten damals das Land. Junge Grafiker und Zeichentrickfilmer entwickelten aus den amerikanischen Vorbildern ihren eigenen Stil, der schnell populär wurde. Ihre ersten Auftritte hatten die neuen Comic-Charaktere dann ironischerweise vor allem in Propagandafilmen, die den Kriegsfeind USA angriffen.

Gelungene Ausstellung

Den Frankfurter Ausstellungsmachern ist ein umfassender Einblick in die Welt des japanischen Comics gelungen, obgleich man den Kuratoren vorwerfen kann, dass sie wichtige Entwicklungen - wie etwa die politisch brisanten Comics von Zeichnern wie Keiji Nakazawa ("Barfuss durch Hiroshima") oder Osamu Tezuka ("Adolf") - ausklammern. Das größte Lob für das Projekt kam von einem ausgewiesenen Experten. Auf der Pressekonferenz zur Eröffnung schilderte Shiriagari Kotobuki, Manga-Zeichner und Künstler, seine Begeisterung darüber, wie viele Originale und Raritäten für die Ausstellungen aufgetrieben wurden: "Erst in Frankfurt habe ich gelernt, was Manga bedeutet."

Die Ausstellungen:
"Anime! High Art - Pop Culture": bis 4. August im Deutschen Filmmuseum, Frankfurt, Informationen unter www.deutsches-filmmuseum.de
"Mangamania - Comic-Kultur in Japan 1800-2008": bis 25. Mai im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt, Informationen unter www.museumfuerangewandtekunst.frankfurt.de
"Neo Tokyo3 - Architektur in Manga und Anime": vom 8. März bis 8. Juni im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt, Informationen unter www.dam-online.de

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?