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Conchita Wurst über den ESC-Eklat: "Arme Ann Sophie, arme Barbara Schöneberger"

Conchita Wurst versteht die Enttäuschung vieler TV-Zuschauer über Andreas Kümmerts Rücktritt. Mit dem stern sprach die ESC-Siegerin darüber, warum es wichtig ist, Ann Sophie zu unterstützen.

Tom Neuwirth alias Conchita Wurst: "Zusammen mit Andreas Kümmert standen die zwei verdienten Finalisten auf der Bühne"

Tom Neuwirth alias Conchita Wurst: "Zusammen mit Andreas Kümmert standen die zwei verdienten Finalisten auf der Bühne"

Als Andreas Kümmert die Worte sagte, die den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest erschütterten, stand sie live auf der Bühne der "Tui"-Arena: Conchita Wurst sang in Hannover nicht nur ihren ESC-Siegertitel "Rise Like A Phoenix", sondern präsentierte auch ihr neues Lied "You Are Unstoppable". Mit dem stern sprach sie über Kümmerts Rücktritt, die Enttäuschung der Fans, und einen denkwürdigen TV-Abend.

Frau Wurst, wie haben Sie den Rücktritt von Andreas Kümmert erlebt?


Ich stand hinter ihm. Am Schluss der Show waren alle Künstler und Teilnehmer noch einmal auf die Bühne gebeten worden. Dass sowas passieren würde, ahnte ja niemand.

Was haben Sie in dem Moment gedacht?
Ach du meine Güte, arme Ann Sophie, arme Barbara Schöneberger. Was macht man in so einer Situation? Ich finde Frau Schöneberger hat das ganz großartig gemacht. Das ist ja nun mal so, wenn der Erste abtritt oder nicht annimmt, dann ist automatisch die Zweitplatzierte an der Reihe.

Viele Fans und Zuschauer sehen das anders und hätten sich eine erneute Abstimmung gewünscht.
Ich kann verstehen, dass viele Menschen enttäuscht sind. Das hat man auch in der Halle an den Buh-Rufen gemerkt. Die Situation ist aber auch wahnsinnig schlimm für Ann Sophie. Ich glaub, was jetzt wichtig wäre ist, Ann Sophie ein Gefühl zu geben, dass ihre Teilnahme auch berechtigt ist. Sie war großartig.

Sie sind selbst Künstlerin. Können Sie Andreas Kümmert verstehen?
Ich wollte immer auf die Bühne, immer im Rampenlicht stehen. Ich kannte ihn von "The Voice" und schon damals war er sensationell. Er hat großes Talent. Warum er das im Endeffekt gemacht hat und wie es dazu kam, sind Spekulationen.

Haben Sie sich vor oder nach der Show mit ihm unterhalten?
Nein, ich habe Andreas Kümmert weder auf dem Flur noch auf der Bühne kennengelernt. Das ist aber auch normal, weil viele der Künstler auf sich konzentriert sind. Da war ich, die nicht in der Wettbewerbssituation war, in einer entspannteren Situation.

Sie werden beim Finale des ESC am 23. Mai in Wien im Green Room moderieren. Was denken Sie, wird das ein guter Abend für die deutsche Teilnehmerin Ann Sophie werden?
Ich kannte die Lieder im deutschen Vorentscheid vorher alle nicht, habe erst bei den Proben ein bisschen davon mitbekommen. Aber Ann Sophie und "Black Smoke" fand ich sofort toll. Zusammen mit Andreas Kümmert standen die zwei verdienten Finalisten auf der Bühne. Das waren auch die Songs, die bei mir was ausgelöst haben. Das ist ein gutes Zeichen für Wien. Es wird vor allem darauf ankommen, wie viel Unterstützung Ann Sophie nun aus Deutschland bekommt. Es ist wichtig, sie zu motivieren.

Österreich entscheidet am kommenden Freitag, wer beim Heimspiel in Wien antreten soll. Der deutsche Vorentscheid wird aber wohl nicht zu toppen sein, oder?
Abwarten. Wir überlegen uns was.

Ann Sophies Song für Wien

Interview: Jens Maier